Katy Karrenbauer, wie kam es nach 16 Jahren zu der Neuauflage Ihres Buchs „Das Leben ist kein Fischfurz“? Was haben Sie da überarbeitet?
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Das war sehr lustig: Herr Bader vom Novum Verlag meldete sich bei mir und fragte, ob wir das Buch nicht neu auflegen wollen. Sofort kam mir in den Sinn, dass ich es kürzen, überarbeiten und auch die etwas unschöneren Geschichten herausnehmen könnte. Also legte ich los, las mein Buch aufmerksam und begann, eine Strichfassung zu erarbeiten. Schnell aber merkte ich, dass sich alle Geschichten aus den vorhergegangenen ergeben, so wie sich das Leben eben ergibt. Auch unschöne Erlebnisse gehören dazu. Daher fragte ich, ob wir das Buch nicht doch in seiner Gänze belassen könnten – und Herr Bader stimmte zu. Ich habe nur ein kleines Vor-Vorwort vor das Vorwort gesetzt. Das ist halt mein Humor.
Kam ein zweiter Teil denn nicht infrage? Es ist ja nicht so, dass Sie nicht schreiben könnten.
Oh doch, ja, Geschichten gibt es genug und es wird auch einen „Fischfurz Vol. 2“ geben. Allerdings nehmen viele Menschen dafür gar keine Bücher mehr in die Hand, sondern lesen am Tablet. Ich selbst bin aber ein haptischer Mensch, ich habe gern Seiten zum Umblättern. Das ist nur im Urlaub ein Problem, da das Reisegepäck dann doch etwas schwerer wird.
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TV-Star geht ihr Leben optimistisch und freudig an
Sie zeigen, dass Stärke oft aus Brüchen entsteht. Welche Bruchstelle hat Sie im Nachhinein am meisten geprägt – und auf welche hätten Sie auch verzichten können?
Mein Leben ist so verlaufen, wie es ist. Soll ich wirklich ständig zurückschauen und mich grämen, dass ich falsche Entscheidungen getroffen habe? Das möchte ich nicht. Das Leben ist hier und jetzt und ich kann täglich neu entscheiden, wie es weiter verlaufen kann, indem ich es optimistisch und freudig angehe. Ja, ich bin auf einigen Umwegen gelaufen und habe die richtigen Wege gesucht. Aber auch Umwege sind Wege, und meist führen sie ebenfalls an ein Ziel.
Mit dem Buch sind Sie schon länger unterwegs: Welche Reaktion, welches Feedback darauf, hat Sie bisher am meisten überrascht?
Die Menschen, die zu meinen Lesungen kommen, lieben meine Geschichten, denn sie sind ja alle wahr und genau so passiert. Wir lachen viel und haben gemeinsam Spaß. Darum geht’s. Ich möchte mit den Menschen einen guten Abend verbringen, und ich überrasche mein Publikum auch oft. Wie ich das mache, verrate ich hier aber nicht. Sonst ist es ja keine Überraschung mehr.
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Das sind die „Erleben & Erlesen“-Stars in 2026
Katy Karrenbauer bildet am 9. Februar den Auftakt für die diesjährige Talk- und Lesereihe im Skylight am Hannover Airport. Los geht es um 19 Uhr, Einlass ist eine halbe Stunde früher. Karten kosten 36,75 Euro und sind etwa in den Ticketshops von HAZ und NP (Lange Laube 10/Theater am Aegi) sowie online erhältlich. Außerdem haben sich in diesem Jahr noch angekündigt: US-Schauspieler Thomas Ian Nicholas (54, „American Pie“) am 2. März, „Game of Thrones-Star Tom Wlaschiha (52), der am 13. April aus „Der talentierte Mr. Ripley“ liest, am 11. Mai spricht Schauspielerin Tina Ruland (59) anlässlich von 35 Jahre „Manta Manta“ über den Kultstatus des Films, am 15. Juni kommt Hans-Werner Meyer (61) alias Kriminaloberkommissar Oliver Radek in der ZDF-Krimiserie „Letzte Spur Berlin“, am 7. September liest Reiner Schöne (84) aus seinem Buch „Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin“, Radost Bokel (50) lässt am 5. Oktober die Herzen aller „Momo“-Fans höher schlagen und am 21. Dezember folgt zum Jahresabschluss eine weihnachtliche Lesung mit Sky du Mont (78). Weitere Infos unter www.hannover-airport.de.
Mein Vater war an Demenz erkrankt und ich habe jahrelang seine Höhen und Tiefen nahezu täglich miterlebt.
Katy Karrenbauer
Nach der Lesung am Airport bleiben Sie noch in der Stadt: Sie sind Gast bei der Pflegefachmesse Pro Care. Warum?
Ich bin dem bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste, d. Red.) sehr verbunden und besuche die Pflegemessen jetzt schon seit Jahren. Dort verleihen wir den Zukunft Award und zeichnen besondere und innovative Unternehmen im Pflegebereich aus. Pflege ist ein wichtiges Thema, das uns alle angeht. Ich habe ja sechseinhalb Jahre meinen Vater gepflegt und betreut. Daher weiß ich genau, wie schwer es für Angehörige ist, einen geliebten Menschen in einer Einrichtung belassen zu müssen. Auch darüber habe ich ein Buch geschrieben. Mein Vater war an Demenz erkrankt und ich habe jahrelang seine Höhen und Tiefen nahezu täglich miterlebt. „Ich wollte einen Hund, jetzt hab ich einen Vater“ ist unsere Geschichte und soll allen als Mutmacher dienen, die sich in einer solchen Situation sehr allein gelassen fühlen. Aber sie sind nicht allein, da immer mehr Menschen an Demenz erkranken – und der Mensch durch moderne Medizin immer älter wird.
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Welche Erfahrung hat Sie während der Pflegezeit Ihres Vaters geprägt?
Jede einzelne. Vor allem habe ich erfahren dürfen, dass mein Einsatz und alles, was ich bereit war, zu geben, ihm ein schöneres und längeres Leben in Würde ermöglichten – bis zum allerletzten Atemzug. Ich möchte keine Sekunde missen, auch wenn unser Weg nicht leicht war. Aber leicht kann ja jeder.
Wie stellen Sie sich Altwerden idealerweise vor?
Wenn ich träumen dürfte, bliebe ich gern gesund und aktiv, dabei kann aber ich zumindest mithelfen, so gut es möglich ist. Ich habe im vorletzten Jahr zu spüren bekommen, wie sich das Älterwerden bereits auch auf meinen Körper ausgewirkt hat. Am liebsten hätte ich mit Freunden zusammen ein WG-Häuschen mit Blick aufs Meer und würde dann an einem sonnigen Plätzchen in die Weite schauen, gemeinsam kochen, lachen und Geschichten erzählen.
Zum Schluss: Was verbindet Sie mit Hannover?
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Bisher eigentlich so gut wie nichts, außer die Messe. Aber jetzt freue ich mich auf meine „Erleben & Erlesen“-Lesung am Flughafen. Und wenn das für alle ein gelungener Abend wird, dann verbindet mich auch das mit Hannover. (lacht)
NP