Blick auf den Etikettierungs-Prozess in der Dialysatoren-Fabrik von B.Braun in Wilsdruff. Foto: B. BraunBlick auf den Etikettierungs-Prozess in der Dialysatoren-Fabrik von B.Braun in Wilsdruff. Foto: B. Braun

Branche im Freistaat setzt inzwischen halbe Milliarde Euro pro Jahr um

Wilsdruff/Dresden, 2. Februar 2026. Weil die Wachstums-Chancen groß, aber eben auch die internationalen Wettbewerber im Medizin- und Biotech-Sektor stark sind, wollen die Sachsen mit innovativer Medizintechnik an der Schnittstelle zwischen Medizin, Biotechnologie und Halbleiterindustrie punkten. „Wir setzen in der Medizintechnik auf technologieübergreifende Ansätze“, erklärt Geschäftsführer Thomas Horn von der staatlichen „Wirtschaftsförderung Sachsen“ (WFS). „Hier spielen Mikroelektronik, Maschinenbau, Robotik, Software, Textilindustrie und Biotechnologie eine wichtige Rolle.“

Dirk Panter. Foto: Jürgen Lösel für das SMWADirk Panter. Foto: Jürgen Lösel für das SMWA

„Unternehmen verbinden Ingenieurskunst mit digitaler Innovation“
Wirtschaftsminister Dirk Panter

„Unsere Unternehmen verbinden Ingenieurskunst mit digitaler Innovation“, lobt derweil der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). „Erfolgsentscheidend sind Kooperationen zwischen Forschung, Wirtschaft und Kliniken – diese starken Netzwerke in Sachsen fördern den Weg an eine Spitzenposition in der Medizintechnik der Zukunft“, betont der Minister während eines Besuchs beim Blutfilter-Hersteller „B. Braun Avitum Saxonia“ in Wilsdruff bei Dresden.

Lipotype-Chef Oliver Uecke hat sich bereits in der Vergangenheit um die US-Expansion der Dresdner Biotech-Firma gekümmert. Foto: LipotypeOliver Uecke. Foto: Lipotype

Ähnlich sieht das der Branchenverband „Biosaxony“: Medizintechnik ist in Sachsen ein zentraler Innovations- und Wachstumsbereich mit direkter Wirkung auf Versorgung und industrielle Wertschöpfung“, unterstreicht Biosaxony-Vorstand Oliver Uecke.

Zukunftsbranche im Freistaat

Mittlerweile beschäftigt die Biomedizin-Industrie in Sachsen laut ministeriellen Angaben rund 7500 Menschen und kommt auf eine halbe Milliarde Euro Jahresumsatz. Das Potenzial in diesem Sektor sei noch längst nicht ausgeschöpft, meint Panter: „Sie sächsische Medizintechnikindustrie entwickelt sich zu einer Zukunftsbranche im Freistaat.“ Als Wachstumstreiber im Freistaat sieht er unter anderem „intelligente“ Medizintechnik, biomedizinische Materialien und KI-gestützte Assistenzsysteme.

Als sächsische Vorzeige-Akteure gelten neben dem „B. Braun“-Blutfilterwerk beispielsweise das „Else Kröner Fresenius Center for Digital Health“ (EKFZ) an der TU Dresden, das „Innovation Center Computer Assisted Surgery“ (ICCAS) an der Universität Leipzig und das Medtech-Forschungszentrum Semeco in Dresden. Dazu gehören aber auch Unternehmen wie Anvajo Dresden (Blutanalyse-Minilabore), Sonovum Leipzig (Ultraschall-Stirnbänder), Sysmex Görlitz (Durchflusszytometer), Alpha-Plan Radeberg (Anlagenbau), die „Molecular Diagnostics“-Gruppe in Dresden und viele andere.

Auch an Nachbarbranchen wie Radiopharma und Biotech knüpfen sich große Hoffnungen

Die Medizintechnik-Sparte wiederum ist als Teil der Biotech-Offensive zu sehen, die Sachsen zur Jahrtausendwende gestartet hatte. Ein weiteres, besonders erfolgreiches Beispiel für diese gewachsenen Kompetenzen ist das Radiopharma-Cluster „Nuklid“, das im Raum Rossendorf-Radeberg gewachsen ist.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: WFS, SMWA, Oiger-Archiv

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt