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Die Bundesregierung plant eine Reform, die den Acht-Stunden-Tag abschaffen und eine wöchentliche Arbeitszeitgrenze einführen soll. Drei Branchen sind besonders betroffen davon.
München – Deutschland steht vor einem bedeutenden Wandel in der Arbeitswelt. Lange fest verankerte Regeln wie der Acht-Stunden-Tag könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Bundesregierung plant offenbar eine umfassende Reform, die Arbeitenehmern deutlich mehr Spielraum bei ihrer Arbeitszeit geben würde – ein Schritt, der gerade für bestimmte Branchen von Vorteil sein könnte.
Die Merz-Regierung plant wohl die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags. © Kay Nietfeld/dpa
Der Entwurf sieht vor, dass die tägliche Arbeitszeit künftig variabel gestaltet werden kann, solange die wöchentliche Höchstgrenze eingehalten wird. Laut Focus Online soll dies nicht nur die Planung von Schichtdiensten erleichtern, sondern auch die Attraktivität von Mehrarbeit steigern, da Überstunden steuerlich entlastet werden und Teilzeitkräfte durch Prämien zum Aufstocken ihrer Stunden animiert werden sollen.
Abschaffung des Acht-Stunden-Tags: Für drei Branchen von Vorteil
Für das Gastgewerbe und die Tourismuswirtschaft bedeutet die Reform laut Focus Online eine potenzielle Erleichterung im Personalmanagement. Saisonale Schwankungen, Wochenend- und Feiertagsarbeit stellen hier seit jeher eine Herausforderung dar. Eine flexiblere Handhabung der Arbeitszeit könnte es Hotels, Restaurants und Freizeitbetrieben ermöglichen, ihre Mitarbeitenden bedarfsgerecht einzusetzen und so Engpässe in Spitzenzeiten zu vermeiden, berichtet das Onlineportal Leadersnet. „Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland“, betont Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Tourismus, gegenüber der Bild-Zeitung.
Neben Tourismus und Gastronomie könnte laut Focus Online auch die Pflegebranche von der Reform profitieren. Schichtdienste, Überstunden und unregelmäßige Einsätze sind hier an der Tagesordnung. Eine flexible Arbeitszeitgestaltung könnte dazu beitragen, Personalengpässe auszugleichen und die Versorgungssicherheit in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Gleichzeitig sieht die Bundesregierung darin einen Schritt, den Standort Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen.
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Trotz der Chancen gibt es kritische Stimmen: Experten warnen vor einer möglichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, falls die Flexibilisierung zu einer Ausweitung der Wochenarbeitszeit ohne angemessene Pausen führt. Auch die Rücknahme des Teilzeitmodells wird laut Focus Online kontrovers diskutiert. Dennoch plant die Regierung umfangreiche Investitionen in Infrastrukturprojekte wie Autobahnen, Schienen und Radwege, um die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Branchen zusätzlich zu unterstützen. (Quellen: Focus Online, Bild, Leadersnet) (ab)
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