Nach reichlich Schnee und Glätte in mehreren Bundesländern müssen sich am Donnerstag besonders die Menschen im Osten Deutschlands auf glatte Wege und Straßen einstellen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet vor allem für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin gebietsweise Glatteis durch gefrierenden Regen. 

Eis und Glätte führen am frühen Donnerstagmorgen bereits zu Einschränkungen im Berliner U-Bahnnetz. Die Linie U2 ist nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) derzeit teilweise unterbrochen. Sie fährt bis auf Weiteres nicht zwischen den Stationen Wittenbergplatz und S+U Potsdamer Platz sowie Rosa-Luxemburg-Platz und S+U Pankow.

Bereits vergangene Woche war es in Berlin zu erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr gekommen. So fuhren zeitweise wegen vereister Oberleitungen keine Straßenbahnen in Berlin. Für die Straßenbahnen liegen am Morgen zunächst keine Störungsmeldungen vor.

Für Teile Brandenburgs und Berlins hat der Deutsche Wetterdienst am Mittwochabend eine amtliche Unwetterwarnung vor Glatteis herausgegeben. Die Warnung, die auch über Warnapps wie Nina verbreitet wurde, gilt für Donnerstag von 2 Uhr bis 10 Uhr. Sie umfasst den Südosten und Osten Brandenburgs mit Cottbus, Frankfurt (Oder), Bernau und Oranienburg. In Berlin sind östliche Stadtteile betroffen. 

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Außerdem drohen in Berlin und Brandenburg ab Donnerstagabend weitere Probleme. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kann es in Berlin zu gefrierendem Regen, örtlich zu Glatteis kommen, das „teils unwetterartig“ wird. Im Norden und Westen Brandenburgs kann es kräftig schneien. Im Süden und Osten kann gefrierender Regen für Glätte sorgen. Die Tiefstwerte sinken in der Nacht auf minus 2 bis minus 6 Grad.

BVG ist auf erneuten Eisregen vorbereitet

Wegen des drohenden Eisregens und der Glätte haben sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Berliner Stadtreinigung (BSR) auf die schwierige Nacht vorbereitet. Zusätzliche Fahrzeuge sowie Fahrerinnen und Fahrer stünden bereit, um ergänzende Betriebsfahrten durchzuführen, teilte ein BVG-Sprecher mit.

Dabei sollen Gleise und Oberleitungen freigehalten werden. Bei der U-Bahn sei ein Bürsten- und Schmierzug im Einsatz. Mit der BSR sei zudem vereinbart worden, bei Frost besonders anfällige Punkte frühzeitig zu streuen. 

Am 26. Januar hatte gefrierender Regen zur Vereisung der Oberleitungen der Berliner Straßenbahnen geführt. In der Folge wurde der Tramverkehr komplett eingestellt. Erst am 31. Januar war das Netz wieder komplett befahrbar.

Beim Verdi-Streik am vergangenen Montag hat die BVG das Straßenbahnnetz ohne Fahrgäste mit Trams befahren lassen, damit die Oberleitungen nicht erneut vereisen.

BSR beendet vorerst Unterstützung der Bezirke

Wegen der angespannten Wetterlage beendet die BSR vorerst die Unterstützung der Berliner Bezirke beim Winterdienst, wie eine Sprecherin mitteilte. Seit dem vergangenen Wochenende waren Mitarbeitende der BSR auch an Stellen aktiv, für die sie nicht gesetzlich zuständig ist, um die Glättesituation zu verbessern.

„Wegen des erneuten Schneefalls und des ab morgen drohenden Eisregens wird die BSR diese zusätzliche Unterstützung vorerst aussetzen, um ihre eigenen Aufgaben im Winterdienst gemäß gesetzlicher Festlegung prioritär zu erfüllen“, erklärte die BSR-Sprecherin.

Ab dem frühen Donnerstagmorgen sollen insbesondere die Hauptverkehrswege der Stadt, die für Einsatzkräfte und den ÖPNV wichtig sind, gesichert werden.

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Berlin (BUND) hatte die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Dienstag aufgefordert, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen erneuten witterungsbedingten Totalausfall zu verhindern. Dazu gehörten auch insbesondere sogenannte Bügelfahrten bei Nacht, um Eisschichten an der Oberleitung abzukratzen. (mit dpa)