Magath „nicht abgeneigt“ 

Werder Bremen: Fritz doppelt gefordert – Trainer und Transfer gesucht

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Nach der Trennung von Horst Steffen ist Werder Bremens Geschäftsführer Clemens Fritz an diesem Montag gleich doppelt gefordert. „Wir schauen in beide Richtungen: nach dem neuen Trainer und auf dem Transfermarkt“, sagte der Sportchef des Bundesligisten. Am Sonntag hatte der Klub nach zehn Spielen ohne Sieg seinen bisherigen Coach freigestellt.


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Steffen hatte sich bis zuletzt dafür stark gemacht, vor dem Ende der Transferfrist am heutigen Montagabend um 20 Uhr noch einen weiteren Abwehrspieler zu verpflichten. Fritz‘ Problem ist nun: „Der Markt ist herausfordernd. Es gibt keine Garantie, dass noch ein Neuzugang hier aufschlagen wird“, sagte der frühere Nationalspieler. „Wenn wir die Möglichkeit haben, die in unseren wirtschaftlichen Rahmen passt und die wir als Verstärkung für unseren Kader sehen, dann werden wir nochmal aktiv. Aber wir werden nichts machen, nur um irgendwas gemacht zu haben.“

Hinzu kommt: Die sportliche Führung mit Fritz und Profifußball-Leiter Peter Niemeyer kann einen möglichen Transfer nicht mit dem neuen Trainer abstimmen, weil der erst engagiert werden muss. Nach Informationen der „Deichstube“ werden intern mittlerweile zwei Favoriten diskutiert. Im Gespräch sind unter anderem die beiden Dänen Bo Svensson und Bo Henriksen, die den Bundesliga-Rivalen FSV Mainz 05 2022 und 2024 in jeweils noch viel schwierigerer Situation vor dem Abstieg gerettet haben. „Das Ziel ist ganz klar eine externe Lösung“, hatte Fritz am Wochenende bekräftigt und ergänzt: „Wir wissen, was wir brauchen. Wir wissen, was wir suchen.“

Werder Bremen: Magath bringt sich am Osterdeich ins Spiel

Ein alter Bekannter hat sich am Osterdeich derweil selbst ins Gespräch gebracht: Der langjährige Bundesliga-Coach Felix Magath, der mit Bayern München und dem VfL Wolfsburg zwar schon die deutsche Meisterschaft gewann, bei Werder aber schon einmal mitten im Abstiegskampf der Saison 1998/99 gehen musste. Wenngleich er damals in Bremen als unbeliebt galt, sagte der 72-jährige Magath bei „RTL“: „Da muss ein erfahrener Mann her, der die Situation kennt.“ Er selbst fühle sich „immer noch einigermaßen fit. Nicht mehr so, wie vor 40 Jahren, aber trotzdem glaube ich, dass ich noch klar im Kopf bin. Von daher bin ich nicht abgeneigt.“

Magath beruft sich bei seinem Comeback-Versuch auch auf Friedrich Merz: „Unser Kanzler sagt, dass wir mehr arbeiten sollen. Da stelle ich mich gern zur Verfügung und sage: ‚Ich möchte mehr arbeiten’“, meinte die Vereinslegende des Werder-Rivalen Hamburger SV. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich der Meinung bin, dass ich jedem Verein in der Bundesliga helfen kann.“ Zuletzt sprang Magath von März bis Mai 2022 noch einmal bei Hertha BSC als Trainer ein. Seit August 2025 ist er Sportvorstand seines Heimatvereins Viktoria Aschaffenburg in der Regionalliga Bayern.