Diesmal hat sich die Warnung des Deutschen Wetterdienstes erfüllt: In ganz Hessen hat am Dienstagnachmittag dichtes Schneetreiben geherrscht, und es ging wegen Schnee und Eisglätte auf den Straßen und Schienen kaum noch voran.
Inzwischen melden die Verkehrs- und Polizeidirektionen, dass sich die Lage entspannt habe. Und bis auf der Autobahn A3 haben sich die kilometerlangen Staus auch schon wieder aufgelöst. Damit wird in den nächsten Stunden auch auf der A3 gerechnet, wo sich der Verkehr am späten Nachmittag auf knapp 30 Kilometern Länge gestaut hatte. Zwei der drei Fahrspuren von Frankfurt nach Limburg sind nach Angaben der Rettungsstelle wieder frei und weitgehend von Schnee und Eis geräumt.
Dort wie im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis war die Lage besonders schlimm, da vor dem Schnee zunächst ein Eisregen niedergegangen war. Deshalb hätten dann sehr schnell und an vielen Orten Autos und Lastwagen auf den Straßen quer gestanden.
Hessenweit Ausfall von Präsenzunterricht an Schulen möglich
Das hessische Innenministerium wies am Abend auf mögliche witterungsbedingte Unterrichtsausfälle am Mittwoch hin. Hessenweit könne es aufgrund von Schneefall und Glatteis zu einem Ausfall des Präsenzunterrichts kommen, teilte das Innenministerium über die Warnapp HessenWarn mit. Die Eltern wurden gebeten, sich über die jeweilige Schule sowie deren Homepages, über Elternbriefe und digitale Lernplattformen zu informieren, ob auch die Schule Ihres Kindes betroffen ist.
Keine Starts und Landungen in Frankfurt
Starker Schneefall legte den Flugbetrieb in Frankfurt am Dienstag vorübergehend lahm. An Deutschlands größtem Airport wurden bis zum Abend rund 100 von 922 Flügen annulliert. Das teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit. Inzwischen seien eine Start- und eine Landebahn geräumt worden und der Flugbetrieb sei wieder angelaufen, sagte ein Sprecher am Abend.
Mit weiteren Verzögerungen müsse aber weiterhin gerechnet werden. Der Sprecher appellierte an Reisende, sich rechtzeitig bei den jeweiligen Airlines über ihre Verbindungen zu informieren und für die Anreise zum Flughafen aufgrund der Witterungsbedingungen rund um Frankfurt ausreichend Zeit einzuplanen.
Im Frankfurter Stadtgebiet wurden nach Angaben der Polizei binnen drei Stunden rund 50 Unfälle gemeldet. Dabei habe es sich größtenteils um Blechschäden gehandelt, hieß es. Laut der Autobahnpolizei Frankfurt gab es auf der 661 und auf der A66 einzelne Unfälle.
Schwierig war die Lage auch in Mittelhessen, wo es auf schneeglatten Straßen am Nachmittag zu zahlreichen Unfällen kam. Innerhalb von etwa zwei Stunden wurden der Polizei rund 35 bis 40 Glätteunfälle gemeldet, „das werden sicher noch mehr“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen.
Auf der Autobahn 5 nahe Grünberg und nahe der Raststätte Wetterau sowie auf der A485 zwischen den Anschlussstellen Licher Straße und Grünberger Straße kamen zudem mehrere Lastwagen auf den verschneiten Fahrbahnen nicht weiter.
Kurzzeitiges Chaos
Das Polizeipräsidium Südosthessen meldete am Abend 16 Unfälle, deren Ursache wohl Schnee und Eis waren. Zumeist waren es Auffahrunfälle, auf der B45 wurden gleich mehrere gezählt. Beim Polizeipräsidium Südosthessen sprach man zunächst von einem knappen Dutzend gemeldeter Unfälle. Dabei habe es auch Blessuren gegeben. „Kurzzeitig ist Chaos ausgebrochen, aber ohne gravierende Folgen“, sagte ein Sprecher.
Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen gab es, einem Sprecher zufolge, witterungsbedingt vermehrt Unfälle. Auch dort wurden zunächst lediglich Blechschäden registriert. In Nordhessen war die Verkehrslage am Nachmittag zunächst noch ruhig. „Es gab bislang nur drei kleinere Unfälle im Bereich Waldeck-Frankenberg“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Dabei sei niemand verletzt worden. Auch in Südhessen hatte die Polizei zunächst keine größeren Hinweise auf Glätteunfälle.
Kommt man mit dem Bus nicht mehr hin, aber auf dem Großen Feldberg im Taunus sorgt der Schnee für Spaß.Frank Röth
Busverkehr eingestellt
Wegen des Wintereinbruchs wurde in mehreren Städten und Kreisen der Busverkehr eingestellt. „Die Straßenverhältnisse lassen einen regulären Betrieb im Großteil des Liniennetzes nicht zu“, teilte etwa die Wiesbadener Gesellschaft Eswe mit. Ähnlich äußerten sich die Stadtwerke Marburg: „Aufgrund der eingetretenen Witterungsbedingungen bzw. schneeglatter Straßen muss der Stadtbusbetrieb vollständig bis auf Weiteres eingestellt werden“, teilten sie mit. Ein gefahrloser Betrieb lasse sich „unter diesen Umständen nicht durchführen“.
Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gab es unter anderem auch Ausfälle in
- Landkreis Gießen (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
- Stadt Wetzlar (Verkehr vorübergehend eingestellt)
- Wetteraukreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
- Vogelsbergkreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
- Rheingau-Taunus-Kreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
- Hochtaunuskreis (Busverkehr überwiegend eingestellt)
- Stadt Wiesbaden (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
- Kreis Offenbach (Busverkehr teilweise eingestellt)
Landesweit hatte der Wetterdienst mit drei bis acht Zentimetern Neuschnee gerechnet, lokal aber auch mit bis zu 20 Zentimetern. Die sollen beispielsweise in der Wetterau bis zum frühen Abend auch gefallen sein. Inzwischen haben sich die Warnungen vor stärkerem Schneefall in Richtung Norden verschoben.