Abgleich mit Wetterprognose

Alte Bauernregel auf dem Prüfstand – stimmt sie in diesem Jahr?

02.02.2026 – 11:46 UhrLesedauer: 2 Min.

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Schneeglöckchen im Schnee (Symbolbild): Eine Bauernregel will anhand des Wetters zu Mariä Lichtmess eine Prognose für das Jahr erstellen. (Quelle: IMAGO/Wassilis Aswestopoulos)

t-online stellt eine Bauernregel auf den Prüfstand: Am Montag soll sich laut einer alten Weisheit entscheiden, wie der Spätwinter wird. Aber stimmt das mit der Realität überein?

An diesem Montag lässt sich in Aachen eine jahrhundertealte Bauernregel auf ihre Gültigkeit überprüfen: Eine der traditionellen Bauernregeln zu dem katholischen Mariä Lichtmess besagt nämlich: „Scheint zu Lichtmess die Sonne klar, gibt’s Spätfrost und ein fruchtbar Jahr.“

Doch am Montag gibt es in Aachen nur geringe Chancen auf klaren Sonnenschein. Für die Stadt ist ein überwiegend bewölkter Tag angekündigt, mit Höchstwerten um die 6 Grad, vereinzelt leichtem Regen und mäßigem Wind. Von strahlender Sonne ist nicht auszugehen. Das würde laut der alten Bauernregel bedeuten, dass es keinen Spätfrost und somit auch kein fruchtbares Jahr gibt.

Aber die folgenden Tage zeigen sich wechselhaft: Am Dienstag bleibt es mit rund 5 Grad kühl, dazu kommen gelegentliche Schauer. Am Mittwoch steigt die Temperatur dann spürbar an. Bis zu 11 Grad und einzelne Sonnenstunden sind möglich.

Der Donnerstag zeigt sich wieder trüber. Es bleibt wechselnd bewölkt bei Temperaturen um 6 Grad, vereinzelt fällt Regen. Ähnliche Bedingungen zeichnen sich auch bis zum Ende der Woche ab.

In der zweiten Februarwoche ab dem 10. Februar wird es aber, glaubt man den Langzeitprognosen von „wetter.com“, nochmal frostig in der Region: Die Temperaturen sinken am Dienstag und Mittwoch tagsüber auf 3 Grad. Nachts wird es -2 bis -3 Grad – gefühlt sogar -5 bis -7 Grad. Demnach wäre die alte Bauenregel durch den entstehenden Bodenfrost widerlegt.

Mariä Lichtmess am 2. Februar markiert 40 Tage nach Weihnachten den Abschluss der weihnachtlichen Festzeit. Im Mittelpunkt des Festes, das in der katholischen Kirche heute nur noch von wenigen Gemeinden in Deutschland gefeiert wird, stehen traditionell die Kerzenweihe und Lichterprozessionen. Die geweihten Kerzen sollten Schutz vor Krankheiten, Seuchen und Gewittern bieten.

Für die bäuerliche Bevölkerung hatte der Tag früher eine besondere Bedeutung. Nach der Winterpause begann die Feldarbeit. Zudem galt Lichtmess als wichtiger Stichtag im Arbeitsleben, an dem Knechte und Mägde häufig den Dienstherren wechselten. Entsprechend aufmerksam beobachteten Bauern das Wetter, um Rückschlüsse auf die kommende Wachstumsperiode zu ziehen.

Bauernregeln beruhen auf jahrhundertelangen Wetterbeobachtungen. Während viele eher folkloristischen Charakter haben, besitzen einige einen statistisch nachweisbaren Kern. Die Lichtmess-Regel zählt dazu: Meteorologen konnten laut „wetter.de“ zeigen, dass sonniges Wetter Anfang Februar in zwei von drei Fällen mit überdurchschnittlich vielen Frosttagen im Spätwinter zusammenhängt.

Da Mariä Lichtmess in Aachen in diesem Jahr jedoch grau und trüb ausfällt, würde die Bauernregel eher für einen milderen Spätwinter sprechen. Die derzeit prognostizierten kühleren Temperaturen in der zweiten Februarwoche stehen dem allerdings entgegen. Wetterprognosen über mehrere Tage hinaus gelten jedoch als unsicher. Änderungen sind möglich.