Nach dem Brand eines Mannschaftsbusses des Fußballklubs Hallescher FC am Mainufer wird von Brandstiftung als Ursache ausgegangen. Das hat die Polizei nach ersten Ermittlungen mitgeteilt. Der Reisebus, dank Vereinswappen und Schriftzügen als Fahrzeug des Klubs erkennbar, brannte in der Nacht zum Sonntag nahezu vollständig aus. Der Schaden soll sich laut Polizei im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegen. Personen befanden sich nicht im Bus.
Mit dem Bus wurden am Samstag die A-Junioren des Klubs nach Frankfurt gefahren, wo sie am Nachmittag ein Testspiel gegen die Altersgenossen von der Frankfurter Eintracht mit 1:0 gewannen. Nach einer Übernachtung wollten sie am Sonntag die Heimreise antreten.
Die Ermittler vermuten, dass der Bus kurz vor zwei Uhr nachts in Brand gesetzt wurde. Ein Zeuge habe in diesem Zeitraum zwei vermummte Personen vom Tatort wegrennen sehen. Von den Personen ist lediglich bekannt, dass eine der beiden eine stämmige Statur hatte, die weitere Person wurde als schlank beschrieben. Die Polizei bittet um weitere Zeugenangaben.
Halle warnt vor Revanchegelüsten
Der Hallesche FC sprach schon am Sonntag in einer ersten Reaktion von einem „Angriff auf den HFC-Mannschaftsbus“. Damit befeuerte der Klub Spekulationen in Fankreisen, in denen von einer gezielten Aktion von Fans anderer Vereine die Rede war. Der Verein gab am Montag an, dass die äußeren Umstände der Tat diesen Verdacht nahelegen würden. Unabhängig davon wolle der Hallesche FC sich nicht an Spekulationen über mögliche Täter oder Motive beteiligen und vertraue auf die Arbeit der Polizei.
Zudem mahnte der Klub besonnene Reaktionen auch seiner Fanszene an. „Gleichwohl ist uns wichtig zu betonen, dass Rache- oder Revanchegelüste hier fehl am Platz sind, weil so etwas nur zu einer weiteren Eskalation führt“, schreibt der Verein. Weitere Erkenntnisse sind nach Polizeiangaben erst in der kommenden Woche zu erwarten.