Angreifer vom U-Bahnhof Wandsbek Markt: Weitere Details bekannt | ndr.de

Stand: 02.02.2026 19:53 Uhr

Über den Mann, der am vergangenen Donnerstagabend eine junge Frau und sich selbst auf dem U-Bahnhof Wandsbek-Markt vor einen Zug in den Tod gestürzt hatte, gibt es weitere Einzelheiten.

Nach jüngsten Angaben der Staatsanwaltschaft war der 25-Jährige Mitte vergangenen Jahres mehrfach der Polizei aufgefallen. Dabei ging es unter anderem um Körperverletzung. Zuletzt wohnte er in der Flüchtlingskunterkunft am Holstenhofweg. Nach Angaben von Mitbewohnern war er aggressiv, habe Alkohol getrunken und Drogen genommen. Zuletzt war der Mann zwei Tage vor der Tat auffällig geworden. Er randalierte in einem Bordell auf der Reeperbahn, schlug dann einem Polizisten mit einem Handy auf den Kopf und kam ins Krankenhaus, weil er unter Drogen stand. Anschließend kam er wieder frei.

Über ein Flüchtlingsprogramm in Deutschland

Die Innenbehörde bestätigte am Montag, dass der Süd-Sudanese 2024 über ein humanitäres Aufnahmeprogramm nach Deutschland gekommen war – über ein sogenanntes Resettlement-Programm des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen. Dabei werden besonders schutzbedürftige Menschen direkt aus Krisenregionen oder Flüchtlingslagern aufgenommen. Ein klassisches Asylverfahren hat es in diesem Fall nicht gegeben – der Mann erhielt unmittelbar einen Aufenthaltsstatus.

Grote: „Wie es weitergeht mit den Programmen ist offen“

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sagte am Montag: „Es ist ja ein Teil des bundespolitischen Rahmens für Migrationspolitik, der dafür sorgen soll, dass sich Menschen eben nicht auf einen langen Fluchtweg mit all den Risiken begeben müssen. Wie das in Zukunft weitergeht mit all diesen Programmen, ist ja sowieso eine völlig offene Frage.“ Nach der Tat wird nun auch über diese Aufnahmeprogramme erneut diskutiert. Wie sie künftig ausgestaltet werden, darüber wird auf Bundesebene zu entscheiden sein, sagte Grote.

Programm momentan ausgesetzt

Über das UN-Resettlement-Programm werden besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufgenommen – wenn sie etwa Folter- und Gewalterfahrung gemacht haben. Aktuell ist das Programm in Deutschland jedoch ausgesetzt.

Der 25 Jahre alte Mann aus dem Südsudan hatte am Donnerstagabend offenbar gezielt auf eine einfahrende U-Bahn gewartet. Dann packte er die 18-Jährige und warf sich mit ihr vor den einfahrenden Zug. Beide starben noch an der Unfallstelle. Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sie sich nicht. Am Sonntag gedachten mehr als 100 Menschen am U-Bahnhof der jungen Frau.

Menschen legen Blumensträuße und Kerzen an der Station Wandsbek Markt nieder.

Angehörige, Freunde und Bekannte kamen am Sonntag an dem Ort zusammen, wo die junge Iranerin am Donnerstagabend von einem Mann in den Tod gerissen worden war.

Einsatzkräfte der Feuerwehr gehen entlang eines Bahnsteigs.

Ein 25-Jähriger hat sich am Donnerstag mit einer Frau vor die U1 gestürzt. Laut Staatsanwaltschaft war der Mann schon „strafrechtlich in Erscheinung“ getreten.

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