Bundesweit ist am Montag im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gestreikt worden. Dazu hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. In Saarbrücken demonstrierten am Mittag Arbeitnehmer auf dem Rathausplatz.
Nach Angaben der Polizei protestieren rund 1000 Teilnehmer, Verdi hatte mit 600 gerechnet. Die vorangegangene Demonstration ging vom Saarbrücker Schloss über die Wilhelm-Heinrich-Brücke zur Betzenstraße. Es kam zu leichteren Verkehrsbehinderungen.
Kein Angebot vorgelegt
Man sei zum Warnstreik gezwungen, da die Arbeitgeberseite bisher gar kein Angebot vorgelegt habe, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Janosch Fegert dem SR. Verdi fordert unter anderem 10,6 Prozent mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen – beispielsweise soll die Ruhezeit zwischen zwei Diensten auf elf Stunden angehoben werden.
Seit November läuft in allen Bundesländern die Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben.
Streik aus Sicht der Arbeitgeber „in keiner Weise gerechtfertigt“
Auf der Arbeitgeberseite sorgten die Streiks für Kritik. Sie seien „zu diesem Zeitpunkt völlig unverständlich und in keiner Weise gerechtfertigt“, teilte der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV Saar) mit.
Es seien weitere Termine in den Tarifverhandlungen vereinbart. Die Forderungen von Verdi bezeichnet der KAV Saar als „weder finanzierbar noch realistisch“. „Der kommunale Nahverkehr im Saarland zahlt schon heute attraktive Vergütungen. Forderungen in dieser Höhe sind angesichts der angespannten Haushaltslage der Kommunen und der wirtschaftlichen Situation im Saarland nicht vermittelbar“, sagte KAV-Geschäftsführer Stefan Spaniol.
Längere Tarifvertragslaufzeiten gefordert
Die Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr seien überdurchschnittlich attraktiv. Anders als noch vor einigen Jahren könnten jetzt auch offene Stellen besetzt werden, während in vielen anderen Branchen Stellen abgebaut würden.
Die nächsten Verhandlungsrunden stehen laut dem KAV Saar bereits fest. Am 6. Februar steht die zweite Runde an, Anfang März dann der dritte Termin. Die Arbeitgeber wollen dabei längere Laufzeiten der Tarifregelungen erreichen. „Dies gibt allen Beteiligten Planungssicherheit und reduziert den Aufwand für wiederkehrende Verhandlungen.“
Der KAV Saar vertritt aktuell 183 Mitglieder mit mehr als 32.000 Beschäftigten.
Über dieses Thema haben auch die SR info Nachrichten im Radio am 02.02.2026 berichtet.