
Stand: 03.02.2026 19:52 Uhr
Zwei Kirchengemeinden aus dem Landkreis Wolfenbüttel protestieren gegen die Reformpläne der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Sie befürchten, dass die Nähe zu den Menschen verloren geht.
Die im vergangenen Jahr beschlossene Strukturreform sieht vor, angesichts der Finanzen der Kirche und zurückgehender Mitgliederzahlen die Zahl der Propsteien mit mehreren Kirchengemeinden bis 2030 von elf auf vier zu verringern. Stattdessen könnten bis zu vier große Regionalkirchengemeinden mit mindestens 10.000 Gemeindemitgliedern entstehen.
Pfarrer will keine „Zwangsfusionierungen“
Axel Bothe, Pfarrer aus Dahlum (Landkreis Wolfenbüttel), kritisierte im Gespräch mit dem NDR Niedersachsen, dass durch die Reform die Nähe zu den Menschen verloren gehe – er sprach von einer „Zwangsfusion“. „Gemeinden werden faktisch enteignet, Kirchenvorstände entmachtet und auf die Rolle bloßer ‚Keksgeldverwalter‘ reduziert“, heißt es in einem Protestbrief. „Wir wollen das System erhalten, dass freiwillige Fusionen möglich sind, Zwangsfusionierungen aber nicht“, so der Pfarrer. Nur so könne sinnvolle Arbeit in den Kirchengemeinden geschehen.
Hoffnung auf Umdenken bleibt
Bothe hofft, dass der Protestbrief die Landeskirche zum Umdenken bewegen kann. „Als Pfarrer hat man immer Hoffnung“, sagt er. „Gehört werden wir hoffentlich, ob sich etwas verändert weiß ich nicht.“ Die Landeskirche hat sich zu der Kritik bisher nicht geäußert.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen, Regional Braunschweig, 03.02.2026, 07:30 Uhr und NDR 1 Niedersachsen, Regional Braunschweig, 03.02.2026, 15:00 Uhr