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Hamburg – Vier Tage lang schwieg die Hamburger Regierung, der rot-grüne Senat. Am späten Montagnachmittag endlich die erste Reaktion auf den tödlichen Angriff in der U-Bahn-Station Wandsbek: Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) bedauerte den Mord an der 18-jährigen Iranerin Fatemeh Z.

Sie war am Donnerstagabend von einem Mann aus dem Südsudan, Ariop A. (†25), vor eine einfahrende U-Bahn geworfen worden, der Täter sprang mit vor die Bahn und starb ebenfalls.

Die Eltern von Fatemeh Z. trauerten mit Angehörigen und Freunden am Tatort. die Familie lebt in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein

Die Eltern von Fatemeh Z. trauerten mit Angehörigen und Freunden am Tatort. Die Familie lebt in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein

Foto: Thomas Knoop

Tschentscher ließ auf BILD-Anfrage ausrichten, dass er bestürzt sei und der Familie von Fatemeh Z. das „tief empfundene Beileid des Senats“ ausspreche.

Das sagt der Bürgermeister

Weiter heißt es: „Die Tat wirft aus Sicht des Ersten Bürgermeisters ernste Fragen zur Teilnahme und konkreten Umsetzung von Aufnahmeprogrammen und anderen Regelungen auf, die über das Asylrecht hinausgehen. Zugleich verdeutlicht der Fall erneut die Dringlichkeit rechtlicher Regelungen zur Rückführung von Flüchtlingen, die zu einem Risiko für die Sicherheit werden.“

Die Bluttat geschah am Donnerstagabend. Die Leichen von Täter und Opfer wurden in Holzsärgen abtransportiert

Die Bluttat geschah am Donnerstagabend. Die Leichen von Täter und Opfer wurden in Holzsärgen abtransportiert

Foto: IMAGO/BREUEL-BILD

Im Klartext heißt das: Tschentscher will einen grundsätzlichen Stopp außerordentlicher Aufnahmen von Flüchtlingen. Und er will eine deutliche Verschärfung im Umgang mit Flüchtlingen, die sich nicht an unsere Gesetze halten. Die Verantwortung dafür sieht er vor allem in Berlin – und eben nicht bei den Behörden in Hamburg. Ariop A. war über ein sogenanntes Resettlement-Programm der UN in Deutschland und letztlich in Hamburg gelandet.

Mehr zum ThemaDarum gibt es keine Blutprobe

Hier war er viermal polizeilich auffällig, zuletzt in einem Bordell. Vor einem Gericht stand der Südsudanese nie. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nach ihren Worten gibt es auch keine weiteren rechtlichen Schritte, weil Ariop A. bei der Tat ebenfalls zu Tode kam.

So sei zum Beispiel keine Blutprobe des Südsudanesen entnommen worden, um zu klären, ob er möglicherweise unter Drogen oder Alkohol gehandelt hatte.

Dennis Thering, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft

Dennis Thering, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft

Foto: Marcus Brandt/dpa

CDU-Oppositionschef Dennis Thering (41) übt Kritik: „Bürgermeister Tschentscher hat über seinen Pressesprecher einräumen lassen, dass die Migrationspolitik seiner SPD gescheitert ist. Eindeutig ist: Wäre das von SPD, Grünen und FDP ausgeweitete Resettlement-Programm nicht gewesen, wäre der Täter nicht nach Deutschland und damit nicht nach Hamburg gekommen. Die junge Frau wäre heute noch am Leben. Es ist daher richtig, dass die CDU-geführte Bundesregierung dieses Programm im Mai 2025 beendet hat.“

Von den grünen Senatsmitgliedern sind bislang keine offiziellen Stellungnahmen zu dem Fall, der so viele Menschen in Deutschland schockierte, bekannt.