Nachdem Unbekannte dem „Niederrheiner“ irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr Kostenpflichtiger Inhalt den Kopf gestohlen hatten, war der Ärger groß. Die Skulptur aber ohne Haupt vor dem „Museum der Niederrheinischen Seele“ stehen zu lassen, war für die Mitglieder der Künstlergruppe Villa Erckens keine Option: Sie haben in den vergangenen Wochen alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dem zwölf Jahre alten und etwa 2,50 Meter hohen Kunstwerk wieder ein Gesicht zu geben.
„Für uns stand schnell fest: Wir lassen uns das nicht kaputtmachen“, sagt Ursula Gabler, eine von sechs Künstlerinnen, die sich in der Grevenbroicher Gruppe engagieren. Die Damen nahmen also Kontakt zu Schreiner Günter Gresse auf, der einst auch die beiden großen Korpusse der drehbaren Skulptur aus wetterfestem Eukalyptusholz hergestellt hatte. „Er hat uns sehr schnell einen neuen Kopf für den ,Niederrheiner‘ gefertigt“, sagt Ursula Gabler. Für die künstlerische Veredelung des hölzernen Kästchens sorgten dann Helga Wieczorek und Christa Mühlens-Seidl, die den Kopf so gestalteten, dass er auf der einen Seite wieder ein männliches und auf der anderen wieder ein weibliches Gesicht zeigt. Die Künstlerinnen konnten sich dabei an Fotos orientieren, die vor dem Diebstahl des ursprünglichen Kopfs angefertigt worden waren.
So kam es, dass der „Niederrheiner“ am zurückliegenden Wochenende wieder komplettiert werden konnte. Einen Monat hatte die Skulptur, die das Wesen der Menschen vom Niederrhein darstellen soll, ohne Kopf dagestanden. „Es ist uns nach wie vor nicht bekannt, wo der Kopf geblieben ist, er ist nicht mehr aufgetaucht“, sagt Ursula Gabler. Die Hoffnung, dass der oder die Diebe das Element irgendwo in der Nähe haben liegen lassen, hatte sich rasch zerschlagen. Um einem neuerlichen Diebstahl vorzubeugen, wurde der frisch aufgesetzte Kopf fest verankert.
Geschaffen worden war das Kunstwerk ursprünglich im Jahr 2014 für eine Ausstellung in der Villa Erckens. Wenige Jahre später wurde es in den Außenbereich versetzt. Weil die Witterung zwischenzeitlich Spuren hinterlassen hatte, wurde die Skulptur im Frühjahr 2025 überarbeitet. Umso enttäuschter waren die Künstlerinnen Ursula Schachschneider, Ursula Gabler, Sylvia Moritz, Christa Mühlens-Seidl, Helga Wieczorek und Annelore Ruhnke, als sie im Januar von dem Diebstahl erfuhren.