Fragen & Antworten

Standdatum: 2. Februar 2026.

Autorinnen und Autoren:
Sven Weingärtner

Ein Elektroauto ist an eine Ladestation in der Bordsteinkante eines Geweges angeschlossen

Die Stadt Bremen hat bereits ein Bewerberverfahren für öffentliche Ladepunkte gestartet. (Symbolfoto)

Bild: dpa | Ulrich Baumgarten

In Bremen wollte ein Hausbesitzer so eine Ladestation vor seinem Reihenhaus installieren — die zuständige Behörde hat das aber abgelehnt.

Worum geht es in dem konkreten Fall?

Ein Reihenhausbesitzer in Arsten wollte eine öffentliche Ladestation für Elektroautos installieren. Weil eine Wallbox direkt am Haus nicht infrage kam, kam er auf die Idee eines Ladebordsteines, das ist im Prinzip eine Bordsteinkante mit einer Steckdose. Die gibt es beispielsweise schon in Köln, Düsseldorf, Dortmund und in anderen Städten. Die Erfahrungen sind überwiegend positiv. Der Anwohner aus Arsten wollte so etwas vor seinem Reihenhaus einbauen — an einer öffentlichen Parkbucht und für alle E-Autofahrer zugänglich. Das Amt für Straßen und Verkehr in Bremen hat seinen Antrag allerdings abgelehnt.

Wie muss man sich so einen Ladebordstein denn vorstellen?

Das ist ein Metallkasten, so lang und so breit wie ein normaler Standard-Bordstein. In diesem Kasten ist die entsprechende Technik verbaut, sodass man als Autofahrer sein E-Auto anschließen und den Akku laden kann. Laut Hersteller sind diese besonderen Bordsteine wetterfest und sogar beheizbar, damit die Klappe über der Ladebuchse nicht zufriert.

Wie kam der Arstener denn überhaupt auf die Idee, diese Technik installieren zu wollen?

Alexander Bruns ist überzeugt, dass Elektroautos Zukunft haben. Er hat zwar aktuell selbst keins, wollte aber die Wallbox schon mal anschaffen. Laut Bruns gibt es einen Anbieter aus Bremen, der solche Bordsteine installieren könnte. Weil er auch noch eine Solaranlage auf dem Dach hat, den Strom daraus aber kaum nutzt, wollte er diese an den Ladebordstein anschließen. Die Idee: So könnte er seinen überschüssigen Solarstrom verkaufen und damit die Kosten für den Bordstein wieder reinholen.

Das klingt erst mal alles ziemlich vernünftig. Warum sagt die Bremer Behörde trotzdem nein?

Bremen hat sich ein Verfahren ausgedacht und das läuft jetzt gerade: Die Stadt wurde in 70 Gebiete aufgeteilt — und darauf können sich Betreiber von Ladepunkten bewerben. Die Gebiete werden dann unter den Anbietern verlost und dann dürfen die, die gewonnen haben, in diesen Bereichen Ladepunkte bauen. Ob sie dann so einen Ladebordstein nehmen oder die klassische Ladesäule, das bleibt ihnen überlassen. Dass eine Privatperson das selbst machen will, das passt nicht ins Konzept. Dahinter steckt auch die Befürchtung, dass irgendein Anbieter, der in dem Losverfahren verloren hat, klagen könnte und dann sagt: Wenn der darf, müssen wir aber auch dürfen!

Und wie geht es in der Sache weiter?

In den kommenden Monaten soll es einen neuen Stand zu dem Verfahren der Stadt geben. Und Alexander Bruns will noch nicht aufgeben. Er versuche eine Lösung zu finden, von der alle profitieren können, sagt er. Um das durchzusetzen, hat er jetzt auch eine Online-Petition gestartet, um mindestens 500 Stimmen zu sammeln. Er hofft, dass die aktuell etwas mehr als 1.400 öffentlichen Ladepunkte in Bremen und Bremerhaven künftig auch durch Ladebordsteine ergänzt werden.

Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
Bremen Zwei, Der Vormittag, 2. Februar 2026, 12:38 Uhr