Vor CO2-Preis-Einführung
EU gibt Ländern Milliarden für E-Autos und Wärmepumpen
05.02.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Mehr Elektroautos auf europäischen Straßen: Die EU-Kommission will den klimaneutralen Umstieg beschleunigen und ermöglicht neue Finanzierungswege. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-bilder)
Die Europäische Investmentbank EIB ermöglicht EU-Ländern Zugang zu Milliarden, wenn sie ihren Bürgern beim Umstieg auf E-Autos, Wärmepumpen und mit günstigem Strom helfen wollen. Auch Deutschland kann profitieren – unter einer Bedingung.
Seit Monaten steht die europäische Energie- und Klimapolitik unter Beschuss. Besonders im Fokus ist der Emissionshandel, der fossile Brennstoffe verteuert und so den Umstieg auf klimafreundliche Technologien begünstigen soll. Dabei war das erste Emissionshandelssystem (ETS 1), das seit 2005 in Kraft ist, ein weitreichender Erfolg. Seitdem hat Europa seine Emissionen um über 50 Prozent reduziert.
Doch der nächste Schritt, der ETS 2, löst große Debatten aus. Denn während im ETS 1 die Energiewirtschaft und vereinzelte Wirtschaftszweige zur Kasse gebeten wurden, sollen im ETS 2 alle Verbraucher und damit auch private Haushalte einbezogen werden. Das bedeutet: Öl, Gas und Kohle werden für alle teurer.
Der politische Widerstand gegen das System konnte Ende 2025 einen ersten Erfolg vermelden: ETS 2 wird um ein Jahr von 2027 auf 2028 verschoben. Damit wird Haushalten etwas mehr Zeit eingeräumt, sich auf den neuen CO2-Preis einzustellen. Die Gegner des Systems wappnen sich aber schon für den nächsten Kampf und fordern bereits eine neue Verschiebung auf 2030.
Damit das nicht passiert, will die EU den Mitgliedsländern nun mehr Geld für die grüne Transformation geben. Die Europäische Investmentbank (EIB) bestätigte am Donnerstag, dass sie bis zu drei Milliarden Euro für Dekarbonisierungsprojekte freimacht. Klimakommissar Wopke Hoekstra sagte, dass dieses Geld zur Verfügung gestellt werde, „um Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen beim Übergang zu sauberer Energie zu unterstützen“. Regierungen können das Geld zum Beispiel für Förderprogramme für Elektroautos oder Wärmepumpen nutzen.
Die drei Milliarden Euro sollen nach Angaben der Kommission eine erste Tranche sein. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte noch mehr Geld mobilisiert werden.
Das Geld gibt es zusätzlich zu dem, was die Länder aus dem Emissionshandel ETS 1 bereits erhalten. In Deutschland wird das noch mit Einnahmen aus dem nationalen CO2-Preis ergänzt. Das alles fließt in den Klima- und Transformationsfonds KTF. Daraus finanziert die Bundesregierung bereits heute Förderprogramme für den Heizungstausch, für den Kauf von Elektroautos oder für den Bau klimaneutraler Gebäude.
