Stand: 03.02.2026 03:00 Uhr

Für viele Hamburgerinnen und Hamburger war der Weg durch die Stadt am Montag mühsam. Ein ver.di-Warnstreik legte den öffentlichen Nahverkehr weitgehend lahm. Streikende zogen vor das Harburger Rathaus.

Der HVV sprach von „massiven Auswirkungen“, sowohl in Hamburg als auch im Umland. Betroffen waren sowohl die Hochbahn als auch Buslinien der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH). Auf keiner der vier U-Bahnlinien fuhren Züge. Viele Fahrgäste stiegen zwar auf die S-Bahn um, sie mussten dann aber häufig zu Fuß oder per Taxi weiter.

Warnstreik bis in die Nacht zu Dienstag

Mithilfe externer Busunternehmen konnte die Hochbahn zumindest auf einigen Routen weiterfahren. Aktuelle Informationen sollte es in der HVV- und der switch-App geben, die Angaben dort waren aber nicht immer verlässlich. Vereinzelt waren auch manche Metrobusse unterwegs, zum Beispiel die Linie 5. Der Streik dauerte noch bis Dienstagmorgen um 3 Uhr an. Die Streikbeteiligung lag im Busverkehr nach Angaben der Hochbahn am Morgen zwischen 70 und 80 Prozent, bei den VHH sogar bei bis 95 Prozent.

S-Bahnen fahren – hohe Nachfrage bei Mietwagen

Auch im Hamburger Umland riss der Streik große Lücken in den Busverkehr. Nicht bestreikt wurden laut der VHH dagegen die S-Bahnen, Regionalbahnen, AKN und die HADAG-Fähren. Die Nachfrage für Leihwagen stieg am Montag deutlich an, wie beispielsweise der Anbieter „Miles“ auf Anfrage bestätigte. Bis zum Nachmittag habe es fast 60 Prozent mehr Fahrten gegeben als am vergangenen Montag.

Kundgebung in Harburg mit Demonstrationszug

In der menschenleeren U-Bahn-Station Eppendorfer Baum in Hamburg zeigt ein Schild an "Heute Warnstreik".

Keine U-Bahn fährt – die Station Eppendorfer Baum bleibt menschenleer.

Die streikenden Mitarbeitenden aus den Busbetriebshöfen zogen vom Phoenix-Center in Harburg aus auf den Harburger Rathausplatz. Dort fand dann die gemeinsame Streikkundgebung der Beschäftigten von Hochbahn, VHH und aus dem öffentlichen Dienst der Länder statt. Mit Trillerpfeifen und in Wortbeiträgen machten die Streikenden ihre Forderungen deutlich.

Bundesweiter ver.di-Streik im öffentlichen Nahverkehr

Die Gewerkschaft ver.di hatte bundesweit die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr zum Streik aufgerufen. Im Tarifkonflikt mit der Hochbahn geht es sowohl um Geld als auch um Altersteilzeit. Ver.di fordert 7,5 Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaft habe aber bislang kein Angebot von der Hochbahn erhalten. Bei der VHH-mobility dreht sich der Streik um einen neuen Manteltarifvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen. Der Arbeitskampf hat nichts mit dem Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder zu tun.

Schüler und Schülerinnen mussten erscheinen

Hamburgs Schüler und Schülerinnen mussten trotz des Warnstreiks zum Unterricht in den Schulen erscheinen. Zur Begründung hieß es von der Schulbehörde, die Streikankündigung sei am vergangenen Freitag so rechtzeitig gekommen, dass die Familien entsprechend planen können – also Alternativen für den Schulweg und mehr Zeit. Wie immer gilt demnach aber: Eltern können ihr Kind vom Unterricht abmelden, wenn der Schulweg objektiv unzumutbar ist oder die Schule de facto nicht erreichbar.

Busse stehen in einem Depot, eine rote ver.di-Fahne wird davorgehalten

Eine Anzeigentafel weist am U-Bahnhof Barmbek auf einen Warnstreik im öffentlichen Dienst hin

Die Gewerkschaft ver.di hatte am Montag in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen. In Hamburg fuhren keine U-Bahnen, aber einige Busse und die S-Bahn.

Busse blockieren während eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auf dem Betriebshof Lichtenberg  die Ausfahrt.(Archivbild: 10.02.2025)

Bus- und Bahnverkehr

Die Gewerkschaft ver.di hat für Montag bundesweite Streiks im kommunalen Nahverkehr angekündigt. Vielerorts dürften Busse und Bahnen stillstehen. Ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen für etwa 100.000 Beschäftigte.