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Der neue Trainer von Eintracht Frankfurt setzt auf Ballbesitz und Tiki-Taka. Seine Lehre erklärt er mit einem ungewöhnlichen Vergleich.

Frankfurt – Ausländische Trainer haben früh die Bundesliga bereichert. Branko Zebec, Max Merkel, Pál Csernai oder Ernst Happel prägten den deutschen Fußball auf ihre Art, doch es dauerte verdammt lange, bis auch ein spanischer Coach endlich Einfluss ausüben durfte. Pep Guardiola war 2013 als spektakuläre Verpflichtung nach dem Triple des FC Bayern 2013 der erste. Der Starcoach revolutionierte nicht nur die Spielidee in München, sondern strahlte auf viele Klubs ab.

BANIK OSTRAVA vs ELJESagt gerne, wo es lang geht: Der neue Eintracht-Trainer Albert Riera. © IMAGO

Auch wenn der Rekordmeister unter dem Katalanen nie die Champions League gewann, haben einige Elemente bis heute überlebt. Dass nun Albert Riera bei Eintracht Frankfurt anheuert, also im Herzen von Europa, schließt gewissermaßen einen Kreis. Denn die spanische Fußballschule verkörpert der ehemalige Nationalspieler voller Überzeugung mit jeder Faser.

Mit Guardiola gibt es ein Instagram-Bildchen vom gemeinsamen Golfspielen im Sommer. Doch von größerer Bedeutung ist seine enge Freundschaft zu Mikel Arteta, dem Coach des FC Arsenal. Dessen Cousin Pablo Remon Arteta hat Riera als einen von zwei Co-Trainern mitgebracht. Sein Assistent sei nicht nur ein guter Freund, sondern ein wichtiger Ruhepol, wenn er mal wieder zu emotional werde, beteuert einer, der extrem von sich überzeugt ist, seine Lehre zu vermitteln.

Von Mallorca nach Frankfurt – Die außergewöhnliche Reise des Albert RieraAlbert Riera soll der neue starke Mann bei Frankfurt werden.Fotostrecke ansehen

Der 43-Jährige legt viel Wert auf Ballbesitz mit den bekannten Tiki-Taka-Elementen. Er sage zu den Spielern: „Der Ball ist wie unsere Frau. Deshalb müssen wir ihn so nah wie möglich bei uns haben.“ Ein Vergleich, den wohl jeder (Mann) verstehen muss. Und doch wäre es falsch, Riera als Guardiola 2.0 zu bezeichnen. Er war zwar Spieler in großen Klubs, hat aber als Trainer bei NK Celje in Slowenien gearbeitet. Nun erstmals in einer der Topligen Europas tätig zu sein, ist eine andere Hausnummer.

Frank Hellmann, FR-Autor in der Sportredaktion.Frank Hellmann. © peter-juelich.com

Riera kann übrigens nicht erklären, warum die spanischen Trainer in aller Welt gefragt – und oft erfolgreich – sind. Der Wunsch nach Dominanz, hat er philosophiert, könne auch am Wohlfühlklima auf der iberischen Halbinsel und der Nähe zum Mittelmeer liegen. Diesbezüglich herrschte in der Mainmetropole während seiner Vorstellung mit dem Wintereinbruch das Kontrastprogramm. Bis sich Wetterbesserung einstellt, wird es dauern. Bis die neue Lehre bei der Eintracht greift, vielleicht auch.