Pendlern zwischen Potsdam und Berlin wird noch bis Ende Februar eine Überraschung geboten: Zwar fahren die Züge des Regionalexpress 1, betrieben von der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg), aus der Landeshauptstadt Richtung Berliner Zentrum, doch wie weit, kann sich erheblich unterscheiden. Mal ist in Berlin-Charlottenburg Schluss, mal am Zoologischen Garten oder am Ostbahnhof. In seltenen Fällen sollen die Züge sogar bis Ostkreuz fahren.

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Das Zug-Lotto empört nun den Deutschen Bahnkundenverband. „Die Informationen dazu auf den Webseiten der Odeg sind eine Zumutung für die Fahrgäste. Welcher Zug an welchen Tagen wohin fährt, erschließt sich erst nach zeitaufwendigen Recherchen“, teilt der Regionalverband Potsdam-Mittelmark mit. Als Ersatz werde auf die „nicht besonders zuverlässige“ S 7 verwiesen.

„Der Deutsche Bahnkundenverband forderte im Interesse der Pendler und der Reisenden, die in Berlin Hauptbahnhof zwischen RE 1 und dem Fernverkehr umsteigen, eine Durchbindung aller RE 1 an allen Tagen bis Ostbahnhof oder Ostkreuz“, heißt es weiter. Die Odeg werde aufgefordert, einen lesbaren Ersatzfahrplan auf ihren Webseiten einzustellen.

Hintergrund der Sperrung sind Bauarbeiten der DB InfraGo – dabei handelt es sich um den Netzbetreiber der Deutschen Bahn. Die DB teilt auf Anfrage mit, dass Fernbahngleise gesperrt werden, weil am Berliner S-Bahnhof Köpenick gebaut wird. Dort sollen Brückenteile über die Hämmerlingstraße eingeschoben werden.

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Eins ist allerdings sicher: Bis nach Frankfurt (Oder) fahren die Züge nie durch. Denn zwischen Ostkreuz und Erkner befindet sich die Baustelle. Und es wird auch nicht die letzte Sperrung der Strecke bleiben: „Eine weitere Sperrung im Bereich Köpenick (Fernbahngleise) ist vom 10. Juli bis 24. August vorgesehen“, so ein Bahnsprecher.

Die S-Bahnlinie S7 ist von den Bauarbeiten nicht betroffen. Sie hat eigene Gleise, ist aber langsamer unterwegs. Vom Potsdamer zum Berliner Hauptbahnhof dauert es dann 37 Minuten statt 22 bis 26 Minuten.