Für viele Pendler in Hamburg ist der heutige Tag angesichts des 24-stündigen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr eine besondere Herausforderung. Nach unserem Kenntnisstand seien bisher keine Busse von den Höfen gefahren, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. „Alles steht.“ Ähnlich sehe es bei den U-Bahnen aus. Man sei sehr zufrieden, wie der Warnstreik angelaufen sei. 

Die Hamburger Hochbahn hatte bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass wegen des Warnstreiks voraussichtlich keine U-Bahnen fahren und die meisten Busse in den Depots bleiben. Ähnlich sieht es bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) aus. Von dem 24-stündigen Warnstreik nicht betroffen sind den Angaben zufolge die S-Bahn und die Hadag-Fähren.

Warnstreik für mehr Geld – „Auch wir müssen Miete bezahlen“

„Heute soll der Betrieb stillstehen“, sagte ein Busfahrer der Hochbahn. Man streike für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. „Auch wir müssen Mieten bezahlen, auch wir müssen unsere Kinder ernähren. Und das ist in der Stadt Hamburg alles nicht mehr so leicht.“

Verdi fordert für die Hochbahn-Beschäftigten unter anderem eine Lohnsteigerung von 7,5 Prozent in Verbindung mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen, die Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 7,5 Prozent und die Einführung eines Mietkostenzuschusses in Höhe von 200 Euro pro Monat für Auszubildende. Bei der ersten Verhandlungsrunde am Freitag legten die Hochbahn-Arbeitgeber laut Verdi kein Angebot vor. Daneben wird derzeit bei der VHH ein neuer Manteltarifvertrag ausgehandelt.

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Streikbeteiligung bei der Hochbahn liegt bei 70 bis 80 Prozent

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat die Hamburgerinnen und Hamburger kalt erwischt – bei Minus-Temperaturen im wahrsten Wortsinn. Die Streikbeteiligung lag im Busverkehr nach Angaben der Hochbahn am Morgen zwischen 70 und 80 Prozent, bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) sogar bei bis 95 Prozent.

„Die meisten Busse sind in den Depots geblieben“, sagte eine VHH-Sprecherin. Der U-Bahn-Verkehr konnte laut Hochbahn gar nicht aufgenommen werden. 

Lediglich zwei Metrobus-Linien der Hochbahn fuhren den Angaben zufolge im 20-Minuten-Takt. Viele andere konnten nicht bedient werden – auch wenn es zu einzelnen Fahrten komme, wie eine Sprecherin sagte. Für die Fahrgäste könne aber kein verlässliches Angebot gemacht werden. „Wir wollen die Menschen doch nicht in die Kälte schicken.“

Der Schulbusbetrieb konnte laut der VHH-Sprecherin aber, „mit den Kollegen, die noch fahren wollten“, aufrechterhalten werden. dpa

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Kundgebung in der Harburger Innenstadt

Verdi zeigte sich mit dem 24-stündigen Ausstand zufrieden. „Alles steht“, sagte ein Sprecher. Am Vormittag versammelten sich seinen Angaben zufolge bis zu 150 Beschäftigte auf dem Busbetriebshof der Hochbahn in Harburg. Von dort aus führte ein Demonstrationszug bis zum Harburger Rathausplatz, wo eine gemeinsame Streikkundgebung der Beschäftigten von Hochbahn, VHH und aus dem öffentlichen Dienst der Länder stattfand.  Laut Verdi versammelten sich dazu gut 400 Teilnehmer. Die Polizei gab die Zahl mit 300 an. dpa

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Warnstreik auch in den vier kreisfreien Städten im Norden

Auch in Schleswig-Holstein sorgt der Warnstreik für Probleme: Pendler in Kiel, Lübeck und Neumünster müssen sich heute nach einer Alternative zum Stadtbus umsehen. Von der ganztägigen Protestaktion sind bis Betriebsschluss die Busse der KVG in Kiel, der Stadtwerke Lübeck Mobil, des SWN Stadtverkehrs in Neumünster und des Unternehmens Aktiv Bus in Flensburg betroffen. Gewerkschaft und Arbeitgeberverband rechneten im Vorfeld damit, dass die Busverkehre in den vier kreisfreien Städten zum Erliegen kommen. 

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Eine Beobachtung aus dem Hamburger Süden: In Marmstorf sind keine Busse zu sehen, stattdessen gähnend leere Haltestellen. Aber auf den Straßen ist dennoch enorm viel los. Anscheinend sind viele auf das Auto umgestiegen, um ihr Ziel zu erreichen. Martin Kopp

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Marktstände im Mercado öffnen später

Der Warnstreik zeigt weitere Auswirkungen. So haben Stände in der Markthalle im Mercado später als sonst geöffnet, die Verkäuferin am Falafel-Stand war um kurz vor halb 11 noch hektisch bei den Vorbereitungen: „Wir sind alle viel später hier angekommen, weil die Bahnen und Busse nicht fuhren“, sagt sie entschuldigend. Auch der Kumpir-Stand nebenan, der um die Zeit sonst schon heiße Kartoffeln anbietet, hatte noch keinen Außer-Haus-Verkauf geöffnet. Maike Schiller

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Was Arbeitnehmer und Schüler beachten müssen

Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich im Betrieb anzukommen, sie tragen das sogenannte „Wegerisiko“. Das gilt bei Streik genauso wie etwa bei Schnee und Glätte. Heißt: Auch wenn Busse und Bahnen nicht fahren, dürfen Angestellte nicht einfach zu spät kommen. Darauf macht Volker Görzel vom Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte aufmerksam.

Fällt der Schulbus aus, gilt das auch nicht als Ausrede, dass das Kind nicht in der Schule erscheint. „Der Streik im Nahverkehr ändert nichts an der Schulpflicht“, sagt Wilhelm Achelpöhler, Anwalt für Verwaltungsrecht. Eltern müssen also im Falle eines Streiks nicht nur überlegen, wie sie selbst pünktlich zur Arbeit kommen, sondern auch eine Lösung finden, damit der Nachwuchs rechtzeitig in der Schule erscheint. 

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In der HVV-App findet man in der Fahrplanauskunft auch Alternativstrecken, auf denen man in der Stadt an sein Ziel kommt, mit S-Bahn und Busverbindungen. Facebook

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Hochbahn baut unregelmäßigen Notbetrieb auf mehreren Linien aufWie die Hochbahn in der HVV-App mitteilt, wird aktuell auf den Linien 4, 5, 6, 7, 9, 13, 23, 24, 25, 26, 150 und 250 ein unregelmäßiger Notbetrieb aufgebaut.

Auf den Linien 16, 43 und 191 findet ein ausgedünnter Betrieb statt, da großteils nur die durch die Fremdunternehmen bedienten Fahrten geleistet werden.

Auf den Linien 155, 114, 161, 561 und 180 findet ein weitestgehend planmäßiger Betrieb statt, da diese Linien fast ausschließlich durch Fremdunternehmen geleistet werden. 

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Johanna Köhler hatte auf den Notbetrieb gehofft

Johanna Köhler bemerkt den Streik so richtig erst an der U3-Station Hoheluftbrücke. „Ich hatte zwar davon gehört, aber irgendwie darauf gesetzt, dass es einen Notbetrieb gibt“, so die selbstständige Unternehmerin. Zumal sie von einem Bus der Linie U5 nach Hoheluft gebracht wurde. Auf den hatte sie recht lange gewartet – „wie lange genau, kann ich gar nicht sagen, denn die Anzeige sprang erst von 10 auf 15 Minuten und war nicht wirklich zuverlässig“. Nun werde sie ein Miles-Auto nehmen oder zu Fuß gehen, um zu ihrem Büro in die Schanze zu kommen. Friederike Ulrich

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Verkehrslage auf den Straßen beruhigt sich langsam wieder

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in Hamburg sorgte am Morgen für deutlich mehr Autoverkehr auf Hamburgs Straßen. Das bestätigte ein Sprecher der Verkehrsleitzentrale gegenüber dem Abendblatt. Vor allem auf den Einfallstraßen in die Stadt, auf der A25 sowie der B5 seien heute Morgen wesentlich mehr Autofahrer unterwegs gewesen, als an einem regulären Montag üblich. Auch an den Brennpunkten in der Stadt – wie etwa an der Baustelle auf der Kollaustraße, der Kieler Straße sowie der Torstraße mussten Berufspendler heute mehr Zeit einplanen, sagt der Sprecher. „Die Spitzenzeiten haben wir hinter uns“, kann er jedoch beruhigen. Die Lage entspanne sich derzeit bereits, der Verkehr fließe nun wieder flüssiger in und um die Stadt. 

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Der Weg von der Uhlenhorst zur Abendblatt-Redaktion in der City

Auch aus dem U-Bahnloch auf der Uhlenhorst hat die HVV-App einen Vorschlag, wie man in die Innenstadt kommen kann, zur Abendblatt-Redaktion in der City, man  muss allerdings auch bei Minusgraden gut zu Fuß sein: Erst 37 Minuten laufen bis zur S-Bahn-Haltestelle Landwehr, nach der Zugfahrt nochmal 14 Minuten zu Fuß ins Büro. Gesamtzeit: eine Stunde. Insa Gall

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