Der letzte Tatort für Bonard und Karow, denn Bonard tritt ab. „Was haben sich die Macher bei diesem Abschiedsfall nur gedacht?“, fragt sich SWR3 Tatort-Checker Stefan Scheurer.
Keine Zeit zum Lesen? Hier gibts die Tatort-Kritik von Stefan Scheurer auch als Audio. 🎧⬇️

Tatort-Kritik „Gefahrengebiet“ (1.2.) aus Berlin
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1:42
min
Schon wieder wird ein Tatort-Team auseinandergerissen, dieses Mal in Berlin: Corinna Harfouch alias Kommissarin Susanne Bonard löst am Sonntag den letzten Fall, Kommissar Karow muss erst mal bleiben.
Was haben sich die Tatort-Macher bei diesem Abschieds-Fall nur gedacht, fragt sich SWR3 Tatort-Checker Stefan Scheurer.
Wie viele Elche gebt ihr dem Tatort aus Berlin?
Das passiert im Tatort (1.2.) mit Bonard und Karow
Es ist mal wieder Nacht im Tatort, wie so oft. In einem Wald in Berlin stirbt ein Obdachloser, vielleicht getötet von einem Wolf? Aber so klar ist das nicht. Die beiden Kommissare Karow und Bonard ermitteln. Dabei steht zwischen den beiden, dass Bonard demnächst geht. Damit kommt Karow nicht gut klar.
Tatort-Kritik zu „Gefahrengebiet“ aus Berlin
Das ist nicht gut für den Tatort, denn ab da geht es nur noch um die Probleme der beiden Kommissare. Sie läuft plötzlich im Wald davon zur Selbstfindung. Fast eine Stunde bekommen wir Zuschauer sehr lange, ruhige Szenen im Wald gezeigt, in denen manchmal tatsächlich auch gesprochen wird.
Und er? Kommissar Karow hingegen fühlt sich ganz schön allein gelassen, was auch kein Grund ist, mit 100-prozentigem Eifer am Fall weiterzumachen.
Tatort Berlin mit Karow und Bonard: Mehr Infos zum Team
Tatort aus Berlin
Robert Karow, gespielt von Mark Waschke, wurde in Berlin-Pankow geboren und stammt aus einem bürgerlichen Elternhaus. Karow hat eine hohe Abstraktionsfähigkeit und ein sehr schnelles Denkvermögen. Anders als bei seinen Kollegen interessiert ihn nur das große Ganze. Er ist bisexuell, lebt aber alleine, da er andere Menschen lieber auf Distanz hält.
Susanne Bonard, gespielt von Corinna Harfouch, wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren, dem heutigen Chemnitz. Sie war Lehrerin für Geschichte und Sport in der DDR. Nach einem Ausreiseantrag wurde sie vom Dienst suspendiert. Nach dem Fall der Mauer ging sie Kriminalpolizei wo sie sich direkt zur ersten Leiterin der Mordkommission hoch arbeitete. 2011 wird sie wieder Lehrerin. Nun aber an der Polizeiakademie. Mit 62 kehrt sie noch einmal in den aktiven Dienst zurück, um zusammen mit Robert Karow den Fall an einer jungen Schutzpolizistin zu untersuchen.
Mark Waschke spielt Robert Karow
Mark Waschke wurde 1972 in Wattenscheid geboren. Mit neun Jahren spielt er bereits im Kindertheater mit, später dann in einer Amateur-Theatergruppe. Für sein Philosophiestudium ist er 1991 nach Berlin gezogen. Dieses brach er jedoch ab, um dann anschließend Schauspiel zu studieren. Die ersten Auftritte hatte er in verschiedenen Theatern. Nach mehreren Neben- und Hauptrollen in verschiedenen Filmen kam er 2015 als Robert Karow zum Tatort Berlin.
Seine ehemalige Kollegin Nina Rubin alias Meret Becker starb in Folge 15 im Mai 2022 („Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“).

Einsam irrt er nun durch die Stadt und löst den neuen Fall. Seine Kollegin Nina Rubin ist im Mai erschossen worden.
Corinna Harfouch spielt Susanne Bonard
Corinna Harfouch wird 1954 in Suhl geboren. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester begann sie 1975 an der Technischen Universität Dresden ein Studium zur Textilingenieurin. Erste Erfahrungen im Schauspiel erlangte sie am Pioniertheater Natalia Saz. Von 1978 bis 1981 studierte sie dann Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Nach unzähligen Theater- und Filmauftritten ist sie seit 2023 Teil des Berliner Tatort-Teams.

Kommissarin Susanne Bonard beobachtet eine verdächtige Situation.
Es zieht sich alles. Und auch der Versuch, mit Sexszenen zwischen zwei Männern Eindruck zu machen, funktioniert für mich nicht richtig. Fast 20 Minuten lang gibt es übertrieben lange nackte Männerhaut, wo es wirklich auch zwei Minuten getan hätten – unterbrochen natürlich von weiteren, ebenfalls übertrieben ruhigen Szenen aus dem Wald.
Trailer zum Tatort (1.2.) „Gefahrengebiet“
Fazit zum Tatort aus Berlin mit Bonard und Karow
Ich finde, der Tatort aus Berlin ist in der Summe ganz schön langweilig und wirr. Die Geschichten rund um die Kommissare kommen flach rüber und könnten auch einfach in ein paar Minuten runtererzählt werden. Die Aufklärung des Falls und die wirklich sehr guten Schauspieler reißen es am Ende auch nicht mehr raus.
Dieses Durcheinander zur Selbstfindung aller Charaktere hat die Schauspielerin Corinna Harfouch für ihren letzten Fall nicht verdient. Und auch Mark Waschke bleibt wohl etwas hilflos zurück. Nur 1 von 5 Elchen.
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Die Details
Gefahrengebiet
Hier gibts die Kritik zum letzten Tatort mit Susanne Bonard und Robert Karow aus Berlin:

Der Tatort „Erika Mustermann“ gibt Einblick in den Hochsicherheitstrakt der Bundesdruckerei. „Unbedingt anschauen“, meint SWR3 Tatort-Checkerin Linda Molitor.