In mehreren hessischen Städten hat ein Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr am Montag für Einschränkungen gesorgt. Betroffen waren vor allem Frankfurt, Kassel und Wiesbaden. Im Rhein-Main-Gebiet sorgte eine kaputte Schiene zusätzlich für Probleme.

Straßenbahnen im Depot, dazu Banner mit "Streik"-Aufschrift

Diese Straßenbahnen fahren nicht: Warnstreik am Montag in Kassel
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00:42 Min.|Jutta Nieswand

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Mit Beginn der Frühschicht haben Beschäftigte kommunaler Verkehrsbetriebe am Montagmorgen ihre Arbeit niedergelegt. Von dem Ausstand der Gewerkschaft Verdi waren Fahrgäste in Kassel, Frankfurt und Wiesbaden besonders betroffen. Auswirkungen gab es auch im Kreis Groß-Gerau.

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So sieht der Warnstreik im Nahverkehr in Hessen aus

Geschlossene Gitter und leere Bahnsteige: U-Bahn-Haltestelle Zoo

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Geschlossene Gitter und leere Bahnsteige: An der Frankfurter U-Bahn-Haltestelle Zoo geht wegen des Verdi-Warnstreiks am frühen Morgen nichts mehr.
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Straßenbahnen stehen während des Verdi-Warnstreiks im Depot der VGF in Frankfurt.

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Verdi-Fahnen hängen an den Straßenbahnen im VGF-Depot in Frankfurt. Die Fahrzeuge bleiben wegen des Warnstreiks stehen.
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Ein Mann steht vor einem Taxi, im Hintergrund meterhohe Säulen eines Bahnhofsvordachs.

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Alay Yalacin steht am Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel. Er fährt seit sieben Jahren Taxi: „Wenn gestreikt wird, wollen viele mit dem Taxi fahren. Oft kommen sie vom ICE-Bahnhof und bestellen vor“, sagt Yalcin dem hr. „Für unser Geschäft ist der Streik gut, für die Leute aber nicht.“
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Junge Frau im Interview mit dem hr

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„Normalerweise kann ich zwei Stunden später aufstehen, heute musste ich schon um 4.30 Uhr los“, sagt Rojda Brhik aus Korbach (Waldeck-Frankenberg) dem hr. „Es ist wirklich richtig schlecht. Zwei Busse hätten nach Gudensberg fahren sollen, aber sie sind alle ausgefallen.“ Jetzt habe sie den Zug genommen und warte auf einen Anschlussbus: „Vielleicht fährt er, vielleicht nicht – sonst muss ich mir einen anderen Weg suchen.“
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Eine Frau steht an einer Haltestelle. Sie trägt eine rsa Winterjacke und eine gleichfarbige Mütze. Recht ein Linienbus.

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„Ich musste richtig umdisponieren, sonst komme ich nicht zur Arbeit“, sagt Denise Scheidt aus Naumburg (Kassel) dem hr. Wegen des Streiks brauche sie rund anderthalb Stunden länger und müsse zusätzlich ein Taxi nehmen. „Ich kann die Forderungen auf der einen Seite verstehen. Aber für mich ist es schwierig ohne Auto vom Land in die Stadt zu kommen.“
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Warnhinweis an der Haltestelle in Wiesbaden

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In Wiesbaden informiert eine Anzeige an einer Haltestelle am frühen Morgen über den Verdi-Warnstreik. Viele Buslinien der ESWE fallen aus, nur einzelne Linien und Regionalbusse sind unterwegs.
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Beschäftigte der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft versammeln sich vor der ESWE-Zentrale zum Warnstreik.

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Beschäftigte der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft versammeln sich am Morgen vor der ESWE-Zentrale zum Warnstreik.
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Am Marktplatz in Gießen werden am frühen Morgen reguläre Busverbindungen angezeigt.

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Am Marktplatz in Gießen werden am frühen Morgen reguläre Busverbindungen angezeigt.
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Insgesamt waren nach Verdi-Angaben rund 4.200 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. Ende des Warnstreiks sollte voraussichtlich am Dienstag mit Beginn der Frühschicht sein. Ausfälle und Verspätungen sind aber auch danach noch möglich.

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03:02 Min.|02.02.26, 19:30 Uhr|hr

Busse und Bahnen stehen wegen Verdi-Streik still

hessenschau Warnstreiks im Nahverkehr

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Trotz der Streiks gab es vielerorts Möglichkeiten, mit dem öffentlichen Nahverkehr ans Ziel zu kommen:

U-Bahnen und Straßenbahnen standen am Montag in Frankfurt komplett still. Nicht betroffen vom Streikaufruf waren jedoch die Busse, wie die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq mitteilte. Denn die Busfahrerinnen und Busfahrer werden nicht nach dem umstrittenen Tarifvertrag bezahlt. Gleiches galt für regionale Buslinien und Express-Busse.

Die Nachfrage sei hoch, sagte am frühen Abend ein Traffiq-Sprecher. „Auch wenn viele Menschen offenbar im Homeoffice tätig sind und so den Nahverkehr entlasten, werden die Busse sehr stark genutzt“, hieß es dazu. Da viele Fahrzeuge überfüllt seien, könnten Fahrerinnen und Fahrer die Türen nicht zügig schließen. So komme es im Busverkehr zu verspäteten Abfahrten.

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00:29 Min.|hessenschau.de

Verdi-Streik: Viele Busse und Bahnen fallen aus

Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe stehen mit Streik-Plakaten im Depot

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Die Regionalzüge und S-Bahnen waren – wie der Busverkehr – ebenfalls nicht vom Streik betroffen. Allerdings wirbelte eine gebrochene Schiene an der Konstablerwache den S-Bahnfahrplan zunächst komplett durcheinander. Es kam zu Umleitungen, Verspätungen und Fahrtausfällen. Erst am Nachmittag konnte der Schaden behoben werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Gegen 15 Uhr rollte der Verkehr wieder an.

In Wiesbaden waren die meisten Busse der Verkehrsgesellschaft ESWE seit dem Betriebsbeginn von dem Streik betroffen. Mit einigen Linien von Partnerunternehmen konnten Fahrgäste aber weiterkommen: Das sind die Nummern 5, 28, 39 und 46.

Die Schnellbuslinien X26, X72. X76 und X79 werden vom RMV betrieben und fuhren ebenfalls. Auch auf Regionalbusse, etwa in den Taunus, konnten Fahrgäste umsteigen. Einschränkungen seien aber auch hier möglich, hieß es von der ESWE. Nicht vom Streik betroffen waren die S-Bahnen S1 und S8 sowie die Regionalzüge.

Da sich auch die Fahrerinnen und Fahrer der Mainzer Mobilität an dem Warnstreik beteiligten, wirkte sich das bis in den Kreis Groß-Gerau aus. Seit Sonntagabend um 22 Uhr fielen Busse der Linien 54, 56, 58 und 60 aus.

Straßenbahn mit Schild "Warnstreik" an der Windschutzscheibe und zwei Fahnen, auf welchen "Verdi" steht. Die Tram steht neben anderen Straßenbahnen in einer Halle.

Es gab jedoch einen halbstündigen Notbetrieb der Linie 91 über Ginsheim, Bischofsheim und Gustavsburg sowie Wiesbaden-Mainz Kastel. Die übrigen Busse fuhren nach Plan.

In Kassel war die Verkehrsgesellschaft KVG betroffen – und damit sämtliche Straßenbahn‑ und Buslinien der KVG im Stadtgebiet (Linien 1 bis 29). Ebenso fielen die Buslinien 11, 17 und 22 im Umland sowie die Fahrten auf den Straßenbahnstrecken nach Vellmar, Baunatal und durch das Lossetal aus.

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00:21 Min.|hessenschau.de

Warten auf den Bus: Das sagen Streik-Betroffene in Kassel

Eine junge Frau berichtet über ihre Schwierigkeiten, zum Bahnhof in Kassel zu kommen.

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Die Regiotrams waren nur zwischen dem Umland und Kassel Hauptbahnhof unterwegs. Nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) sollten die Regionalbuslinien ab Nummer 30 nach dem Ferienfahrplan verkehren. Auch die „Schaddel“-Fahrten waren nicht vom Warnstreik betroffen und fanden regulär statt.

Im Stadtgebiet Kassel konnten die Fahrgäste auf einige regionale Buslinien ausweichen, die uneingeschränkt unterwegs waren, etwa die Linien 51 (Bahnhof Wilhelmshöhe – Baunatal), 52 (Martinhagen – Bahnhof Wilhelmshöhe – Sanderhausen), 100 (Bahnhof Wilhelmshöhe – Hauptbahnhof – Calden), 110 (Harleshausen – Innenstadt) und 500 (Bahnhof Wilhelmshöhe – Hauptbahnhof – Gudensberg).

Gießen

In Gießen gingen die Stadtwerke davon aus, dass der Streikaufruf keine Auswirkungen auf den Busverkehr haben wird. Denn der Aufruf schließe die bei dem Tochterunternehmen Mit.Bus angestellten Fahrer und Fahrerinnen nicht ein.

Marburg

Auch in Marburg rechneten die Stadtwerke nicht mit Auswirkungen. Die Stadtbusse würden regulär unterwegs sein, hieß es auf deren Internetseite: „Im Betrieb der Marburger Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) ist mit keinen größeren streikbedingten Auswirkungen zu rechnen.“

Hessische Unternehmen kritisieren Warnstreik

Kritik am Warnstreik kam aus der hessischen Wirtschaft. „Ein zentraler Verkehrsträger unseres Landes wird lahmgelegt. Dies mit gravierenden Folgen für eine Gesellschaft, die auf Mobilität angewiesen ist“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmensverbände, Dirk Pollert.

Die Streiks träfen nicht nur hunderttausende Pendler, sondern beeinträchtigten auch massiv die hessische Wirtschaft. Besonders betroffen seien Berufstätige, Schüler und Studenten, die auf einen funktionierenden Nahverkehr angewiesen seien.

Weitere Informationen Arbeitsbedingungen im Fokus

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft Verdi den Forderungen zum Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Nachdruck verleihen. Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi parallel in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen diesmal nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Am Donnerstag hatte die zweite Verhandlungsrunde in Hessen zwar ein Angebot der Arbeitgeber, aber kein Ergebnis gebracht.

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