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Während Besucher andere Reiseziele überrennen, schlummern in Rheinland-Pfalz wahre Naturparadiese im tiefsten Dornröschenschlaf.
Mainz – Rheinland-Pfalz birgt abseits bekannter Orte wie Trier, der Burg Eltz oder dem weltberühmten Schieferfelsen Loreley stille Oasen, wo Erholung noch geht. Hier berichtete unsere Redaktion über die zehn kleinsten Orte in dem Bundesland, die unbedingt einen Kurztrip wert sind; und hier geht es um zwei der schönsten Kleinstädte Deutschlands, die in Rheinland-Pfalz am Wasser liegen. Nun hat das Magazin Reisereporter noch zwei Ausflugsziele aufgespürt, die so charmant vor sich hin dösen, dass selbst Einheimische sie oft links liegen lassen.
Der erste Geheimtipp in Rheinland-Pfalz heißt Osann-Monzel. Dort lebten früher die Kelten, die dem Ort auch seinen Namen gaben. Übersetzt heißt er „glänzend“ – und das passt richtig gut: Das Weindorf an der Mosel im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist nämlich ein glänzendes Beispiel dafür, wie entspannt Urlaub in Deutschland sein kann. Osann-Monzel, das seine Gäste mit dem Geruch feuchter Erde und Riesling-Duft begrüßt, zieht nur ein paar tausend Neugierige pro Jahr an. Und das, obwohl es direkt am berühmten Jakobsweg liegt. Ein herrlicher Widerspruch für alle, die sich zwischen sanften Hügeln und weiten Feldern zusammen mit weniger als 2.000 Einwohnern erholen wollen.
Tschüß, stressiger Alltag: In Osann-Monzel sind voller Terminplaner und nerviger Zeitdruck von gestern. © Imago/Shotshop/beatuerk Wo Pilger verschnaufen und Wanderer schwärmen
Wer Lust auf Bewegung bekommt, findet gleich vor den roten oder goldgelben Fachwerkhaustüren Osann-Monzels das richtige Terrain: Die Wandertour „Zwei-Täler-Blick“ zwischen dem Dorf und seinem Nachbarort Maring-Noviand schlängelt sich 15 Kilometer lang zwischen Weinbergen hindurch. Der meist flache Weg belohnt mit einem tollen Blick über Lieser- und Moseltal, bevor ein Kneipp-Wasserbecken müde Füße aufweckt. Gleich nebenan schippern ab Mai wieder Ausflugsboote nach Bernkastel-Kues oder Trier, während Rebhänge gemütlich an den Passagieren vorbeiziehen.
Der zweite Geheimtipp von Reisereporter in Rheinland-Pfalz ist der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit seinem Naturpark Südeifel. Als drittältester Naturpark Deutschlands hütet er Landschaften mit weichen Kuppen und dichten Wäldern, wo kleine Seen wie blaue Edelsteine im Grün glitzern.
Naturpark Südeifel: Hier kommen Naturliebhaber und Wanderbegeisterte gleichermaßen auf ihre Kosten. © Imago/Zoonar/Stefan ZieseDas sind 20 schöne Ausflugsziele in Rheinland-Pfalz
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Wer dort radelt oder wandert, kann etwas erleben – und das ist der Grund, warum auch wandermüde Kinder plötzlich motiviert sind: In der Teufelsschlucht führen schmale Pfade durch steile Schluchten vorbei an wilden Wasserfällen und bizarren Felsformationen. Zwischen den Steinen fallen Naturfans Moose auf, deren sattes Grün im schummrigen Licht fast leuchtet, während Salamander, Nattern und Frösche darüber hinweg und durch das Dickicht huschen.
Richtig spannend wird es im Dinopark nebenan, einem der besten in Deutschland, wo lebensechte Saurier-Figuren zwischen den Bäumen stehen. Kleine Forscher dürfen Dino-Skelette ausgraben und lernen, wie man Fossilien freilegt – was für eine faszinierende Zeitreise durch die Erdgeschichte.
Zwischen Klettersteig und Märchenschloss
Wem das nicht genug ist, der entdeckt im Ourtal einen Klettersteig mit fast alpinem Charakter: Am Lätges-Berg können Schwindelfreie ordentlich klettern und weite Ausblicke über den Fluss Our genießen. Auf einem Felsen hoch über der Ourschleife steht die Ruine der Burg Falkenstein, und nur ein paar Schritte flussabwärts wartet das mittelalterliche Städtchen Vianden mit seinem imposanten, wiederaufgebauten Schloss.
Natürlich gibt es in so einer ruhigen Gegend wie dem Eifelkreis Bitburg-Prüm auch einen staatlich anerkannten Erholungsort – nämlich Biersdorf am See. Hotels, Pensionen und ein ganzer Ferienpark bieten Familien und Ruhesuchenden Unterschlupf. Der Stausee lockt Tretbootfahrer an, während Mountainbiker die Umgebung erkunden.
Unser Fazit: Wer Ruhe sucht, findet in Osann-Monzel und im Eifelkreis Bitburg-Prüm noch Platz zum Durchatmen.
(Quellen: Reisereporter.de, eigene Recherche.)