Ob Dinosaurier, Geißbock, Fohlen oder Adler: Maskottchen sind in zahlreichen Bundesligastadien kaum mehr wegzudenken. In der Regel treten sie als Menschen in viel zu großen tierischen Kostümen auf und agieren als Animateure für junge Fans, als Einpeitscher und Jubel-Initiatoren für Fans allen Alters und als Kumpel der Spieler. Manche Bundesliga-Klubs werden aber auch von echten Tieren unterstützt, lebenden Maskottchen. Beim 1. FC Köln ist es Tradition, dass ein Geißbock an der Seitenlinie steht, bei Eintracht Frankfurt lässt man gerne einen Adler fliegen.
Doch wie stellt sich die Situation beim FC Augsburg dar? Hat der Klub aus der Fuggerstadt ein Maskottchen?
FC Augsburg hat eigene Tradition: So tritt der Kasperl als Fußball-Orakel auf
Der FC Augsburg kommt derzeit ohne offizielles Maskottchen aus, welches bei jedem Heimspiel für gute Laune und womöglich auch das berüchtigte Quäntchen Glück sorgen soll. Allerdings hat der Bundesligist andere Traditionen etabliert, die einem solchen recht nahekommen.
Eine wichtige Rolle spielt bei den FCA-Heimspielen der Kasperl aus der Augsburger Puppenkiste, der seinen Auftritt jeweils vor dem Anpfiff hat. Auf den Videowänden der WWK Arena ist der Kasperl dann in rund einminütigen Videos zu sehen, die der FCA im Nachgang auch online stellt, und sagt den Ausgang des anstehenden Spiels vorher. Ein einzigartiges Fußball-Orakel. Im Rahmen seiner Prognosen nimmt die Augsburger Kult-Figur kein Blatt vor den Mund und lehnt sich das ein oder andere Mal aus dem Fenster. Ein bisschen Witz darf auch nicht fehlen. Der Kasperl gibt sich also genau so, wie er von der Augsburger Puppenkiste beschrieben wird.
Zum Abschluss seines Auftritts tippt der Kasperl das Endergebnis des Spiels – und hat nicht selten noch einen flotten Spruch zu bieten. „Der Harry schießt heut‘ Kane Tor!“, prognostizierte er beispielsweise vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München am 2. Spieltag der Saison 2025/26. Damit lag er richtig, allerdings gewannen die Münchner mit 3:2, der Kasperl hatte auf einen 1:0-Sieg für den FCA getippt.
Die Gegner erhalten FCA-Marionetten
Die langjährige Kooperation des FC Augsburg mit der Augsburger Puppenkiste hat noch eine weitere Tradition hervorgebracht: die besonderen FCA-Marionetten. Vor jeder Partie überreicht der Kapitän der Fuggerstädter dem Kapitän der gegnerischen Mannschaft anstelle eines klassischen Wimpels eine Marionette. In jeder Saison gibt es für die Teams andere Marionetten aus dem Kosmos der Augsburger Puppenkiste.
In der Spielzeit 2025/26 handelt es sich um die Figur „Kater Mikesch“, wie der FCA auf seiner Website erklärt. Sie stammt aus einem Marionettenspiel der Augsburger Puppenkiste, die auf einem gleichnamigen Kinderbuch aus den 1930er Jahren basiert, das von dem Tschechen Josef Lada geschrieben wurde. Der höfliche und zuvorkommende Kater, der die menschliche Sprache erlernen möchte, ist äußerst beliebt, wie die Augsburger Puppenkiste schildert. Nach einem Missgeschick beschließt er jedoch, sein Zuhause zu verlassen, was viele Abenteuer zur Folge hat. Mit Abenteuern können sich einige FCA-Spieler wohl anfreunden, zu beliebt möchten sie bei ihren Gegnern aber sicher trotz des besonderen Geschenks nicht sein.
FCA-Maskottchen: Es war einmal ein Wiesel
Es gab eine Zeit, in der der FC Augsburg die eigene Maskottchenlosigkeit bekämpfen wollte – und zwar mit einem Wiesel. Das war 1987, rechtzeitig zum 80. Geburtstag des Klubs, wie unsere Redaktion zum 111. FCA-Jubiläum zurückblickte. Demnach dachte sich eine Werbeagentur das Maskottchen aus. Warum die Wahl auf ein Wiesel fiel, ist nicht überliefert. Klar ist: Lange hielt es sich nicht, schon kurz darauf ist in der FCA-Historie keinerlei Lebenszeichen des Wiesels mehr zu finden.
Der einzige Bundesligist ohne Maskottchen ist der FC Augsburg nicht. Auch der 1. FSV Mainz 05 verzichtet seit einiger Zeit auf ein offizielles Maskottchen.
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Lukas von Hoyer
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