In Berlin jagt derzeit ein Streik den nächsten. Erst vergangene Woche hatte es eine umfangreiche Arbeitsniederlegung im öffentlichen Dienst gegeben – die viele Eltern vor große Herausforderungen stellte. Dann gab es Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr: Die BVG streikte, was bei dem winterlichen Wetter für Kuriositäten sorgte. Und nun rufen die Gewerkschaften GEW, IG-BAU GdP und Verdi wieder zum Streik auf.

Streik am 11. Februar: Welche Bereiche in Berlin und Brandenburg sind betroffen?
Wie es nun aus einer gemeinsamen Mitteilung der Verbände heißt, soll es am 11. Februar zu einer Arbeitsniederlegung kommen. „Zum Streik aufgerufen werden in Berlin die Beschäftigten der Kita Eigenbetriebe, der staatlichen Schulen, der Bezirksämter und nachgeordneten Einrichtungen, der Senatsverwaltungen und nachgeordneten Einrichtungen, der Feuerwehr, des Lette Vereins, des Pestalozzi-Fröbel-Hauses, der Polizeidienststellen und der landeseigenen Bühnen“, heißt es dort. Zudem würden in Berlin und Brandenburg die Beschäftigten der Hochschulen, sowie die Beschäftigten der jeweiligen Landesforstbetriebe zum Streik aufgerufen. In Brandenburg gelte der Aufruf für die Beschäftigten der Landesministerien und ihrer nachgeordneten Einrichtungen sowie der Polizei, hieß es weiter.
Hintergrund der erneuten Streiks sei die schwierige Verhandlungslage mit den Ländern, auf die nun vor der dritten Verhandlungsrunde Druck gemacht werden soll. „In den zwei vorherigen Verhandlungsrunden hatten die öffentlichen Arbeitgeber kein konkretes Angebot gemacht. Für Empörung sorgten die Äußerungen aus dem Arbeitgeberlager, man könne sich eine Lohnerhöhung auf dem Niveau der Inflation plus ,einen Schnaps obendrauf‘ vorstellen“, so die Gewerkschaften.

Demonstration in Potsdam: Beschäftigte fordern Ausgleich für Reallohnverluste
In gleicher Rhetorik prangerten sie an: „Während die Teuerung der letzten Jahre den Beschäftigten in den Knochen sitzt, führen die Arbeitgeber die Verhandlungen auf dem Niveau von Kneipengesprächen. Die Kolleg:innen brauchen keinen Schnaps über dem Durst, sondern einen spürbaren Ausgleich für die Reallohnverluste der letzten Jahre.“ Man erlebe aktuell eine geradezu verächtliche Rhetorik.
Am 11. Februar soll es zudem ab 9.30 Uhr eine Demonstration vom Lustgarten Potsdam zum Verhandlungsort im Kongresshotel Potsdam (Am Luftschiffhafen) geben. Dort soll auch eine Abschlusskundgebung stattfinden.