Bundesbeamte haben zuletzt ihr Vorgehen bei Einsätzen in Minneapolis
und St. Paul geändert. Anstatt sich auf Parkplätzen aufzustellen,
führten die Einwanderungs- und Grenzschutzbeamten gezielte Festnahmen in
Wohngebieten durch. Minnesotas Gouverneur Tim Walz zufolge liegt ein Fokus dabei auf Schulen. Am Dienstag wurden Aktivisten und Aktivistinnen festgenommen, die den
Fahrzeugen der Beamten durch den Süden von Minneapolis
folgten. Diese hielten die Fahrzeuge an und forderten die Aktivisten
mit gezogenen Waffen auf, aus den Autos zu steigen. Die Beamten wiesen Journalisten vor Ort an, Abstand zu halten, andernfalls drohte ihnen der
Einsatz von Pfefferspray.
Die Sprecherin des Heimatschutzministeriums,
Tricia McLaughlin, teilte mit, die Aktivisten seien festgenommen worden,
weil sie die Festnahme eines Mannes behindert hätten, der sich illegal
im Land aufhalte.
Eine Bundesrichterin hatte im Januar Grenzen
dafür gesetzt, wie Beamte Autofahrer behandeln dürfen, die ihnen folgen.
„Das sichere Folgen von Beamten aus angemessenem Abstand allein
begründet keinen hinreichenden Verdacht für eine Fahrzeugkontrolle“, teilte die Richterin mit. Ein Berufungsgericht setzte die Anordnung jedoch
aus.
„Schüler haben Angst, zur Schule zu kommen“
„Es gibt zwar weniger Rauch am Boden“, sagte
Minnesotas Gouverneur Tim Walz mit Blick auf die jüngsten Spannungen,
doch die Lage wirke „gruseliger als vergangene Woche,
weil sich die Maßnahmen jetzt auf Schulen und Kinder verlagern“.
Gemeinsam mit Bildungsexperten berichtete Walz auf einer Pressekonferenz
von der Angst und Unruhe in den Schulen, die durch die Razzien der Bundesbeamten ausgelöst würden.
© Lea Dohle
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Brenda Lewis, die Oberschulrätin der Fridley
Public Schools, sagte, sie sei seit einem öffentlichen Auftritt zweimal
von ICE-Agenten verfolgt worden. „Schüler haben Angst, zur Schule zu
kommen, Eltern haben Angst, sie abzuliefern“, sagte sie.
Lewis teilte mit, dass Fridley, ein Vorort von Minneapolis,
viele somalische und ecuadorianische Familien beherberge. Dort seien
nun Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und die psychologische Betreuung
ausgebaut worden. Die Sozialarbeiterin im Schulbezirk Columbia Heights,
Tracy Xiong, koordiniert Essenslieferungen für Familien und organisiert
Freiwillige, die Kinder zur Schule fahren.
Eine Stellungnahme des Heimatschutzministeriums und der Behörde ICE zu den Sorgen der Lehrkräfte lag zunächst nicht vor. In Minneapolis hatten Bundesbeamte im Januar am Rande von Razzien und Protesten zwei Menschen erschossen. Das Vorgehen der Beamten in Minneapolis hatte zu Massenprotesten im ganzen Land geführt.
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