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Zirndorf (Bayern) – „Playmobil definiert das Spiel von morgen“, hieß es noch vor einigen Tagen in einer Pressemitteilung des Unternehmens. 350 Mitarbeiter des Werks in Dietenhofen im Landkreis Ansbach werden wohl bald ausgespielt haben: Der fränkische Spielzeughersteller schließt sein Werk bis Ende Juni.
Dies bedeute „nichts anderes als das Ende der Spielwarenproduktion am Standort Dietenhofen und damit das Ende der Playmobil-Produktion in Deutschland“, befürchtet die Gewerkschaft IGBCE (Bergbau, Chemie, Energie) in einer Pressemitteilung.
Das sagt das Unternehmen
Unternehmenssprecher Tim-Niklas Kubach (41) zu BILD: „Der Produktionsstandort Dietenhofen für die Fertigung unserer Marke Lechuza bleibt bestehen. Außerdem befinden sich auch die Verwaltung sowie das Marketing und die Produktentwicklung von Playmobil weiterhin in Deutschland.“

Seit den 60ern produzierte Playmobil in Dietenhofen. Der Standort wurde gegründet, nachdem das Unternehmen jahrzehntelang Mitarbeiter mit Bussen aus den Dörfern der Umgebung in die Zentrale nach Zirndorf hatte bringen lassen
Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb
Das sagt die Gewerkschaft
Dennoch eine „Riesensauerei“, empört sich die Gewerkschaft in Nürnberg. Über Monate habe die Geschäftsleitung auf konkrete Nachfragen der Beschäftigten „gemauert“. „Die Verantwortung für jahrelanges Missmanagement soll nun erneut auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Das werden wir gemeinsam mit dem Betriebsrat und unserem gewerkschaftlichen Netzwerk nicht ohne Widerstand zulassen“, schreibt Gewerkschaftssekretär Maximilian Krippner.
Wie geht es für die Mitarbeiter weiter?
Die Mitarbeiter des von Horst Brandstätter († 2015) gegründeten Unternehmens hätten am Dienstag nur 20 Minuten vor einer Betriebsversammlung von dem geplanten Aus erfahren. Krippner erwarte, dass „der Arbeitgeber seiner gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtung nachkommt und mit Betriebsrat und IGBCE auf Augenhöhe ergebnisoffene Verhandlungen zum Fortbestand der Produktion von Playmobil in Deutschland führt“.

Galt als bodenständig und heimatverbunden: Unternehmensgründer Horst Brandstetter (†2015) produzierte Ende der 50er Jahre Hula-Hoop-Reifen, in den 70ern kamen dann die Playmobil-Männchen auf den Markt
Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb
Schon wieder Stellenabbau bei Playmobil
Hinter den Kulissen der Zentrale in Zirndorf (Landkreis Fürth, Bayern) brodelt es schon seit Jahren. Mitarbeiter hätten sich bereits im Sommer 2023 über „Demütigung“ und „Angst“ im Unternehmen beklagt. Kurz darauf wurden bei Playmobil 700 Stellen gestrichen.
Der Pressetext des Unternehmens von vergangener Woche zur Spielwarenmesse in Nürnberg, wo es seine erstmals sprechenden Männchen vorstellt, mag für manchen wie Hohn klingen. Dort wolle Playmobil zeigen, „wie sich eine Traditionsmarke strategisch, kreativ und kulturell weiterentwickelt“.