Viele Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dürften sich noch an das Frühjahr 2025 erinnern, als über Wochen immer wieder Streiks die Busse und Bahnen in der Stadt zum Stillstand brachten. Mit dem Arbeitskampf am Montag gab es nun den ersten Streik in den aktuellen Tarifverhandlungen, in denen nicht, wie im vergangenen Jahr, über das Gehalt gesprochen wird, sondern über die Arbeitsbedingungen bei der BVG. Die Frage, die sich jetzt stellt: War dieser Streik nur der Auftakt für eine erneute Serie?

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Newsletter Illustration

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der
Werbevereinbarung
zu.

Zunächst die gute Nachricht: Wie Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt der Berliner Morgenpost sagte, seien zunächst, vor der nächsten Verhandlungsrunde am 18. Februar, keine weiteren Streiks geplant. Allerdings schränkte Canyurt ein: „Auszuschließen ist tatsächlich auch nichts.“ Mit Blick auf die kommenden gut zwei Wochen bis zur nächsten Runde, sagte er, es gebe die Möglichkeit, dass die BVG auf die Gewerkschaft zukomme, um Gespräche zu führen oder sogar schon früher zu verhandeln. „Die Signale können täglich kommen“, so der Verdi-Vertreter.

Verdi-Verhandlungsführer: „So darf es nicht weitergehen“

Die BVG hatte den Streik am Montag als „unverhältnismäßige Eskalation in den gerade erst begonnenen Tarifverhandlungen“ verurteilt. Canyurt entgegnete, dass viele Kolleginnen und Kollegen gesagt hätten, dass sie eigentlich nicht streiken wollen, der Arbeitgeber sie aber dazu gebracht habe, so zu agieren. Die Kritik von Verdi: In den beiden Verhandlungsrunden, die schon stattgefunden haben, habe die BVG sich nicht zu Inhalten geäußert. „Das müssen sie jetzt tun“, sagte Canyurt mit Blick auf das nächste Treffen. Man habe vergangene Woche mehrere Stunden zusammengesessen, ohne voranzukommen. „So darf es nicht weitergehen“, so der Verhandlungsführer.

Verdi

Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt drängt darauf, dass sich die BVG zu den Forderungen der Gewerkschaft äußert.
© Helge Denker/BM | Helge Denker

Verdi hat dabei eine Liste an Forderungen vorgelegt, darunter mehr Urlaubstage, mehr Urlaubsgeld oder eine Begrenzung der Schichtlänge auf 12 Stunden. Die BVG spricht von insgesamt 17 Punkten und bemängelt, dass die Gewerkschaft bislang nicht benannt habe, was ihr am wichtigsten ist. Verdi reagiert darauf mit einem erneuten Verweis auf die fehlende Einschätzung durch die BVG. Die Tarifkommission tue sich mit einer Priorisierung schwer, solange der Arbeitgeber sich nicht dazu äußere, was aus seiner Sicht vorstellbar ist und was nicht, sagte Canyurt. Gleichzeitig gehe es aus Sicht der Gewerkschaft darum, Verschlechterungen für Beschäftigte zu verhindern, die drohen könnten, etwa beim Krankengeldzuschuss oder durch Veränderungen bei den Arbeitszeitkonten.