Landkreis Karlsruhe, 02. Februar 2026 | Unbekannte Täter haben am vergangenen Mittwoch mehrere Menschen telefonisch kontaktiert und in zwei Fällen erfolgreich betrogen.
Gegen 14.30 Uhr erhielt ein 76-jähriger Mann aus Waghäusel-Kirrlach einen Anruf eines bislang unbekannten Täters, der sich als Polizeibeamter aus Mannheim ausgab. Der Anrufer erklärte, man sei einer Bande von Betrügern auf der Spur, die es auf die Goldmünzen des Geschädigten abgesehen habe. Eine angebliche Polizeibeamtin werde diese im Laufe des Tages begutachten.
Gegen 23.40 Uhr erschien schließlich eine bislang unbekannte Frau an der Wohnanschrift des Mannes in der Spessartstraße. Sie nannte ein zuvor telefonisch vereinbartes Passwort, um Zutritt zum Haus zu erhalten. Nachdem sie die bereitgelegten Wertgegenstände in Augenschein genommen hatte, nahm sie diese an sich und entfernte sich in Richtung Taunusstraße. Der entstandene Schaden liegt nach derzeitigen Erkenntnissen im unteren sechsstelligen Bereich.
Die Täterin soll etwa 160 Zentimeter groß sein, eine normale Statur haben und zwischen 28 und 33 Jahre alt sein. Zum Tatzeitpunkt trug sie mutmaßlich eine bis zur Hüfte reichende Jacke aus Lederimitat. Sie soll ein osteuropäisches Erscheinungsbild gehabt haben und gebrochen Deutsch gesprochen haben.
Auch in Östringen sowie in Berghausen gingen am selben Tag bei vier weiteren Haushalten betrügerische Anrufe ein. In drei Fällen gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus und erkundigten sich im Rahmen angeblicher Ermittlungen nach Vermögenswerten. Die Angerufenen erkannten die Betrugsmasche, beendeten die Gespräche und erstatteten Anzeige.
In einem weiteren Fall gaben sich die Täter als Bankmitarbeiter aus und täuschten einer 51-jährigen Frau vor, Unbekannte hätten Zugriff auf ihr Konto erlangt. Die angeblich unrechtmäßigen Überweisungen müsse sie über eine App am Computer stornieren. Tatsächlich gab die Frau dabei mehrere Echtzeitüberweisungen im Online-Banking frei. Nach Beendigung des Telefonats hatte sie keinen Zugriff mehr auf ihre Konten.
Die genaue Höhe des entstandenen Schadens ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.
Zeugenhinweis: Personen, die im Zusammenhang mit der Tat in Waghäusel-Kirrlach verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0721 666 5555 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.
Präventionshinweis der Polizei: Seien Sie misstrauisch bei Forderungen nach schnellen Entscheidungen sowie der Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und legen Sie auf. Wählen Sie im Zweifel die 110 und nutzen Sie nicht die Rückruftaste. Sprechen Sie nicht über Ihre finanziellen Verhältnisse und bringen Sie jeden Betrugsversuch zur Anzeige.
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