
Wer lacht zuletzt im Dschungelcamp 2026?Bild: RTL
Dschungelcamp
Gil Ofarim schweigt weiter beharrlich im Dschungelcamp, was seinen Verleumdungsprozess aus dem Jahr 2023 betrifft. Wer ihn dafür kritisiert, muss allerdings ebenfalls vorsichtig sein.
02.02.2026, 15:1602.02.2026, 15:16

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Nach einer Woche ist festzuhalten: Gil Ofarim überrascht viele im Dschungelcamp. Über seinen Gerichtsprozess spricht er nicht, da er eine Unterlassungserklärung abgegeben hat, und viele sahen darin schon seinen Genickbruch in der Show. Momentan aber dreht sich der Wind, denn im Konflikt mit Ariel stellen sich viele Fans der Sendung hinter den Musiker.
Das Reality-Sternchen geht den 43-Jährigen täglich an und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Unter anderem bezeichnete Ariel ihren Konkurrenten in der Sendung bereits als „Verbrecher“, obwohl er nach rechtlicher Bewertung nicht vorbestraft ist.
Damit stellt sich die Frage: Könnten ihr nach dem „IBES“-Finale noch Konsequenzen drohen, wenn Gil Ofarim es darauf anlegt?
Dschungelcamp: problematische Aussagen von Ariel gegen Gil
Am Ende des Gerichtsprozesses 2023 legte Gil Ofarim ein Geständnis ab und entschuldigte sich: Die Vorwürfe, ein Hotelmitarbeiter habe ihn antisemitisch behandelt, waren unwahr. Das Verfahren wurde unter einer Geldauflage von insgesamt 10.000 Euro eingestellt.
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Wenn Ariel ihn also im Dschungelcamp einen „Verbrecher“ nennt, ist das nach rechtlichen Maßstäben schlicht falsch. Denn als vorbestraft gilt nur, wer rechtskräftig verurteilt wurde und eine entsprechende Eintragung im Bundeszentralregister erhalten hat.
Nicht ohne Grund teilte Gil Ofarims Anwalt Alexander Stevens bereits eine Warnung auf Instagram:
„Wer Gil Ofarim als ‚Verbrecher‘ betitelt, muss aufpassen, sich nicht selbst wegen einer solch falschen Tatsachen-Behauptung strafbar zu machen.“
Doch was bedeutet das genau? Was könnte Ariel im schlimmsten Fall blühen, wenn die Show vorbei ist?
Mögliches Verfahren nach „IBES“: Ariel darf hoffen
Auf Anfrage von watson gibt Medienanwalt Christian Solmecke, Partner der Kölner Kanzlei WBS.Legal, zu bedenken, dass die Situation ein wenig komplexer ist, als es bei Alexander Stevens zunächst anklingt.

Christian Solmecke bewertet das Risiko für Ariel.Bild: Tim Hufnagl
Demnach sei Ofarim zwar juristisch betrachtet kein Verbrecher – „allerdings urteilen Gerichte hier oft lebensnah und berücksichtigen, dass der ’normale Mensch‘ diese juristische Feinheit zwischen Verbrechen und Vergehen gar nicht kennt“.
So werde die Bezeichnung „Verbrecher“ im umgangssprachlichen Gebrauch oft schlicht als Synonym für jemanden verwendet, der etwas Unrechtes getan hat. „In diesem Kontext könnte ein Gericht die Äußerung von Ariel daher auch als zulässige Meinungsäußerung werten“, sagt Solmecke.
Entscheidend sei der Kontext, in dem das Wort fiel. Das Publikum kenne die Vorwürfe gegen Ofarim (Verleumdung und falsche Verdächtigung) und verknüpfe das automatisch mit dem bekannten Sachverhalt rund um den Hotel-Vorfall. Der Zuschauer oder die Zuschauerin „denkt nicht, Ofarim sei ein Bankräuber oder Mörder, sondern ordnet das Wort als moralische Bewertung seines Fehlverhaltens ein“.
Hinzukommt: „Da Ofarim die Lüge vor Gericht gestanden hat, fehlt ihm hier ein Stück weit die Schutzwürdigkeit, um sich gegen diese umgangssprachliche Zuspitzung zu wehren.“
Zwingend ist eine solche Interpretation zugunsten Ariels durch das Gericht aber nicht, meint Christian Solmecke: „Das Kostenrisiko bleibt für Ariel dennoch bestehen, da der Ausgang eines solchen Verfahrens aufgrund der genannten Abwägung offen ist.“
Was müsste Ariel zahlen?
Der Streitwert für solche TV-Äußerungen liege oft zwischen 20.000 und 50.000 Euro, die reinen Anwaltskosten für eine Abmahnung würden sich zwischen circa 1200 und 1800 Euro belaufen. Dies blüht Ariel, wenn es hart auf hart für sie kommt.
Dass Ariel zahlen müsste, ist aber keinesfalls sicher. „Es kommt sehr darauf an, ob der Richter den Wortlaut oder den Kontext stärker gewichtet“, fasst Solmecke die Situation zusammen. Würde Ofarim aufgrund der Dschungelcamp-Äußerungen vor Gericht ziehen, bestünde für ihn also ein gewisses Risiko. Wenn er verliert, trägt er die Verfahrenskosten.