Blick auf das Heizkraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal.

Stand: 07.01.2026 14:56 Uhr

Nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten ist die Energieversorgung wieder angelaufen. Laut Netzbetreiber sollen alle Haushalte schrittweise wieder Strom bekommen. Es war der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte.

Im Berliner Südwesten ist die Energieversorgung nach dem tagelangen großflächigen Stromausfall wieder angelaufen. Schrittweise sollten in den nächsten Stunden sämtliche Haushalte wieder Strom haben, teilte ein Sprecher der landeseigenen Stromnetzgesellschaft mit.

Im Verlauf des Vormittags wurden kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegedienste informiert, dass der Strom bald wieder fließen könne. Per Warnsystem wurden auch die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgefordert, Notstromaggregate vom Netz zu nehmen, um Schäden zu vermeiden.

Stromversorgung nahezu „wiederhergestellt“

Inzwischen ist die Stromversorgung nach Angaben der Netzbetreibers „nahezu wieder hergestellt“. Bis Mittwochnachmittag seien „wahrscheinlich alle“ betroffenen Berliner wieder am Netz, sagte Berlins Wirtschafts- und Energiesenatorin Franziska Giffey bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der verantwortlichen Behörden.

Im Laufe des Tages sollte die Versorgung in sämtlichen Haushalten stabil laufen. Die Behörden riefen die Menschen auf, unmittelbar nach der Zuschaltung zum Stromnetz keine Geräte mit starkem Stromverbrauch zu benutzen. Genannt wurden beispielsweise Waschmaschinen, Wäschetrockner, Wasserkocher, Heizlüfter oder Ladestationen für E-Fahrzeuge.

Längster Stromausfall in Nachkriegsgeschichte

Der Stromausfall infolge eines Anschlags auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf war den Angaben zufolge der längste der Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Seit Samstagmorgen waren zeitweise 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom.

Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen.

Bundesanwaltschaft ermittelt zum Brandanschlag

Zu dem Brandanschlag im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte sich eine linksextremistische Gruppierung bekannt. Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse. Die Polizei sprach von sehr umfangreicher Tatortarbeit.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Aus Sicht der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.

In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen „Vulkangruppen“, die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen, die Tat für sich reklamiert.