Der U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverkehr in Berlin ist seit dem frühen Montagmorgen wegen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi nahezu vollständig eingestellt gewesen. Der Arbeitskampf ist um 3 Uhr wie geplant angelaufen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt der Deutschen Presse-Agentur. Am Dienstagmorgen wurde der Verkehr gegen 3 Uhr wieder aufgenommen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten zuvor angekündigt, Busse und Bahnen infolge des Warnstreiks bis Dienstagmorgen in den Depots zu lassen. Die S-Bahn war von dem Ausstand nicht betroffen.

Berlin, 02.02.2026,Verdi bestreikt die BVG. Die BVG wird am Montag, 02.02.2026, von der Gewerkschaft Verdi bestreikt.BVG Betriebshof Cicerostraße im Bezirk Wilmersdorf. *** Berlin, 02 02 2026,Verdi strikes BVG The BVG will be on strike on Monday, 02 02 2026, by the Verdi trade union BVG depot Cicerostraße in the Wilmersdorf district Viele BVG-Busse blieben am Montag in den Depots.

© imago/Stefan Zeitz/IMAGO/Stefan Zeitz Photography

Einige Straßenbahnen waren dennoch unterwegs, um zu verhindern, dass Oberleitungen aufgrund der Kälte erneut einfrieren. Schon in der vergangenen Woche war es aus diesem Grund tagelang zu erheblichen Einschränkungen gekommen. Der Fahrgastbetrieb war davon aber ausgeschlossen – die Straßenbahnen fuhren ohne Passagiere. Einen entsprechenden Kompromiss hatten Verdi und die BVG geschlossen.

Berliner Nahverkehr fast komplett eingestellt BVG-Streik hat begonnen – was Fahrgäste jetzt wissen müssen

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Chaostag im Berliner Verkehr „Ich brauche heute statt 45 Minuten zwei Stunden zur Arbeit“ 17.40 Uhr: BVG setzt Geister-Trams auch in der Nacht ein

Die BVG teilte am Nachmittag mit, „rund 70 Straßenbahnen“ im 30-Minuten-Takt im Einsatz zu haben. Diese verkehren ohne Fahrgäste und sind auch in der Nacht im Einsatz, um die Oberleitungen und Gleise eisfrei zu halten. Diese Betriebsfahrten seien auch während des Streiks möglich, weil sich Verdi und BVG auf eine Sonderlösung verständigt hätten.

In derselben Pressemitteilung beziffert die BVG das Bündel aller Forderungen der Gewerkschaft auf ein Gesamtvolumen von 150 Millionen Personalkosten pro Jahr. Das mache laut BVG einen Personalbedarf von 1330 Stellen aus.

16.35 Uhr: Menschenmassen am Bahnhof Friedrichstraße

Am Bahnhof Friedrichstraße drängen sich die Fahrgäste. Wie eine Tagesspiegel-Reporterin berichtet, benötigen die Menschen an dem hochfrequentierten Umsteigebahnhof deutlich mehr Geduld als üblich: „Es ist extrem voll.“ Um von den Bahnsteigen der S-Bahn, die sich im unteren Bereich des Bahnhofs befinden, auf Straßenniveau zu gelangen, benötigt man derzeit zehn Minuten – für eine Strecke von circa 50 Metern.

Fahrgäste drängen sich auf einer Treppe im Bahnhof Friedrichstraße Am Bahnhof Friedrichstraße drängen sich die Fahrgäste auf einer Treppe.

© Julia Schmitz

16.25 Uhr: Staulevel in anderen Großstädten deutlich höher

Erwartungsgemäß hat der Pkw-Verkehr in Berlin am Montagmorgen streikbedingt zugenommen. Wie eine Schnellauswertung des Verkehrsdatenspezialisten TomTom für die Deutsche Presse-Agentur ergab, traten die höchsten Stau-Belastungen zwischen 8 und 9 Uhr auf.

Der höchste Wert der sechs untersuchten Städte wurde im Großraum München erreicht. Hier stieg der Staulevel um 8 Uhr auf 146 Prozent – also mehr als das Dreifache des Jahresdurchschnitts für diese Uhrzeit. Der Staulevel gibt dabei an, wie viel länger eine durchschnittliche Fahrt im Vergleich zu einer Situation ohne Behinderungen durch anderen Verkehr dauert. 

In Frankfurt (Main) wurden um 9 Uhr 128 Prozent erreicht. Jahresschnitt um diese Uhrzeit sind 35 Prozent. Spitzenwert in Hamburg waren 116 Prozent um 8 Uhr – im Vergleich zum Normalwert von 47 Prozent. Köln kam um 8 Uhr auf 107 Prozent statt 40 und Stuttgart auf 90 Prozent statt 31.

In Berlin fielen die Auswirkungen dagegen ein gutes Stück geringer aus: Hier maß TomTom um 9 Uhr 52 Prozent – nur 12 Punkte mehr als im Jahresdurchschnitt dieser Uhrzeit. (dpa/Tsp)

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Mit Blick auf den Warnstreik bei Bussen und Bahnen zeigt sich die Berliner Streikleitung hochzufrieden. „Die Beteiligung heute war sehr gut, die Stimmung war ausgesprochen kämpferisch und wir gehen voller Zuversicht in die weiteren Verhandlungstage“, sagte Busfahrer Ekkehard Spiegel, Vertrauensmann bei den Berliner Verkehrsbetrieben und Beteiligter der Streikleitung.

Die Arbeitgeber hätten sich geweigert, substanziell über die Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu sprechen, sagte Spiegel. Stattdessen hätten sie Gegenforderungen, darunter die Ausweitung der Arbeitszeit und die Einschränkung von Krankengeldleistungen. Es sei, als ob eine Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem Verhandlungstisch gelandet wäre. „Unannehmbar, da werden wir niemals zustimmen“, sagte Spiegel.

Er äußerte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Linken-Bundesvorsitzenden Ines Schwerdtner, die den Warnstreik unterstützte. Sie könne den Frust vieler Berlinerinnen und Berliner verstehen, sagte Schwerdtner. Doch nicht die Streikenden seien das Problem, sondern zu niedrige Bezahlung und zu hohe Belastung der Beschäftigten. „Die Probleme sind politisch, sie sind hausgemacht“, sagte die Linke-Politikerin. (dpa)

13.58 Uhr: Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen für rund 16.000 BVG-Beschäftigte

Verdi verhandelt derzeit in allen Ländern parallel mit den Verkehrsunternehmen über neue Tarife. In Berlin geht es darum, den Manteltarifvertrag neu zu verhandeln, der die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten regelt. In bisher zwei Gesprächsrunden kam aber keine Annäherung zustande.

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Verdi fordert für rund 16.000 BVG-Beschäftigte unter anderem eine Begrenzung der Schichtlänge auf zwölf Stunden, mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Auch eine längere Wendezeit zwischen den einzelnen Fahrten strebt die Gewerkschaft an.

11.45 Uhr: Polizeieinsatz auf Bahnstrecke beendet – S-Bahn-Verkehr noch unregelmäßig

Der Polizeieinsatz wegen unbefugter Personen auf der Strecke ist laut S-Bahn-Angaben schon wieder beendet. Es komme jedoch weiterhin zu Verspätungen und einzelnen Ausfällen auf den Linien S3, S5, S7 und S75, hieß es.

11.34 Uhr: S-Bahn-Verkehr zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße unterbrochen

Wegen eines Polizeieinsatzes ist der S-Bahn-Verkehr auf den Linien S3, S5, S7 und S75 aktuell zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße unterbrochen. Laut Anzeige auf dem Bahnsteig am Bahnhof Alexanderplatz befinden sich Personen auf der Strecke. Auch der Regionalverkehr sei betroffen.

Am Bahnsteig sammeln sich mehrere Menschen. Viele telefonieren oder tippen Nachrichten auf ihren Handys, weil sie wegen des S-Bahnausfalls wohl zu spät kommen werden. Eine von ihnen ist Amelie. Die 18-Jährige möchte zur Uni nach Potsdam. Wegen des Streiks habe ihre Mutter sie zum Alexanderplatz gefahren, sagt sie, damit sie von dort die S-Bahn nehmen kann. Doch auch diese fällt nun wegen eines Polizeieinsatzes aus. „Ich finde Streiks grundsätzlich okay, aber es fällt schon auf, dass es in Berlin immer wieder Probleme mit dem Nahverkehr gibt“, sagt sie.

Amelie wird wegen des BVG-Streiks und Problemen bei der S-Bahn wohl zu spät zur Uni Potsdam kommen. 

© Franziska von Werder

11.21 Uhr: Touristin bleibt gelassen, „aber für die Berliner ist es gerade wahrscheinlich super hart“

Elisabeth kommt aus Heidelberg und war ein paar Tage zu Besuch in Berlin. Jetzt muss sie sich vom Bahnhof Schöneweide zum Ostbahnhof durchkämpfen, wo sie einen Regionalzug nach Heidelberg nimmt. „Ich finde es richtig, dass die Leute mehr Geld fordern“, sagt die 60-Jährige. „Aber für die Menschen, die heute irgendwohin müssen, ist das ein Problem. Ich bin in einer Luxussituation, muss nicht zur Arbeit und bin als Touristin natürlich entspannter unterwegs.“

Doch sie versteht, dass die Kombination aus Eis, Schnee, Streik und Ersatzverkehr wegen Bauarbeiten auf einigen S-Bahnlinien für viele, die in Berlin wohnen, herausfordernd ist. „Streik tut immer weh, soll er ja auch“, sagt sie. „Aber für die Berliner ist es gerade wahrscheinlich super hart.“

Nicht nur die BVG streikt. Verdi hat Verkehrsbetriebe deutschlandweit zum Streik aufgerufen. Doch der Rhein-Neckar-Verkehrsverbund, der auch in Heidelberg fährt, ist nicht betroffen, weil die Mitarbeitenden einen eigenen Tarifvertrag haben. „Ich gucke mal vor Ort, ob und wie etwas Zuhause fährt“, sagt Elisabeth. „Wenn nichts fährt, lasse ich mich abholen oder laufe die drei Kilometer nachhause. In Heidelberg ist alles fußläufig, in Berlin geht das naturlich nicht.“

11.18 Uhr: Pendler unterstützt Warnstreik bei der BVG: „Das ist Demokratie“

„Streiken ist ein gutes Recht. Das ist Demokratie“, sagt Sascha, der in Johannisthal lebt. Der 48-Jährige unterstützt den BVG-Streik. Betroffen davon ist er kaum. Mit dem Fahrrad ist er heute bis S-Bahnhof Schöneweide gefahren, von dort geht es mit dem Regionalzug weiter bis zum S-Bahnhof Ostkreuz, wo er arbeitet. Sonst wäre er mit einem Bus gefahren. „Mit Regio geht es sogar schneller“, sagt er. „Mir ist es schnuppe, dass die BVG heute streikt. Die Leute würden sowieso meckern, egal an welchem Tag gestreikt wird.“

11.15 Uhr: Touristen aus Paris nehmen Streik entspannt: „Machen uns trotzdem eine gute Zeit“

Am Alexanderplatz steht eine Familie mit Koffern. Die Touristen aus Paris blicken auf das Handy des Vaters: Laut Navigation bringt sie die Tram M4 direkt ins Hotel ins Winsviertel. Doch auf dem Display steht unter der Anzeige „Streik“, die Verbindung ist durchgestrichen. Vom Ausstand hätten sie gehört, berichten sie. „Wir wussten aber nicht, dass auch die Tram betroffen ist“, sagt die Frau, die etwas Deutsch spricht und Familie in Köln hat.

Die Familie aus Paris lässt sich vom Streik nicht die Laune verderben. 

© Franziska von Werder

Die Stimmung bleibt dennoch positiv. Es ist ihr erster Besuch in Berlin. „Wir freuen uns, es ist so eine interessante Stadt“, sagt sie. Zum Hotel geht es für die Besucher zu Fuß weiter. „Vingt-cinq minutes à pied“ („25 Minuten zu Fuß“), meint der Vater, dann macht sich die Familie auf den Weg.

Ähnlich ergeht es zwei Freundinnen aus Hamburg, die mit ihren Koffern über den Alexanderplatz laufen. „Wir mussten wegen der Situation etwas umplanen, aber wir machen uns trotzdem eine gute Zeit“, sagt eine von ihnen und lächelt zuversichtlich. „Die S-Bahn fährt ja zum Glück.“

9.53 Uhr: Voller Bahnsteig am Bahnhof Schöneweide

Im Südosten Berlins ist die Verkehrssituation besonders angespannt. Viele Fahrgäste steigen wegen des BVG-Streiks auch auf die S-Bahn um, doch seit Freitag besteht zwischen Grünau und Baumschulenweg Schienenersatzverkehr. Die S-Bahnen fahren aufgrund von Bauarbeiten bis zum 6. Februar nicht.

Wartende Fahrgäste am S-Bahnhof Schöneweide. 

© Jule Damaske

Wer nicht mit Ersatzbussen in die Stadt fahren und dabei mehrmals umsteigen will, ist auf die Regionalbahnen RB32 oder RB24 angewiesen, die lediglich zweimal die Stunde fahren. Dementsprechend voll ist es auf dem Bahnsteig in Schöneweide, als eine Regionalbahn eintrifft. Dutzende Menschen quetschen sich in den Zug.

Die Regionalbahnen sind wegen Bauarbeiten bei der S-Bahn und Streiks bei der BVG am Montag besonders gefragt.

© Jule Damaske

9.08 Uhr: Lange Fußgängerkolonne auf der Invalidenstraße

Zu Stoßzeiten ist die Tramlinie 12 zwischen Prenzlauer Berg und S Nordbahnhof normalerweise proppenvoll, heute laufen die Menschen die Strecke bei Eiseskälte zu Fuß – streckenweise in einer langen Kolonne über die größtenteils wieder eisfreien Bürgersteige. Alle paar Minuten fährt eine leere Straßenbahn auf der Invalidenstraße vorbei. „Betriebsfahrt“ steht drauf, einsteigen darf niemand.

9 Uhr: Berufsverkehr fließt „relativ ruhig“

Obwohl wegen des Streiks viele Menschen aufs Auto umgestiegen sein dürften, meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) derzeit keine längeren Staus auf Berlins Straßen. Der Berufsverkehr fließe „relativ ruhig“, teilt die VIZ auf der Plattform Bluesky mit. Staus von mehr als zehn Minuten sehe man aktuell nicht.

Die längsten Wartezeiten gibt es Angaben nach hier:

  • A100 vor Baustelle Detmolder Str.
  • Königin-Elisath-Straße vor Spandauer Damm
  • Kreuzung Seestraße/Müllerstraße
  • Bereich Mühlendammbrücke in Mitte

8.46 Uhr: Carsharing-Angebot in Neukölln stark genutzt

Viele Pendlerinnen und Pendler nutzen offenbar auch Carsharing-Angebote wie Miles, um trotz des BVG-Streiks an ihr Ziel zu kommen. Rund um den Neuköllner Reuterkiez sind am Morgen keine kleineren Fahrzeuggrößen verfügbar, nur große Transporter werden in der App als verfügbar angezeigt.

Auslastung Miles

© Screenshot Tagesspiegel

8.37 Uhr: Diese Buslinien fahren trotz des Warnstreiks

Einige Buslinien werden im Auftrag der BVG von anderen Unternehmen gefahren. Diese sind nicht vom Warnstreik betroffen und fahren wie gewohnt, teilte die BVG mit. Das gelte für folgende Buslinien: 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363, N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95, N97.

Auch auf den Linien X36, 112, 168, 334, 358, 744, N68, die teilweise von anderen Unternehmen bedient werden, finden laut BVG einige Fahrten statt.

8.32 Uhr: Einschränkungen bei der S-Bahn

Die Berliner S-Bahn ist vom Verdi-Streik am Montag zwar nicht betroffen, trotzdem kommt es am Morgen zu Einschränkungen, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilt.

Wegen der Reparatur an einer Strecke in Biesdorf besteht der Zehn-Minuten-Takt auf der Linie S5 nur zwischen Hoppegarten und Wuhletal sowie zwischen Ostbahnhof und Westkreuz. Weil in Kaulsdorf auf einen Gegenzug gewartet werden müsse, hätten die Züge in Fahrtrichtung Ostbahnhof/Westkreuz einen Aufenthalt von etwa zehn Minuten, heißt es von der S-Bahn.

Zudem gebe es Bahnsteigänderungen in Biesdorf und Wuhletal. Die Züge nach Strausberg/Strausberg Nord fahren in Biesdorf abweichend vom Gleis 1 (Bahnsteig stadteinwärts). In Wuhletal fahren die Züge nach Strausberg/Strausberg Nord (Abfahrt zu den Minuten: 09, 29, 49) abweichend vom Gleis 11 (Bahnsteig stadteinwärts). Die Züge nach Hoppegarten (Abfahrt zu den Minuten: 02, 22, 42) fahren vom Gleis 12 (Bahnsteig stadtauswärts).

Auf den Linien S46 und S47 kommt es nach einer technischen Störung an einem Zug zwischen den Bahnhöfen Neukölln und Baumschulenweg noch zu Verspätungen und Ausfällen.

8.08 Uhr: Stillstand am Hermannplatz – Berliner steigen aufs Rad und Taxi um

Normalerweise ist der Hermannplatz mit seinen zwei U-Bahn-Linien ein pulsierender Verkehrsknotenpunkt. Doch am Montagmorgen steht hier alles still, zumindest unter der Erde. Der sonst so wuselige Platz ist menschenleer. Die Eingänge zur U-Bahn sind versperrt, Schilder verkünden unmissverständlich: „STREIK!“.

Am Hermannplatz ist es am Montagmorgen ungewöhnlich ruhig. 

© Franziska von Werder

Trotz eisiger Temperaturen und Glätte haben sich einige Menschen dick eingepackt auf ihre Fahrräder getraut. Auf den Straßen hingegen bahnen sich auffällig viele Taxis ihren Weg durch die Kälte.

Taxi, S-Bahn, Fahrrad, Fahrgemeinschaft: Pendler müssen sich wegen des Warnstreiks bei der BVG Alternativen überlegen. 

© Franziska von Werder

8 Uhr: Pendlerinnen und Pendler haben es am Montag schwer

Für viele Berlinerinnen und Berliner bedeutet der Warnstreik bei rund minus acht Grad eine große Belastung – zumal er nicht als Ausrede dienen kann, einfach der Arbeit fernzubleiben. „Ich hatte ein bisschen Schwierigkeiten, heute zur Arbeit zu kommen“, sagt eine Frau am frühen Morgen am Alexanderplatz der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich musste eine Stunde früher los, bin um 4.00 Uhr aufgestanden. Ich musste erst laufen, dann S-Bahn, dann eine andere S-Bahn“, schildert sie. „Und jetzt muss ich noch mal 20 Minuten laufen.“ Sie ärgere sich ein bisschen, vor allem weil der Boden so glatt sei. Eine andere Frau sagt: „Es ist ok. Ich bin mit der S-Bahn gekommen. Das mache ich normalerweise nicht, aber ging nicht anders.“

Manche Berlinerinnen und Berliner, die nicht zum ersten Mal einen Warnstreik erlebten, bilden Auto-Fahrgemeinschaften. Andere bleiben im Homeoffice. Viele haben auch frei, weil sie in den Winterferien mit den Kindern verreist sind. Schüler müssen also auch nicht zur Schule.

7.28 Uhr: Straßenbahnen fahren ohne Fahrgäste

Um ein erneutes Vereisen der Oberleitungen zu verhindern, sind am Montag trotz Warnstreiks Straßenbahnen in der Stadt unterwegs – allerdings ohne Fahrgäste. So auch die M10 zwischen U Turmstraße und S+U Warschauer Straße.

Betriebsfahrten sollen verhindern, dass die Oberleitungen der Straßenbahn erneut zufrieren. 

© Daniel Friedrich Sturm

7.20 Uhr: BVG verurteilt Streik als „unverhältnismäßige Eskalation“

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kritisieren den ganztägigen Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. „Die BVG verurteilt die unverhältnismäßige Eskalation in den gerade erst begonnenen Tarifverhandlungen“, teilt das landeseigene Unternehmen am Morgen mit. „Die Arbeitgeberseite ruft die Gewerkschaft Verdi auf, gemeinsam am Verhandlungstisch nach realistischen Lösungen zu suchen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden nachhaltig weiter zu verbessern.“ 

7.15 Uhr: Verdi verteidigt Streik bei der BVG

Die Gewerkschaft Verdi verteidigt den am Morgen angelaufenen Warnstreik bei der BVG als notwendigen Schritt. „Unsere Priorität ist, am Verhandlungstisch voranzukommen“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kolleginnen und Kollegen können sich Besseres vorstellen, als bei diesem Wetter zu streiken.“

Aber bei den Tarifverhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen bei der BVG habe sich der Arbeitgeber bisher geweigert, sich mit den seit zwei Monaten vorliegenden Forderungen der Gewerkschaft wirklich auseinanderzusetzen. „Da bleibt uns keine andere Wahl.“

Die Beteiligung am Warnstreik sei schon am Morgen gut, so Canyurt. An Betriebshöfen für Busse oder Trams, in U-Bahn-Depots, an Werkstätten oder der BVG-Hauptverwaltung seien Streikposten. Die Beschäftigten seien entschlossen, für ihre Forderungen einzutreten und den Druck auf den Arbeitgeber zu erhöhen.

7.10 Uhr: Berliner S-Bahn bietet wegen BVG-Streiks zusätzliche Fahrten an

Die S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, ist vom Streik am Montag nicht betroffen. Die Bahnen fahren weitgehend planmäßig. Zudem hat die S-Bahn angekündigt, ihr Angebot wegen des Ausstands bei der BVG leicht auszubauen.

So werden am Montag zusätzliche Fahrten auf der Linie S1 angeboten. Zwischen den Bahnhöfen Zehlendorf und Potsdamer Platz besteht tagsüber durchgängig ein Fünf-Minuten-Takt. (mit dpa)