Mit KI-Technologie
Münchener Rüstungsfirma stellt neue Kampfdrohne vor
Aktualisiert am 05.02.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Die neue KI-gesteuerte Kampfdrohne „CA-1 Europa“ bei der Präsentation in Tussenhausen: Entwickelt von der Münchner Firma Helsing , soll sie autonom Einsätze fliegen. (Quelle: Reuters / Michaela Stache/reuters)
Ein autonomes Kampfflugzeug, KI-gesteuert und in Bayern gebaut: Die Münchener Rüstungsfirma Helsing präsentiert die Drohne CA-1 – mit prominenter Unterstützung.
Am Standort von Grob Aircraft in Tussenhausen, rund 80 Kilometer westlich von München, hat das Verteidigungstechnologie-Unternehmen Helsing im September vergangenen Jahres eine neue Kampfdrohne vorgestellt. Der unbemannte Jet mit dem Namen „CA-1 Europa“ wurde im Maßstab 1:1 erstmals öffentlich präsentiert – im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Der Jet soll innerhalb von vier Jahren serienreif sein. Entwickelt wird das System gemeinsam mit europäischen Industriepartnern. Grob Aircraft, eine Tochter von Helsing, übernimmt die technische Umsetzung und die Erprobung vor Ort in Tussenhausen.
CA-1 Europa ist auf den Einsatz als autonomes Mehrzweckflugzeug ausgelegt. Es kann sowohl allein fliegen als auch im Schwarm agieren – etwa im Zusammenspiel mit anderen Drohnen oder bemannten Kampfflugzeugen. Der Jet ist für präzise Angriffe auch tief im gegnerischen Raum konzipiert.
Kern des neuen Drohnentyps ist die KI-Software „Centaur“, die bereits im Frühjahr im Kampfflugzeug Gripen demonstriert wurde. Sie soll nicht nur den Flug steuern, sondern auch komplexe Missionen ausführen. Das integrierte System erlaubt außerdem die Einbindung von Sensoren, Schutzsystemen, Waffen und weiterer Software.
Laut Hersteller basiert Centaur auf lernfähigen Algorithmen, die sich durch den Einsatz in Simulationen kontinuierlich weiterentwickeln. Das System kann taktische Entscheidungen eigenständig vorbereiten. Geplant ist, die Drohne überwiegend im Modus „Human-on-the-Loop“ zu betreiben – die KI handelt selbstständig, bleibt aber jederzeit durch einen Operator überwachbar und steuerbar.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte bei der Präsentation die strategische Bedeutung solcher Entwicklungen für Bayern und Europa. „Verteidigung bedeutet Sicherheit. Mit dieser neuesten Generation an Drohnen erlangen wir technologische Dominanz und Souveränität“, sagte er. Söder kündigte ein bayerisches Rüstungsgesetz an, mit dem Genehmigungsprozesse erleichtert und Kooperationen mit Hochschulen gefördert werden sollen.
Bayern sei bereits ein führender Standort der Verteidigungsindustrie und wolle diesen weiter ausbauen. Ziel sei es, möglichst viele Rüstungsaufträge in den Freistaat zu holen.
