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Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA sollen noch diese Woche stattfinden. Die Trump-Regierung macht dafür Kompromisse.

Update, 21:50 Uhr: Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA sind nach einer vorübergehenden Absage offenbar wieder angesetzt. Man plane erneut, sich am Freitag zu treffen. Das bestätigte Irans Außenminister Abbas Araghchi im Kurznachrichtendienst X. Das Treffen soll demnach in Maskat stattfinden. Araghchi bedankte sich bei dem Oman, als Gastgeber zu fungieren. Die USA hatten einem Treffen im Oman zunächst nicht zugestimmt und Istanbul bevorzugt. Nun soll die Trump-Regierung aber einem Ortswechsel zugestimmt haben. Das geschah laut Recherchen des Nachrichtenportals Axios auf Druck zahlreicher US-Verbündeter in der Region. Neun Länder sollen auf höchster Ebene ihren Einfluss im Weißen Haus geltend gemacht haben. „Sie haben uns gebeten, das Treffen abzuhalten und zu hören, was die Iraner zu sagen haben“, sagte ein US-Beamter laut Axios.

US-Präsident Donald Trump und Vize J. D. Vance im Situation Room des Weißen Hauses. US-Präsident Donald Trump und Vize J. D. Vance im Situation Room des Weißen Hauses. (Archivbild) © afp

Maskat – Erstmeldung vom 4. Februar 2026: Die für Freitag anvisierten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das Atomprogramm der Islamischen Republik geraten zunehmend in Gefahr. Streit besteht demnach vor allem über den Verhandlungsort und die -themen. Das Mullah-Regime in Teheran fordert eine Beschränkung der Agenda ausschließlich auf atomare Fragen, während die die Regierung von Präsident Donald Trump eine umfassendere Diskussion anstrebt.

Laut der israelischen Zeitung Ynet wurde die erste ursprünglich für Freitag geplante Gesprächsrunde bereits abgesagt. Ursprünglich wollten Vertreter der USA und aus dem Iran in Istanbul aufeinandertreffen. Der Iran bestand später aber darauf, das Treffen in Maskat, der Hauptstadt des Oman, abzuhalten. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Al Jazeera habe es für das Treffen bereits einen Rahmenvorschlag gegeben, den Mediatoren aus Katar, der Türkei und Ägypten erarbeitet hätten. Dieser umfasst demnach eine Verpflichtung des Iran, die Urananreicherung für drei Jahre vollständig einzustellen und danach auf unter 1,5 Prozent zu begrenzen. Die aktuellen Bestände von etwa 440 Kilogramm hochangereichertem Uran sollen an ein Drittland übertragen werden.

Donald Trump stellt Bedingungen von Iran

Donald Trump hatte bereits vor Beginn jeglicher Verhandlungen drei zentrale Bedingungen für Gespräche mit der Islamischen Republik Iran formuliert: eine vollständige Einstellung der Urananreicherung, eine Begrenzung des Programms für ballistische Raketen und ein Ende der Unterstützung für regionale Verbündete wie die Hisbollah-Miliz im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthi-Miliz im Jemen. Diese Forderungen weist das Mullah-Regime als Eingriff in seine Souveränität zurück.

Die Regierung in Teheran sei „grundsätzlich bereit zu Gesprächen mit den USA“, wenn es nur um Fragen des Atomprogramms gehe. Das Raketenprogramm ist für die Regierung in Teheran eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf. Der Mediatorenvorschlag sieht vor, dass Iran sich verpflichtet, keine ballistischen Raketen einzusetzen und keine Waffen an regionale Verbündete zu liefern.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im IranElahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im IranFotostrecke ansehen

Die USA hätten dem Iran mitgeteilt, dass sie der von Teheran gewünschten Änderung von Ort und Format des Treffens nicht zustimmen würden, meldete die US-Nachrichten-Website Axios unter Berufung auf zwei US-Vertreter. Ein ranghoher Vertreter des Irans sagte Reuters, das Beharren der USA, auch über „nicht-atomare Themen“ zu verhandeln, gefährde die Gespräche. US-Außenminister Marco Rubio drängte unterdessen auf Zugeständnisse aus Teheran. Damit die Gespräche tatsächlich zu einem „sinnvollen Ergebnis“ führten, müssten etwa die Reichweite der ballistischen Raketen, die Unterstützung terroristischer Organisationen, das Atomprogramm und der Umgang mit dem eigenen Volk beachtet werden, sagte er laut Kurier wenige Tage vor dem angepeilten Treffen zwischen Washington und Teheran.

Spannungen zwischen Iran und USA nehmen zu

In den vergangenen Monaten haben die Spannungen zwischen den USA und dem Iran infolge der dortigen Proteste gegen theokratische Regierung wieder zugenommen. Das Mullah-Regime reagierte mit äußerster Brutalität auf den Widerstand. Tausende Menschen sollen bei der Niederschlagung der Demonstrationen getötet worden sein. Trump drohte daraufhin der Regierung in Teheran mit einem Militärschlag.

Die nun vor dem Aus stehenden Verhandlungen sollten die Situation zwischen dem Iran und den USA eigenltich deeskalieren, wohl auch auf Druck der US-Verbündeten in der Region, die eine Ausweitung des Konflikts zum Flächenbrand befürchten. Das berichten mehrere US-Medien. An den Gesprächen habe deshalb auch der in den Golfstaaten bestens vernetzte Schwiegersohn Trumps, Jared Kushner, teilnehmen sollen. Der Iran habe auf bilateralen Gesprächen bestanden, obwohl ursprünglich auch Minister aus Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet worden waren, wie das Handelsblatt berichtete.