Acht Jahre Haft in Ungarn

Feuerwerk und Protest nach Urteil gegen Maja T.

05.02.2026 – 03:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Teilnehmer einer linken Kundgebung hält ein Schild mit der Aufschrift „Bring Maja back“: Auch in Nürnberg gingen die Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität zu zeigen.Vergrößern des Bildes

Ein Teilnehmer einer linken Kundgebung hält ein Schild mit der Aufschrift „Bring Maja back“: Auch in Nürnberg gingen die Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität zu zeigen. (Quelle: Sebastian Willnow/dpa)

Acht Jahre Haft für Maja T. in Ungarn: In Nürnberg gehen 200 Menschen auf die Straße. Bei der Demo durch Gostenhof kommt es zu einem Zwischenfall mit Pyrotechnik.

Nach einer Auftaktkundgebung am Jamnitzerplatz gegen 17 Uhr setzte sich der Demonstrationszug gegen 19.15 Uhr durch den Stadtteil Gostenhof in Bewegung, wie die Polizei mitteilte. Die Teilnehmer stammten demnach aus dem linkspolitischen Spektrum.

Im Bereich der Veit-Stoß-Anlage zündeten unbekannte Demonstranten Silvesterfeuerwerk. Verletzte oder Sachschäden gab es nicht. In der Austraße stoppten die Einsatzkräfte den Aufzug, da dieser von der zuvor abgestimmten Wegstrecke abzuweichen drohte. Gegen 20 Uhr endete die Versammlung wieder am Jamnitzerplatz.

Zum Hintergrund: Der ungarische Richter Jozsef Sos sah es als erwiesen an, dass die 25-jährige Person aus der linken Szene in Deutschland an blutigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest beteiligt war. Rund 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremisten sollen dabei neun Menschen verletzt haben, vier von ihnen schwer.

Kritiker werfen Ungarns Justiz politische Einflussnahme vor. Zuvor hatte auch das Bundesverfassungsgericht die Auslieferung von Maja T. nach Ungarn als rechtswidrig eingestuft. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte eine harte Bestrafung gefordert. Politiker der Linken, der Grünen und der SPD fordern die Rücküberstellung von Maja T. nach Deutschland.

Außenminister Johann Wadephul äußerte sich zurückhaltend zu dem Urteil. „Das ist ein nicht rechtskräftiges Urteil in einem EU-Land. Und das respektieren wir“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra. Der Fall werde vom Auswärtigen Amt konsularisch betreut, ergänzte Wadephul.

An der Versammlung in Nürnberg nahmen zahlreiche Einsatzkräfte umliegender Dienststellen unter Führung der Polizeiinspektion Nürnberg-West teil. Die Versammlung verlief weitestgehend störungsfrei.