Die Stadt Leipzig hat die Entschuldigung des Sängers Gil Ofarim am Dienstag im RTL-Dschungelcamp zur Kenntnis genommen. Man tue sich aber schwer damit, sie zu akzeptieren, hieß es auf Anfrage von MDR SACHSEN aus dem Rathaus. Es gehe bei diesem Fall nicht um eine versehentliche missverständliche Aussage, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg.

Ofarim habe von Beginn an versucht, mit einer Falschnachricht möglichst viel Aufmerksamkeit zu erreichen. Dass jemand dies ausgerechnet mit dem sensiblen Thema Antisemitismus tue, sei bis dato nicht vorstellbar gewesen, so Hasberg.

Ofarim hatte sich in der Sendung bei der Stadt Leipzig und den Leipzigern entschuldigt. „Der Vorfall ereignete sich in Leipzig“, habe aber nie etwas mit der Stadt und dem Bundesland Sachsen zu tun gehabt.

Gil Ofarim, Sohn der israelischen Musiklegende Abi Ofarim, hatte Anfang Oktober 2021 ein Video via Instagram ins Netz gestellt und darin von angeblichen antisemitischen Äußerungen eines Mitarbeiters in einem Leipziger Hotel berichtet. In die Kamera sagte Ofarim, ein Hotelangestellter habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Kette abzunehmen – nur dann lasse er ihn einchecken. In einem späteren Prozess wegen falscher Verdächtigung hatte der Sänger eingeräumt, gelogen zu haben.

Das Hotel erklärte am Mittwoch, man werde sich zu Ofarims Äußerungen im Dschungelcamp nicht äußern.