Ein Vierteljahrhundert Kinderhospizarbeit, 25 Jahre Arche Noah: Seit 2001 ist das Team der Arche jeden Tag im Einsatz, um schwer kranken Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in Gelsenkirchen zu helfen. Um auch in Zukunft ein Umfeld zu haben, das den Ansprüchen der Patienten und ihrer Familien gerecht wird, wird das Kinderhospiz einen neuen und zeitgemäßen Standort auf dem Marienhospital-Campus in Ückendorf erhalten – eine neue Arche.

Vor rund einem Jahr startete der Förderverein deshalb die großangelegte Aktion „Noahs Freunde“, um einerseits Spenden für den Neubau zu sammeln, andererseits aber vor allem auch, um die wichtige Arbeit in der Kinderhospizarbeit ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu tragen.

Seither hat es zahlreiche Spenden- und Informationsveranstaltungen gegeben, mehr als 4000 Bürger, Unternehmen und Institutionen wurden zu „Noahs Freunden“. Zuletzt unterstrich Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck beim Neujahrsempfang des Gelsenkirchener Unternehmerverbandes Intuv die außerordentliche Bedeutung der Arche Noah. „Ein Kinderhospiz ist kein Krankenhaus und kein Trauerhaus, sondern ein Haus des Lebens“, sagte der Bischof. Hier fänden Familien nicht nur medizinische und pflegerische Versorgung, sondern auch psychosoziale Begleitung, Therapieangebote und „Orte zum Aufatmen“.

Kinderhospiz unterstützt gesamte Familie in schweren Zeiten

Das betont auch die Leiterin der Einrichtung, Alina Schmitt, anlässlich des Tages der Kinderhospizarbeit, der am 10. Februar begangen wird. Zwischen fünf Tagen und drei Wochen ist die normale Aufenthaltsdauer der Gäste im Kinderhospiz. Aber nicht nur sie werden hier liebevoll umsorgt, auch für die Eltern und Geschwister gibt es individuelle Angebote.

Visualisierungen der neuen Arche Noah, dem Kinderhospiz, in Gelsenkirchen

„Die Betreuung eines schwerbehinderten Kindes kann für Familien sehr belastend sein, sowohl psychisch als auch physisch. Umso wichtiger ist es, dass die Eltern Zeit finden, um wieder neue Kraft zu schöpfen“, erklärt Alina Schmitt. „Unsere Aufgabe ist nicht nur, die erkrankten Kinder zu betreuen, sondern auch den Familien die Möglichkeit der Entlastung zu bieten.“ Unabhängig vom Aufenthalt der Kinder begleiten Mitarbeiter der Arche daher auch Eltern und Geschwister bei der Lebens-, Sterbe- und Trauerarbeit.

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Rund 100 Familien werden jährlich in Ückendorf so unterstützt, doch der Bedarf ist größer, meint Wolfgang Heinberg, Vorstand des Fördervereins der Arche Noah. Deshalb ist es ihm und seinen Vorstandskollegen Barbara Benthaus und Karl-Heinz Evers so wichtig, nicht nur am Kinderhospiztag, sondern mit der Kampagne Noahs Freunde ganzjährig für die wichtige und wertvolle Arbeit in den Hospizen Aufmerksamkeit zu schaffen.

Im Sommer 1999 gegründet mit dem Ziel, die „Arche Noah“ mit auf den Weg zu bringen und in Gelsenkirchen eine Kurzzeiteinrichtung und Hospiz für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten, schwersten Einschränkungen zu etablieren, ist der Förderverein eine feste Größe an der Seite der Arche Noah. Ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, die alle vier Jahre durch die Mitgliederversammlung gewählt werden, überlegen in direktem Austausch mit der Leitung der Arche Noah, wie Spendengelder sinnvoll eingesetzt werden können. Neben zusätzlichen Personalstellen refinanziert der Förderverein Anschaffungen, etwa für ein umfangreiches pädagogisches Angebot oder den regelmäßigen Besuch der Klinikclowns und der Musiktherapeutin. Auch zusätzliche Angebote in den Ferien, der Besuch der tiergestützten Therapie und Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung gehören dazu.

Kontakt: 0209 172 2000 oder archenoah@st-augustinus.eu

Und so stehen auch 2026 weitere Aktionen an – so etwa das Projekt „Noahs Flotte“ im Frühjahr. Dann können sich Interessierte vom Bismarcker Hafen aus gegen eine Spende von Sportbootfahrern eine Runde auf dem Kanal mitnehmen lassen und mit ihrem Ausflug das Bauprojekt unterstützen. Derzeit läuft mit Unterstützung des Gelsenkirchener Kollektivs „Gib dir Gelsen“, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Erfolgsgeschichten aus der Stadt eine Plattform zu geben, eine Spendenaktion zusammen mit McDonald’s. Von jedem gekauften Nugget-Menü fließt ein Euro an die Arche Noah.

Die Arche Noah ist ein „Haus des Lebens, das täglich Hoffnung schenkt und Familien in schweren Zeiten zur Seite steht“, sagt Heinberg. „Es ist ein Haus, in dem gestorben wird, aber eben auch intensiv gelebt“, ergänzt Alina Schmitt. Und eben dafür soll das neue Haus gebaut werden – modern, hell, mit ausreichend Platz und den Anforderungen genügend.

Visualisierungen der neuen Arche Noah, dem Kinderhospiz, in Gelsenkirchen

Visualisierungen der neuen Arche Noah, dem Kinderhospiz, in Gelsenkirchen
© Architekturfirma Beckmann | Niklas Beckmann

Die katholische Krankenhausgemeinschaft KERN, zu der auch das angrenzende Marienhospital gehört, hat dafür in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Hospiz-Standort eine alte Villa aufgekauft, die komplett umgebaut und auf drei Etagen zur neuen Arche Noah werden soll. Baustart soll im September 2026 sein. Wenn alles läuft wie geplant, soll die neue Arche dann im Frühjahr 2028 ihren Betrieb aufnehmen.