Worum geht es? Die DG Ener will Sojabohnen generell, auch einheimische, als Kultur mit einem hohen Risiko für Landnutzungsänderungen (iLUC) einstufen, gemeint sind damit vor allem Waldrodungen. Danach würde die Sojabohne als “high-iLUC-Rohstoff” gelten. 

Die Folgen: Spätestens ab 2030 darf das Sojaöl nicht im Biokraftstoffsektor eingesetzt werden, so wie es derzeit schon Deutschland für Palmöl umgesetzt hat. 

Noch schwerwiegender schätzt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) den Imageschaden für heimische Sojaanbauer ein, selbst wenn sie das Öl nicht über den Biokraftstoffsektor verwerten. So könnten Umweltorganisationen den heimischen Sojaanbau aufgrund der pauschalen Höhereinstufung der Sojabohne „unter Beschuss“ nehmen, weil der Anbau aus deren Sicht und nach der EU-Einstufung erhebliche Umweltnachteile verursache. 

Sogar Schweine- und Geflügelhalter könnten verstärkt ins Visier der Umweltschützer geraten, weil sie Sojaschrot verfüttern, auch wenn es aus dem heimischen Anbau kommt und GVO-frei ist. Ufop-Experte Dieter Bockey bringt es auf den Punkt: „Die Politik gefährdet damit die Rohstoffbasis für die Proteinversorgung“.