Erneut steht Weißensee im Blickpunkt der Polizei: Am Montagabend soll es nach Informationen dieser Redaktion in einer Wohnung in der Friesickestraße zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen sein. Dabei soll eine Person schwer verletzt worden sein und Stichverletzungen erlitten haben. Sie wurde von alarmierten Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Noch vor Ort konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen am Tatort übernommen.

Informationen dieser Redaktion zufolge hat der Vorfall allerdings keinen Bezug zur organisierten Kriminalität oder zu den tödlichen Schüssen auf einen 44-Jährigen, die am Wochenende ganz in der Nähe abgegeben wurden. Vielmehr soll es sich um eine Beziehungstat nach einem eskalierenden Streit zwischen einem stark alkoholisierten 51-Jährigen und seiner 45-jährigen Lebensgefährtin handeln. Beide sollen serbische Staatsbürger sein. Den Angaben zufolge habe der 51-Jährige mit mehreren scharfen Gegenständen auf die Frau eingestochen. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, die Tat wird nicht als Tötungsdelikt gewertet.

Eine Vielzahl an Messerstraftaten findet nicht im öffentlichen Straßenland statt

„Eine Vielzahl an Messerstraftaten passiert anders als in der öffentlichen Wahrnehmung nicht im öffentlichen Straßenland, sondern in den eigenen vier Wänden im Rahmen partnerschaftlicher Gewalt“, sagt Maika Kaindl-Wohlrab, Landesfrauenvorsitzende der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Wir müssen viel mehr über die Problematik sprechen, denn häusliche Gewalt ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft, wird aber vielfach noch immer kleingeredet und verharmlost.“ Obwohl man täglich mit Frauen zu tun habe, die geschlagen, getreten, mit Waffen attackiert und auch seelisch massiv erniedrigt würden, fehle es weiter an Strukturen, sodass man oft erst richtig helfen könne, wenn es längst zu spät sei, so Kaindl-Wohlrab. 

Immer mehr Fälle von Messerattacken und Häuslicher Gewalt

In der Kriminalstatistik wurden 2024 bundesweit 265.942 Opfer von häuslicher Gewalt erfasst, 3,8 Prozent mehr als noch im Vorjahr und 17,8 Prozent mehr als 2020. Da von einem großen Dunkelfeld ausgegangen wird, kann der Anstieg zumindest teilweise auch auf eine höhere Anzeigenbereitschaft zurückzuführen sein. Ein weiteres großes Problem ist seit einigen Jahren die hohe Zahl von Messerangriffen. Darunter fallen alle Taten, in denen mit einem Messer gedroht oder tatsächlich zugestochen wird. 3848 Personen wurden im vergangenen Jahr Opfer eines Messerangriffs. 2024 zählte die Berliner Polizei noch 3412 solcher Angriffe. Im vorigen Jahr waren es laut Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage der AfD 3267 Fälle.