Der ganztägige Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr wird noch sechs Stunden dauern. Es deuten sich unterschiedliche Folgen an. Während Brandenburg einen reibungslosen Neustart erwartet, könnte Berlin am Dienstag mit zusätzlichen Ausfällen rechnen.

In Brandenburg sollen Busse und Bahnen nach dem Streikende um 3.00 Uhr wieder planmäßig fahren. Betroffen waren 16 kreisfreie Städte und Landkreise. Uwe Loeschmann, Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs Potsdam, erwartet einen reibungsfreien Start. Lediglich in Cottbus rechnet der Verkehrsbetrieb mit einzelnen Einschränkungen, aber begrenzt auf die frühen Morgenstunden direkt nach Streikende.

Anders die Lage in Berlin: Die Experten befürchten, dass die Oberleitungen der Straßenbahn während des Streiks erneut vereist sind. Wie viele Linien betroffen sein könnten, ist derzeit nicht abschätzbar. Auch die freiliegenden Bereiche der U-Bahn könnten betroffen sein.

Stauchaos in Berlin blieb aus

Der Warnstreik führte am Montagvormittag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Nach Auswertungen des Verkehrsdatenspezialisten TomTom verdreifachte sich der Staulevel in München auf 146 Prozent. Frankfurt erreichte 128 Prozent, Hamburg 116 Prozent. In Berlin fiel der Anstieg mit zwölf Prozentpunkten über dem Jahresschnitt deutlich geringer aus. Offenbar wechselten viele Pendler ins Homeoffice oder nutzten die nicht bestreikte S-Bahn.

Zeichen stehen weiter auf Tarifkonflikt

Die Zeichen stehen auf Konflikt: Am 18. Februar treffen Verdi und die Arbeitgeberseite zur nächsten Verhandlungsrunde zusammen. Die Gewerkschaft fordert kürzere Wochenarbeitszeiten und bessere Regelungen für Schichtarbeit. Alleine die BVG beziffert die Kosten aller Verdi-Forderungen auf 148 Millionen Euro jährlich und weist diese zurück. Stattdessen verlangt der Arbeitgeber Kompensationen, etwa durch Kürzungen beim Krankengeldzuschuss. Weitere Warnstreiks gelten entsprechend als wahrscheinlich.