Ob besonders leistungsfähige Computer, extrem genaue Messgeräte oder neue, sichere Möglichkeiten der Datenübertragung: Die Quantentechnologie gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien weltweit. Jetzt hat eine internationale Studie der Denkfabrik European Centre for International Political Economy (ECIPE) Karlsruhe an die bundesweite Spitze dieser Technologie gesetzt. In Europa belegt die Stadt Platz zwei, weltweit Rang sieben. Maßgeblich dafür ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das als zentrale Forschungseinrichtung gilt.
Am KIT werden unterschiedliche Bereiche der Quantentechnologie erforscht. Dazu gehören Quantenmaterialien, deren Verhalten die Gesetze der Quantenphysik bestimmen, oder auch die Quanten-Spintronik – eine Technologie, die die Eigenschaft von Teilchen nutzt, um Informationen zu speichern oder zu verarbeiten. Aufmerksamkeit gilt außerdem den Forschungen zu Systemen der hybriden Quantenarchitektur, die verschiedene Ansätze kombinieren.
„Strahlkraft des Standorts“
„Die Einstufung als wichtigstes Quantencluster Deutschlands und zweitstärkstes der Europäischen Union unterstreicht die nationale und internationale Strahlkraft unseres Standorts“, kommentiert der KIT-Vizepräsident für Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten, Oliver Kraft, die Studie. „Sie bestätigt unseren langfristig angelegten Ansatz, Grundlagenforschung, anwendungsnahe Entwicklung und industrielle Umsetzung eng miteinander zu verzahnen“, so Kraft weiter.
Der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup sieht in der Spitzenposition einen Beweis für die Zukunftsfähigkeit der Stadt: „Der Erfolg beruht auf einer engen und gewachsenen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Unternehmen und der öffentlichen Hand. Das KIT spielt dabei eine Schlüsselrolle.“ Für den Geschäftsführer der Technologieregion Karlsruhe, Jochen Ehlgötz, bestätigt die Studie, dass Karlsruhe ideale Bedingungen für Netzwerke, Innovationen und nachhaltiges Wachstum biete.
Enge Zusammenarbeit
Die Fächerstadt zeichnet sich für die ECIPE als Quantencluster dadurch aus, dass sich an dem Standort diverse Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft auf Quantentechnologien spezialisiert haben und eng zusammenarbeiten. Die Studie hebt diese Zusammenarbeit besonders hervor: Karlsruhe belegt bei externen Kooperationen weltweit den ersten Platz. In der Gesamtwertung aller Kooperationen liegt die Stadt auf Rang drei.
Außerdem bescheinigt die Untersuchung Karlsruhe das Schlagen von Brücken, die verschiedene wissenschaftliche und technische Gemeinschaften miteinander verbinden. Die ECIPE-Analyse ist das erste Ranking, das Quantenstandorte weltweit nach Marktorientierung, Zusammenarbeit und Entwicklungsstand vergleicht. Betrachtet wurden rund 130 Standorte. Mit seinem Netzwerk aus Forschung, Wirtschaft und Politik hat sich Karlsruhe zu einem internationalen Vorreiter in der Quantenforschung entwickelt – und könnte damit eine wichtige Rolle bei der technologischen Entwicklung spielen.