Darunter sind einige neue Vereine wie der Alpenverein Köln und der Kölner Rugby-Sport-Verein.

Damit die Zöch weiter ziehen können, braucht es in Zeiten stetig steigender Kosten die notwendigen Finanzen, um das jecke Spektakel am Leben erhalten zu können. Unterstützung gibt es da zum Beispiel von der sonntäglichen Matinée „Fastelovend Ferkeet“ in der Philharmonie, wo alle Künstler unentgeltlich auftreten und die Eintrittsgelder als Spende für die Musikkapellen bei den Zöch verwendet werden können. So sind gestern 20.000 Euro zusammengekommen.

Der Titel „Fastelovend Ferkeet“ ist bei der Matinee durchaus Programm, sodass viele Künstler zu erleben sind, die sonst nur sehr selten mit dem Sitzungskarneval in Berührung kommen. Das gilt auch für den kölschen Musiker Gerd Köster, der sich das Gedicht „Der Grosche em Pott“ von Christian Thill entschieden hatte. „Das ist mein kölsches Lieblingsgedicht. Zum einen, weil es in Unter Krahnenbäumen, einem berüchtigten Viertel am Eigelstein spielt, wo meine Mutter geboren wurde. Außerdem verwendet das Gedicht eine Sprache, die man heute in der glatt polierten kölschen Sprache der meisten Lieder nicht mehr findet. Aber die Mundart lebt doch gerade von diesen Rustikalismen“, sagt Köster, der als Zugabe noch ein kölsches Gedicht mit dem Dialog der Kirchenglocken rund um den Dom höchst lebendig darbietet.

Ganz anders als in den jecken Sälen, wo der Trompeter sechs Wochen lang nur aus den zwei Tönen für den Tusch zu bestehen scheint, zeigte Michael Kuhl, was in ihm und seinem Instrument noch alles steckt. So präsentierte er mit Pianobegleitung das Lied des italienischen Musikers Lucio Dalla, das mit dem Titel „Caruso“ dem berühmten Opernsänger gewidmet ist. Wie ein kölscher Klassiker klingt, wenn ihn eine Jazzlegende wie Louis Armstrong interpretiert hat, zeigte Kuhl mit Kontrabass-Unterstützung bei „Der treuer Husar“ eindrucksvoll, bevor er sich mit seiner musikalischen Biografie, dem „Kleine Trötemann“, besinnlich verabschiedet. „Das kann man nicht mehr überall spielen, dafür ist der Karneval oft viel zu laut geworden“, erklärt der Trompeter.

Die andere Seite der Kölner Musiklegende Willi Ostermann zauberten De Kallendresser bei ihrem Auftritt hervor. So gab es den Klassiker „Däm Schmitz sing Frau ess durchgebrannt“ in der holländischen Version, wie er wohl 1907 zunächst in der niederländischen Stadt Groningen zu hören war. Dafür erschien ein Teil der Musiker stilecht maritim angehaucht und in rhythmisch nutzbaren Klompen. Eine andere Seite von Ostermann zeigten einst auch De Vier Botze, die seine berühmten Lieder mit neuen, humorvollen Texten versehen hatten. Diese bekamen von den Kallendressern am Sonntag ein neues Leben eingehaucht.