TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Jetzt kommt der Milliarden-Wurf für Kino, Serien und Studios in Deutschland. Nach monatelangen Verhandlungen unter Führung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (61, parteilos) haben sich die Bundesregierung sowie die Fraktionen von Union und SPD auf einen „Filmbooster“ geeinigt. Ein historischer Durchbruch für die angeschlagene Filmbranche, würdigte Weimer die Einigung am heutigen Donnerstag in Berlin.

Anzeige

Auch interessant

Anzeige

Auch interessant

Lange habe Stillstand in deutschen Filmhochburgen wie Babelsberg oder Bavaria geherrscht: leere Studios, fehlende Aufträge, große Unsicherheit. Jetzt könne Deutschland wieder zum Produktionsstandort werden. Wolfram Weimer sagte BILD: „Die Bundesregierung hat einen Filmbooster für Deutschland beschlossen. Wir werden die Investitionen in den deutschen Filmstandort massiv erweitern. Die staatliche Filmförderung verdoppelt sich auf Jahre hinaus.“

Zugleich werde man die großen Streaming-Plattformen und Sender dazu bringen, dass sie in Deutschland in den kommenden fünf Jahren 15 Milliarden Euro in den Filmstandort investieren. Weimer: „Das ist so viel wie noch nie in der deutschen Filmgeschichte.“

Der Filmbooster bedeutet einen doppelten Befreiungsschlag:

  • Die Filmförderung wird dauerhaft auf 250 Millionen jährlich verdoppelt.
  • Das Vorhaben ist ein Milliarden-Signal an die Branche.

Streamer und große Senderketten sollen in Deutschland investieren: Mindestens 8 Prozent der hier erzielten Umsätze müssen künftig auch in Deutschland investiert werden. ABER: Wer mehr als 12 Prozent investiert, wird belohnt: Eine Befreiung von starren Vorgaben wie der Deutschpflicht oder komplizierten Rechteregeln soll das Investieren vereinfachen.

Mehr zum Thema

Kulturstaatsminister Weimer spricht von einem liberalen Modell: Die SPD wollte ein Gesetz, die Union setzt auf Investitionsanreize. Nicht auf Zwang, sondern auf Motivation. Laut Weimer gibt es bereits Investitionszusagen von Streamern und Sendern in Höhe von 15 Milliarden Euro. Er hat „mit allen großen US-Streamingdiensten verhandelt“ – also Netflix, Amazon, Disney & Co.

Auf die Frage von BILD, ob jetzt der drohende Zollstreit mit den USA abgewendet ist, sagte er: „Ja, weil wir hier eine Lösung gewählt haben, die liberal ist, die einen weiten gesetzlichen Rahmen setzt, aber insbesondere auf die Verpflichtung und die Direktinvestitionen der Amerikaner setzt. Die haben sich in den Verhandlungen mit uns zu diesen Direktinvestitionen verpflichtet und das wird sehr wahrscheinlich der Regelfall sein. Deswegen vermeiden wir damit auch handelspolitische Konflikte.“ Die USA hatten bei einem hohen Investitionszwang für ihre Tech-Giganten mit Strafzöllen gedroht.