Der Kreml hat nach eigenen Angaben keine Informationen darüber, dass Indien den Kauf von russischem Öl einstellen will. Man habe keine entsprechenden Erklärungen aus Neu-Delhi vernommen, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Russland schätze die Beziehungen zu Indien und wolle die strategische Partnerschaft ausbauen. 

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump will Indien künftig auf Erdölimporte aus Russland verzichten. Der indische Regierungschef Narendra Modi habe ihm bei einem Telefonat zugesagt, „viel mehr“ Öl „aus den USA und womöglich aus Venezuela zu kaufen“, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Das wird helfen, den Ukraine-Krieg zu beenden.“

Import-Stopp gegen Zollsenkung

Nach Angaben des Weißen Hauses streicht die US-Regierung im Gegenzug einen im August verhängten Strafzoll von zusätzlich 25 Prozent, mit dem die USA Indien wegen seines Ölbezugs aus Russland unter Druck gesetzt hatten. Zudem werde der allgemeine Zoll für indische Einfuhren von 25 auf 18 Prozent gesenkt.

Aus Freundschaft und Respekt für Ministerpräsident Modi und auf seine Bitte hin haben wir mit sofortiger Wirkung einem Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Indien zugestimmt, im Rahmen dessen die Vereinigten Staaten einen reduzierten gegenseitigen Zoll erheben und diesen von 25 auf 18 Prozent senken werden“, schrieb Trump. Modi habe zudem zugesagt, dass Indien US-Produkte aus den Bereichen Energie, Technologie und Landwirtschaft sowie weitere Waren im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar kaufen werde. 

Der US-Präsident hatte allerdings bereits im Oktober verkündet, Modi habe ihm versichert, dass sein Land kein Öl mehr aus Russland kaufen werde. Indien zeigte sich damals zu höheren Energieimporten aus den USA bereit, ließ aber offen, ob es seine umstrittenen Öleinfuhren aus Russland stoppen wird. Auch dieses Mal äußerte sich der indische Premierminister auf der Plattform X zwar erleichtert, dass die Zölle sinken sollen, ließ aber erneut im Unklaren, ob Indien tatsächlich kein Öl mehr aus Russland beziehen wird. 

Indien betonte die Freundschaft zu den USA. Die Führungsrolle Trumps sei entscheidend für globalen Frieden, Stabilität und Wohlstand, schrieb Modi. „Indien unterstützt seine Bemühungen um Frieden voll und ganz.“ Er freue sich darauf, eng mit ihm zusammenzuarbeiten, um die Partnerschaft auf ein noch nie dagewesenes Niveau zu heben.

Was für Zölle Trump gegen Indien verhängt hatte

Trump hatte die Regierung in Neu-Delhi zuvor mehrfach wegen ihrer Ölgeschäfte mit Moskau kritisiert – und Importe aus Indien deshalb auch im August mit zusätzlichen Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent belegt. Bereits zuvor hatte er sogenannte reziproke Zölle gegen Indien in Höhe von 25 Prozent verhängt – auf diese bezieht sich Trump in seinem Post. 

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Seine Ankündigung zur Reduzierung der „reziproken Zölle“ erfolgte nun einige Tage nach der Erklärung Indiens und der EU, dass sie ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hätten. Das wurde auch vor dem Hintergrund der aggressiven Handels- und Zollpolitik Trumps als geopolitisch bedeutsamer Schritt gewertet. (AFP/Reuters/dpa)