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Berlin – So einen Januar hat die Berliner Feuerwehr noch nie erlebt!
In der 175 Jahre alten Geschichte der Behörde mussten die Retter in keinem Januar härter ran als in diesem Jahr. Das teilte Feuerwehr-Chef Karsten Homrighausen (58) in einer internen Mail an alle Beamten und Mitarbeiter mit.
„Die Bewältigung dessen war ein Kraftakt, für den ich meinen ‚Helm‘ vor Ihnen ziehe“, schreibt Homrighausen an die Belegschaft.
51.259 Einsätze in nur 31 Tagen
Die nackten Zahlen zeigen die Wucht dieses Monats: An den 31 Januartagen gab es 51.259 Einsätze. Umgerechnet sind das 1,15 pro Minute.
Allein an den ersten fünf Tagen des Jahres rückten die Einsatzkräfte 2.955-mal wegen Sturzverletzungen aus. Auch anderen Tagen war die Belastung extrem hoch.
Silvester, Stromausfall und Glatteis fordern Feuerwehr
Am 01.01.26, in der Silvesternacht und an Neujahr, zählte die Berliner Feuerwehr 2440 Einsätze. Nur zwei Tage später, am 03.01.26, schlug der Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf voll durch: 1.714-mal mussten die Retter ausrücken.

In der Silvesternacht rückte die Feuerwehr zu 2440 Einsätzen aus
Foto: Axel Lier
Am 05.01.26 sorgte Glatteis für 1763 Einsätze. Und auch zum Monatsende blieb es extrem: Vom 26.01.26 bis 29.01.26 arbeiteten die Kräfte im Schnitt 1.743 Alarmierungen pro Tag ab. Am 30.01.26 führte erneutes Glatteis sogar zu 2170 Einsätzen.
Rettungsdienst am Limit
„Der Schwerpunkt dieser Tage lag im Rettungsdienst“, erklärt Homrighausen. Die enorme Zahl an Notfällen zwang die Feuerwehr zu besonderen Maßnahmen.
Dazu gehörte die Festbesetzung aller RTW-X (Einsätze nur für kurze Strecken), die Alarmierung aller Freiwilligen Feuerwehren sowie der teilweise Transport von Patienten in Krankenhäusern auch mit anderen Fahrzeugen.
Mehr zum ThemaDank an Haupt- und Ehrenamtliche
Der Feuerwehr-Chef macht deutlich, wie groß die Belastung war. „Mir ist bewusst, welche Belastung solche Einsatzzahlen für Sie bedeuten. Daher danke ich Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz außerordentlich“, schreibt Homrighausen.

Während des Stromausfalls – kurz nach dem Jahreswechsel – musste die Feuerwehr zu vielen Einsätzen ausrücken
Foto: Carsten Koall/dpa
Sein besonderer Dank gilt den Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren, den Hilfsorganisationen und dem THW. Ebenso würdigt er die Kräfte im Hintergrund, die zusätzlich zur Alltagsarbeit Stäbe besetzten oder in Sonderschichten Fahrzeuge einsatzbereit hielten.