Nach den jüngsten Enthüllungen in der Affäre um den verstorbenen
Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist der britische Ex-Prinz Andrew aus seinem luxuriösen Wohnsitz in Windsor ausgezogen. Das berichteten britische Medien
übereinstimmend. Der Bruder von König Charles III. ist demnach aus der Royal Lodge in ein Haus
auf dem Landsitz Sandringham im Osten Englands gezogen. Er war bereits im Oktober
aufgefordert worden, Windsor zu verlassen. Der Ex-Prinz, der mittlerweile mit bürgerlichem Namen Andrew Mountbatten-Windsor heißt, hatte dort mehr
als 20 Jahre gelebt.
Im April wolle Mountbatten-Windsor wohl dauerhaft auf die Marsh Farm ziehen, die sich auf demselben Gelände befindet und derzeit noch renoviert wird, berichtete The Sun. Der Buckingham-Palast bestätigte das zunächst nicht.
Vorwurf der Vergewaltigung
König Charles hatte seinem Bruder wegen dessen
Verbindungen zu Epstein im vergangenen Jahr alle königlichen Titel und
Ehren aberkannt. Die US-Australierin Virginia Giuffre hatte diesen beschuldigt, sie als 17-Jährige missbraucht zu haben.
Der Druck hatte sich seit der Veröffentlichung
von Millionen weiteren Akten zu Epstein durch das US-Justizministerium
am Freitag noch verstärkt. Die Akten enthalten unter anderem auch Fotos
des damaligen Prinzen, wie dieser über einer am Boden liegenden Frau
kniet, sowie E-Mails, in denen er Epstein zu „privaten Gesprächen“ in den
Buckingham-Palast einlädt. Der britische Premierminister Keir Starmer forderte nach dem Bekanntwerden der neuen Dokumente, Mountbatten-Windsor solle vor dem
US-Kongress zum Fall Epstein aussagen. Auch der frühere britische Wirtschaftsminister Peter
Mandelson hat wegen seiner Verbindungen zu Epstein seinen Rücktritt aus dem Oberhaus
erklärt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Epstein-Akten:
Wie die Deutsche Bank in das System Epstein verwickelt war
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Andrew:
Die Entprinzung
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Jeffrey Epstein:
Es reicht nicht, nur auf Trump zu zeigen
Mountbatten-Windsor streitet Fehlverhalten ab
Einem Missbrauchsopfer zufolge soll Epstein sie
2010 nach Großbritannien geschickt haben, um dort von Mountbatten-Windsor in der
Royal Lodge in Windsor missbraucht zu werden. Auch von einem weiteren mutmaßlichen Opfer wurde berichtet. Mountbatten-Windsor hatte jegliches Fehlverhalten
wiederholt abgestritten. 2022 hatte er eine Abfindung in Millionenhöhe
an die Australierin Virginia Giuffre gezahlt, ohne seine Schuld einzugestehen.
Der Investmentbanker Epstein starb 2019 in
einer Gefängniszelle, einen Monat nachdem er unter anderem wegen des
sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war.
Kurz darauf trat der Prinz wegen seiner mutmaßlichen Verbindungen zu
Epstein von seinen königlichen Pflichten zurück.
© Lea Dohle
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Eine Spur des Epstein-Skandals führt laut dem polnischen Regierungschef
Donald Tusk zum russischen Geheimdienst. Ein Vertrauter von Präsident
Wladimir Putin,
Kirill Dmitrijew, wies die Verdächtigungen als Lüge zurück. „Die
verzweifelten, verkommenen und verlogenen linken Eliten verfallen in
Panik und versuchen, in die Irre zu führen“, schrieb er auf der
Plattform X.
Hilfetelefon für Betroffene sexueller oder häuslicher Gewalt
Häufig suchen sich Betroffene sexueller oder häuslicher Gewalt keine Hilfe. Sollten Sie oder Menschen in Ihrem Umkreis von sexueller oder häuslicher Gewalt betroffen sein, ist das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 116 016 jederzeit erreichbar. Das Beratungsangebot ist anonym, kostenfrei, barrierefrei und in 18 Fremdsprachen verfügbar. Auch per Chat oder E-Mail können Hilfesuchende Kontakt aufnehmen – Gebärdendolmetscher stehen zur Verfügung. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Die Mitarbeiterinnen hören Betroffenen zu, leisten Beistand, suchen Beratungsstellen und Frauenhäuser am Ort heraus, die nach dem Gespräch weitere Hilfe anbieten können.