Eiseskälte

Wasserleitungen drohen zu platzen – Stadt ruft zu Vorsicht auf

Von t-online, dpa-tmn, jon

03.02.2026 – 02:35 UhrLesedauer: 3 Min.

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Winterdienst in Berlin (Symbolbild): Die Stadtreinigung bietet angesichts der Eisglätte nun kostenlos Splitt an. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

In Berlin und Brandenburg herrscht gefährlicher Dauerfrost. Der DWD warnt vor Temperaturen bis minus 15 Grad.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Berlin und Brandenburg zwei Frostwarnungen herausgegeben, die bis Dienstagvormittag um 11 Uhr gelten. In weiten Teilen Berlins tritt mäßiger Frost zwischen minus 6 und minus 9 Grad auf. Im nordöstlichen Bereich der Hauptstadt, angrenzend zu Brandenburg, warnt der DWD sogar vor strengem Frost zwischen minus 10 und minus 15 Grad.

Der Wetterdienst warnt vor möglichen erheblichen Frostschäden sowie vor Unterkühlung bei längerem Aufenthalt im Freien. In den besonders betroffenen Gebieten können Wasserleitungen einfrieren. Die Behörde empfiehlt, Frostschutzmaßnahmen zu ergreifen, etwa Pflanzen abzudecken oder Wasser aus Außenleitungen abzulassen. Längere Aufenthalte im Freien sollten vermieden werden.

Am Rand eines Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Skandinavien gelangt mit südöstlicher Strömung kalte Festlandsluft nach Brandenburg und Berlin. Am frühen Dienstagmorgen wurden mäßiger bis strenger Frost zwischen minus 7 Grad im Südwesten und minus 14 Grad in der Uckermark gemessen. Tagsüber hält der Dauerfrost an – die Temperaturen bewegen sich zwischen minus 7 Grad in der Uckermark und minus 2 Grad in der Elbe-Elster-Niederung.

Angesichts der anhaltenden Glättegefahr setzt sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner für einen leichteren Einsatz von Tausalz auf Gehwegen und dafür notwendige gesetzliche Änderungen ein. Bei einem Besuch der Berliner Stadtreinigung (BSR) am Montagnachmittag sagte der CDU-Politiker: „Wir brauchen endlich rechtliche Sicherheit, (…) dass wir zum Beispiel auch Tausalz konsequent vom ersten Tage anwenden. Das ist eine Sache, die jetzt hoffentlich alle gelernt haben.“

Nach dem Straßenreinigungsgesetz und dem Naturschutzgesetz ist die Verwendung von Streusalzen oder anderen Auftaumitteln auf Grundstücken und Gehwegen eigentlich verboten. Ausnahmen gibt es nur für die Stadtreinigung BSR auf besonderen Straßen. Wegen anhaltender Eisglätte hatte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) vor Kurzem per Allgemeinverfügung kurzfristig Streusalz auf Gehwegen zugelassen. Es gibt Kritik am Senat, zu spät auf die anhaltende Eisglätte reagiert zu haben.

Die Stadtreinigung bietet angesichts der Eisglätte nun kostenlos Splitt an – für die Bezirke und auch für Privatpersonen. Doch wie BSR-Chefin Stephanie Otto einräumte, konnten am Montag nicht alle Bezirke mit ausreichend Streugut beliefert werden. Für Dienstag kündigte sie eine Lieferung von weiteren 500 Tonnen Splitt an.

Die Lichtenberger Ordnungsstadträtin Filiz Keküllüoglu (Grüne) berichtete gegenüber dem rbb, dass Mitarbeitende ihres Bezirksamts seit dem Morgen vergeblich zwischen verschiedenen BSR-Standorten unterwegs gewesen seien, um Streugut zu besorgen. Die erhaltene Menge sei bei weitem nicht ausreichend gewesen. Sie forderte eine gerechtere Verteilung des Streuguts über alle Bezirke hinweg und eine bessere Kommunikation zwischen Senat und BSR.

Wegner kündigte daraufhin an, dass es nun täglich Abstimmungen zwischen Senat, BSR und Bezirken geben werde. Wegner und Verkehrssenatorin Bonde betonten zudem, dass die Grundstückseigentümer verpflichtet seien, Gehwege zu räumen. Wegner sagte: „Im Übrigen kann ich jedem Eigentümer nur dringend empfehlen, vor seinem Gebäude die Gehwege freizumachen, denn wenn dort was passiert, haftet er.“