
In mehreren hessischen Städten ist am frühen Morgen ein Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr angelaufen. Betroffen sind vor allem Frankfurt, Kassel und Wiesbaden. Im Rhein-Main-Gebiet sorgt eine kaputte Schiene zusätzlich für Probleme.
Mit Beginn der Frühschicht haben Beschäftigte kommunaler Verkehrsbetriebe am Morgen ihre Arbeit niedergelegt. Von dem Ausstand der Gewerkschaft Verdi sind Fahrgäste in Kassel, Frankfurt und Wiesbaden besonders betroffen. Auswirkungen wird es auch im Kreis Groß-Gerau geben.
Dennoch gibt es vielerorts Möglichkeiten, mit dem öffentlichen Nahverkehr ans Ziel zu kommen. Welche das sind:
Frankfurt
U-Bahnen und Straßenbahnen stehen am Montag in Frankfurt komplett still. Nicht betroffen vom Streikaufruf sind jedoch die Busse, wie die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq mitteilte. Denn die Busfahrerinnen und Busfahrer werden nicht nach dem umstrittenen Tarifvertrag bezahlt. Gleiches gilt für regionale Buslinien und Express-Busse. Es müsse aber mit einer hohen Nachfrage gerechnet werden.
Die Regionalzüge und S-Bahnen sind auch nicht vom Streik betroffen. Allerdings wirbelt eine gebrochene Schiene an der Konstablerwache den S-Bahnfahrplan am Morgen komplett durcheinander. Laut Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kommt es auf allen S-Bahnlinien – mit Ausnahme der S7 – zu Ausfällen und Verspätungen. Die S-Bahn ist hier also nur stark eingeschränkt eine Alternative.
Wiesbaden
In Wiesbaden sind die meisten Busse der Verkehrsgesellschaft ESWE seit dem Betriebsbeginn von dem Streik betroffen. Mit einigen Linien von Partnerunternehmen können Fahrgäste aber weiterkommen: Das sind die Nummern 5, 28, 39 und 46.
Die Schnellbuslinien X26, X72. X76 und X79 werden vom RMV betrieben und fahren ebenfalls. Auch auf Regionalbusse, etwa in den Taunus, können Fahrgäste umsteigen. Einschränkungen seien aber auch hier möglich, heißt es von der ESWE. Nicht vom Streik betroffen sind die S-Bahnen S1 und S8 sowie die Regionalzüge.
Groß-Gerau/Mainz
Da sich auch die Fahrerinnen und Fahrer der Mainzer Mobilität an dem Warnstreik beteiligen werden, wirkt sich das bis in den Kreis Groß-Gerau aus. Seit Sonntagabend um 22 Uhr fallen Busse der Linien 54, 56, 58 und 60 aus.
Es gibt jedoch einen halbstündigen Notbetrieb der Linie 91 über Ginsheim, Bischofsheim und Gustavsburg sowie Wiesbaden-Mainz Kastel zwischen ungefähr 5 und 19 Uhr. Die übrigen Busse fahren nach Plan.
Kassel
In Kassel ist die Verkehrsgesellschaft KVG betroffen – und damit sämtliche Straßenbahn‑ und Buslinien der KVG im Stadtgebiet (Linien 1 bis 29). Ebenso fallen die Buslinien 11, 17 und 22 im Umland sowie die Fahrten auf den Straßenbahnstrecken nach Vellmar, Baunatal und durch das Lossetal aus.
Die Regiotrams sind nur zwischen dem Umland und Kassel Hauptbahnhof unterwegs. Nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) sollen die Regionalbuslinien ab Nummer 30 nach dem Ferienfahrplan verkehren. Auch die „Schaddel“-Fahrten sind nicht vom Warnstreik betroffen und finden regulär statt.
Im Stadtgebiet Kassel können die Fahrgäste auf einige regionale Buslinien ausweichen, die uneingeschränkt unterwegs sind, etwa die Linien 51 (Bahnhof Wilhelmshöhe – Baunatal), 52 (Martinhagen – Bahnhof Wilhelmshöhe – Sanderhausen), 100 (Bahnhof Wilhelmshöhe – Hauptbahnhof – Calden), 110 (Harleshausen – Innenstadt) und 500 (Bahnhof Wilhelmshöhe – Hauptbahnhof – Gudensberg).
Gießen
In Gießen gehen die Stadtwerke davon aus, dass der Streikaufruf keine Auswirkungen auf den Busverkehr haben wird. Denn der Aufruf schließe die bei dem Tochterunternehmen Mit.Bus angestellten Fahrer und Fahrerinnen nicht ein.
Marburg
Auch in Marburg rechnen die Stadtwerke nicht mit Auswirkungen. Die Stadtbusse werden regulär unterwegs sein, heißt es auf deren Internetseite: „Im Betrieb der Marburger Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) ist mit keinen größeren streikbedingten Auswirkungen zu rechnen.“
Streik endet am Dienstag
Ende des Warnstreiks ist voraussichtlich am Dienstag mit Beginn der Frühschicht. Ausfälle und Verspätungen sind aber auch danach noch möglich.
Arbeitsbedingungen im Fokus
Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft Verdi den Forderungen zum Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Nachdruck verleihen. Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi parallel in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen diesmal nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Am Donnerstag hatte die zweite Verhandlungsrunde in Hessen zwar ein Angebot der Arbeitgeber, aber kein Ergebnis gebracht.