Rektor Prof. Manfred Bayer begrüßte die zahlreichen Gäste im Centrum für Entrepreneurship & Transfer (CET) und gratulierte den Preisträger*innen, die der CET-Transferbeirat ausgewählt hatte. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro für die Auszeichnung, die alle zwei Jahre vergeben wird, stiftet der Dortmunder Wirtschaftsjurist Dr. Michael Brenscheidt, um besondere Leistungen beim Forschungstransfer zu würdigen und die Realisierung neuer Geschäftsideen und Kooperationen mit Praxispartnern zu unterstützen.

Die Preisträger*innen

Lisa Kröger und Prof. Bettina Brune vom Lehrstuhl Stahlbau der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen überzeugten die Jury mit ihrem praxisnahen Konzept zur Instandsetzung von Stahlbrücken ohne Vollsperrungen und erhielten den ersten Preis, der mit 6.000 Euro dotiert ist. In ihrem Projekt definierten die Bauingenieurinnen erstmals Kriterien für Injektionsschrauben und wiesen sowohl die Ausführbarkeit als auch den wirtschaftlichen Vorteil in der Praxis nach. Gemeinsam mit einem Expertengremium aus Wissenschaft und Industrie konnten sie das Konzept in bundes- und europaweite Richtlinien überführen, die eine sofortige Anwendung des Verfahrens in Deutschland ermöglichen – nicht nur bei der Brückensanierung, sondern auch im allgemeinen Bauwesen.

Das Projekt „5G.NRW vor Ort“ von Stefan Böcker und dem Team des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze (ComNets) der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik wurde mit dem zweiten Platz, dotiert mit 3.000 Euro, ausgezeichnet. Die TU-Wis­sen­schaft­ler*innen schließen die Lücke zwischen theoretischer 5G-Forschung und praktischer Nutzung von privaten Campusnetzen mit einem dreiphasigen Modell: Das Team hat das kostenlose Tool „Campusnetzplan“ entwickelt, das die Antragsgebühren für ein geplantes Netz abschätzt und einen Antrag vorausfüllt. Bei 5G-Aktionstagen vor Ort bieten die Forschenden mit dem mobilen Labor an, praktische Erfahrungen zu sammeln, und ermöglichen im „Deep Dive“ eine individuelle Leistungsbewertung im laufenden Betrieb. Zukünftig soll das Modell auch in den Einsatz von 6G überführt werden.

Der dritte Platz, dotiert mit 1.000 Euro, ging an das Projekt „Strategische Netzplanung von Seehafenhinterlandverkehren“ von Niklas Jost und seinen Teamkolleg*innen am Institut für Transportlogistik und am Lehrstuhl für Diskrete Optimierung der Fakultät Maschinenbau. Gemeinsam mit dem Industriepartner DB Schenker entwickelte das Team eine Softwarelösung, die komplexe Routing-Entscheidungen in globalen Lieferketten automatisiert. Das System spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern dient auch als strategisches Werkzeug zur Simulation von Netzwerkstrukturen, in denen eine einzelne Entscheidung zugleich alle anderen beeinflusst.