Streit um Freihandelsabkommen
Onay zu Mercosur-Streit: „Das Signal ist wirklich fatal“
02.02.2026 – 10:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Oberbürgermeister Belit Onay (Archivbild): Die Hannover Messe „sollte Startschuss von Mercosur sein“. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa-bilder)
Oberbürgermeister Onay kritisiert die Entscheidung des EU-Parlaments zum Mercosur-Abkommen als „historischen Fehler“ – und erklärt, warum dieser auch die Stadt Hannover trifft.
Der Streit um den Mercosur-Deal trifft aus der Sicht von Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay die niedersächsische Landeshauptstadt hart. Besonders betroffen sei die Hannover Messe.
„Die weltgrößte Industrieschau mit Brasilien als Partnerland sollte der Startschuss für Mercosur sein“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wollten Mercosur mit Leben füllen.“
Onay bezeichnet die Entscheidung des Europäischen Parlaments zum Handelsabkommen zwischen der EU und vier südamerikanischen Ländern als „historischen Fehler“. „Das Signal ist wirklich fatal“, kritisierte der Oberbürgermeister.
Das Abkommen mit den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay wurde zu Jahresbeginn besiegelt. Es soll eine der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern schaffen. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. In Europa gibt es allerdings auch Kritik an dem Abkommen.
Mehrere deutsche Grünen-Abgeordnete im Europaparlament hatten dafür gestimmt, das Abkommen vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüfen zu lassen. Das sorgte für Gegenwind auch aus der eigenen Partei. Hätten sie dagegen gestimmt, wäre es nicht zur Überprüfung gekommen.
„Man lässt damit die weltpolitische Lage völlig außer Acht“, kritisierte Onay mit Blick auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.
Der Oberbürgermeister erklärte: „Die Stadt Hannover ist davon betroffen – wenn es etwa um die Lage der Automobilindustrie geht.“ Besonders für die lokale Wirtschaft sieht er Nachteile.
„Mercosur ist für uns eine Chance“, betonte er. Das gelte besonders für Autoindustrie und Zulieferer in Hannover und Niedersachsen. „Es ist eine Möglichkeit, einen völlig neuen Raum zu erschließen – und den Markt noch einmal ganz anders zu bespielen.“
Die Industriemesse im April soll nach Angaben der Veranstalter brasilianischen und europäischen Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten bieten. Sie soll zudem neue Märkte erschließen.
