Mit einem aufblasbaren Kanu haben zwei Freiwillige einen festgefrorenen Schwan auf dem Berliner Landwehrkanal gerettet. Auf Instagram teilten die beiden am Montag ein Video von der Rettungsaktion bei Minusgraden und kritisierten die Behörden.
Der Schwan sei aufgefallen, weil er auffällige Bewegungen gemacht und sich dabei nicht vom Fleck bewegt habe. „Ein Schwan. Festgefroren im Eis. Schnabel vereist. Kurz vorm Aufgeben“, heißt es in dem Post. Mit dem Kanu und einem Hammer seien der Verfasser des Posts und ein Nachbar ins Wasser gegangen. Im Video ist zu sehen, wie die beiden sich dem Tier näherten. Der Schwan sei extrem geschwächt gewesen.
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Mit Schlägen auf die Eisdecke versuchten die Retter, die Füße des Schwans aus dem Eis zu lösen. Schließlich gelang es ihnen, den Vogel zu befreien. Im Video ist zu sehen, wie einer der beiden das Tier auf den Arm nahm und über das Eis ans Ufer an der Lohmühlenbrücke trug. Dort hätten bereits weitere Personen mit Decken und Futter auf den Schwan gewartet.
Einer der Helfer drohte den Angaben zufolge bei dem Einsatz einzubrechen, konnte jedoch unverletzt ans Ufer zurückkehren.
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Mithilfe von warmem Wasser habe man den Schnabel des Schwans aufgetaut, hieß es. Schließlich nahmen Feuerwehrleute das Tier in einer Box mit.
„Feuerwehr, Polizei, Tierschutz: sagt keine Hilfe, solange er im Wasser ist. Also haben wir nicht gewartet“, schrieben die Retter auf Instagram.
Ein Feuerwehrsprecher teilte auf Anfrage mit, die Einsatzkräfte seien am Montag gegen 15.30 Uhr wegen des vereisten Schwans zum Lohmühlenplatz ausgerückt. Als sie eintrafen, sei der Schwan bereits befreit gewesen. Die Einsatzkräfte hätten das Tier zunächst in Obhut genommen und dann an eine Pflegeeinrichtung übergeben.
Den Vorwurf, die Feuerwehr habe das Tier nicht retten wollen, wollte der Sprecher auf Nachfrage nicht direkt kommentieren, verwies aber auf die Gefahrenabwägung, die mit einer Begehung des Eises für die Einsatzkräfte bestehe.
Auch müsse abgewogen werden, welche Hilfsmittel zum jeweiligen Zeitpunkt zur Verfügung stünden. Wenn die Eistaucher, die es nur einmal in Berlin gibt, gerade im Einsatz gewesen seien, hätte die Feuerwehr keine Möglichkeit, wieder auf das Eis zu gehen, sagte der Sprecher.
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Innerhalb von weniger als 24 Stunden wurde das Video der Kanu-Aktion auf Instagram über 20.000 Mal geliked. In den Kommentaren schrieb ein User: „Was machen Polizei, Feuerwehr und Tierschutz eigentlich beruflich?“ Ein anderer schrieb: „Respekt an Euch! Wenn man will, findet man immer einen Weg, einem Tier zu helfen.“